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Aktuell Europa

Griechenland-Paket erwartet

Griechenland muss weiter auf ein neues Hilfspaket warten. Doch die internationalen Geldgeber scheiterten nicht an Uneinigkeit, sondern an der Komplexität des Themas, teilte das Bundesfinanzministerium mit.

Nach Ansicht der Bundesregierung sind die Gespräche der Eurogruppe nicht gescheitert. Das Treffen am Dienstag in Brüssel sei sehr fruchtbar gewesen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Einige wichtige Punkte seien geklärt worden. Es blieben "jedoch noch wichtige technische Details zu klären".

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich optimistisch, dass beim nächsten Treffen der Eurogruppe am kommenden Montag eine Lösung gefunden werde. Man sei ein gutes Stück vorangekommen, sagte er am Mittwochmorgen in Berlin. So sei man übereingekommen, die zu erwartende Finanzierungslücke von rund 14 Milliarden Euro durch ein Schuldenrückkauf-Programm zu schließen. Über Einzelheiten und "technische Fragen" müsse jedoch noch diskutiert werden. Die Lücke droht, weil Griechenland zwei Jahre mehr zum Sparen erhalten soll.

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Griechenland bangt

Berlin schlage dazu eine Erhöhung des griechischen Programmteils am Euro-Rettungsschirm EFSF vor, so Schäuble. Die Bundesregierung sei aber im Gegensatz zu anderen Ländern nicht bereit, eine Zinsverbilligung durch Zuschüsse aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren. Ein Sprecher des Ministeriums ergänzte, vermutlich werde es einen "Mix aus Maßnahmen" geben.

Entsetzen in Griechenland

Auch der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, wollte von einem Scheitern nichts wissen. Man sei nahe  an einem Ergebnis, es gebe keinen großen Stolperstein. Dem schloss sich der französische Finanzminister Pierre Moscovici an. Die Eurogruppe stehe um Haaresbreite vor einer Einigung, sagte er dem Radiosender Europe 1.

Enttäuscht reagierte dagegen Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras. Griechenland habe alle Forderungen der EU und des Internationalen Währungsfonds erfüllt, sagte Samaras in Athen. Es gehe nicht nur um die Zukunft Griechenlands, sondern um die Stabilität der Eurozone insgesamt.

Ein griechischer Regierungssprecher kündigte an, Samaras werde das Thema auch am Donnerstag am Rande des Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union ansprechen. Dabei sollte es vor allem um die langfristige Haushaltsplanung der EU gehen. Griechenland steht bisher nicht auf der Tagesordnung.

gmf/hp (afp, dapd, dpa, rtr)

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