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Aktuell Europa

Griechenland entfernt Flüchtlinge von Grenze zu Mazedonien

Seit Tagen sitzen rund 1.200 Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze fest. Nun hat die Polizei begonnen, die Grenze zu räumen. Journalisten und Hilfsorganisationen mussten das Gelände verlassen.

Nach Polizeiangaben fuhren die Migranten aus dem Grenzgebiet bei Idomeni mit 14 Bussen nach Athen. Von dort würden sie die Heimreise antreten, sagte ein Polizeisprecher. Vor zwei Tagen hatte der für Migration zuständige griechische Vizeminister Ioannis Mouzalas auch die Option offen gelassen, dass sie in Athen Antrag auf Asyl stellen könnten.

Nur wenige Migranten verließen das Flüchtlingslager

vorab freiwillig.

Daraufhin entschied Mouzalas auf Zwangsräumung. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen waren aufgefordert worden, das Gelände zu verlassen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP konnten sich Journalisten nicht mehr als drei Kilometer nähern. Einige von ihnen seien vorübergehend festgenommen worden.

Flüchtling zweiter Klasse

Die Lage an der Grenze war spätestens seit

gut zwei Wochen

angespannt, als eine neue Regelung in Kraft trat, nach der Mazedonien nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Irak einreisen lässt. Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den nun abtransportierten Menschen hauptsächlich um Pakistaner und Marokkaner.

Die Abgewiesenen versuchten Protestaktionen zu organisieren. So bauten sie Zelte auf Bahngleisen auf und blockierten so seit den Zugverkehr zwischen den beiden Ländern. Die Zelte räumte die Polizei ebenfalls. Einige der Flüchtlinge nähten sich die Münder zu. Vorige Woche starb ein Marokkaner, weil er der Polizei zufolge bei dem Versuch, auf einen Eisenbahnwaggon zu klettern, eine Hochspannungsleitung berührte.

Vor ungefähr zwei Wochen begann Mazedonien mit dem Bau eines Grenzzauns zu Griechenland. Mit Serbien und Kroatien liegt es auf der sogenannten Balkanroute, über die hunderttausende Menschen in die EU fliehen.

ust/sc (afp, dpa, rtr)

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