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Wirtschaft

Griechenland, Portugal - und jetzt Irland

Die einflussreiche Ratingagentur Moody´s hat die Kreditwürdigkeit Irlands weiter herabgestuft: Auch irische Staatsanleihen haben bei Moody´s jetzt "Ramsch"-Status. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Griechische, irische und portugiesische Euro-Münzen vor einer Irland-Karte (Foto: DW)

Nach Griechenland und Portugal war nun auch Irland an der Reihe: Die Ratingagentur Moody´s teilte am Dienstagabend (12.07.2011) mit, sie habe die Kreditwürdigkeit Irlands um eine Notenstufe gesenkt - statt "Baa3" bekommt das Land jetzt nur mehr die Note "Ba1". Im Klartext heißt das: Auch irische Anleihen gelten aus Sicht der Agentur jetzt als "Ramsch" - ebenso wie die der beiden anderen Krisenländer.

Ausblick? "Negativ"!

Schriftzug der Ratingagentur Moody´s (Foto: AP)

Sorgt für schlechte Stimmung: Ratingagentur Moody´s

Die Anleihen gelten damit nun als "nicht geeignet für ein Investment", wie es in der Mitteilung von Moody´s heißt. Außerdem stellten die Finanzexperten klar: Der Ausblick bleibe "negativ" - weitere Herabstufungen sind also denkbar.

Und auch eine Begründung für den Schritt lieferte die Agentur mit: Es werde zunehmend wahrscheinlicher, dass Irland nach dem Auslaufen der derzeitigen Hilfsprogramme von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds Ende 2013 vor einer Rückkehr an den privaten Kapitalmarkt neue Unterstützung benötige. Daher nun also die schlechtere Note.

Reaktionen: Dow und Euro im Minus, Politiker sauer

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Als erstes zeigten sie sich an der US-Börse: Den ganzen Tag hatten sich dort die Kurse nicht nennenswert bewegt. Als die Meldung über die Herabstufung Irlands dann kurz vor Handelsschluss über die Bildschirme lief, drehten die Kurse noch rasch ins Minus und verschafften dem Dow Jones-Index einen Schluss auf Tagestief - knapp 0,5 Prozent niedriger als am Montag. Und der Euro sackte in einer ersten Reaktion gegenüber dem US-Dollar um fast einen Cent ab.

In der Politik sorgte die Entscheidung für Unverständnis. Die EU-Kommission bedauerte in einer Mitteilung das Vorgehen von Moody´s. Irland sei auf dem richtigen Weg, um aus der Schuldenkrise herauszufinden. Das irische Finanzministerium erklärte, die Entscheidung der Ratingagentur stehe nicht im Einklang mit den Einschätzungen der anderen großen Agenturen. S&P sowie Fitch bewerten Irland drei Stufen über Ramschstatus. Weiter hieß es, Irland tue alles, um die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. Dabei habe man bereits Fortschritte gemacht. Noch in diesem Jahr werde die Wirtschaft wieder wachsen.

Beschlüsse der Eurogruppe könnten helfen

Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel (Foto: dapd)

Die Beschlüsse der Finanzminister vom Montag könnten Irland helfen

Irlands Abwicklungsbank NTMA verwies zudem darauf, dass das Land bis Ende 2013 ausreichend finanziert sei. Der Bank zufolge kommen Irland beim Schuldenabbau auch die Entscheidungen vom Eurogruppen-Treffen am Montagabend in Brüssel zugute. Demnach soll der Euro-Rettungsfonds künftig flexibler zur Stützung eingesetzt werden. Nach Worten von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schließt das theoretisch auch einen Schuldenrückkauf mit Hilfe des Rettungsfonds ein.

Die Probleme der heimischen Banken hatten Irland im vergangenen Jahr als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm gezwungen, der nach der Griechenland-Krise von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds aufgespannt wurde. 85 Milliarden Euro Hilfsgelder stehen bereit. Im Gegenzug muss der Inselstaat deutliche Einsparungen vornehmen.

Autor: Frank Wörner (rtr, dpa, dapd)
Redaktion: Christian Walz

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