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Kultur

Griechenland bekommt Feuersbrunst nicht unter Kontrolle

Die Brandkatastrophe in Griechenland hat sich dramatisch ausgeweitet. Über das ganze Land wurde der Notstand verhängt. Entgegen früherer Befürchtungen scheint das antike Olympia verschont geblieben zu sein.

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Satellitenbilder verdeutlichen das Ausmaß der Katastrophe

Bei den schlimmsten Waldbränden in Griechenland seit Menschengedenken haben bislang mindestens 59 Menschen ihr Leben verloren. Mehr als 100 wurden verletzt, 3000 Menschen sollen allein im Westen der Halbinsel Peloponnes obdachlos geworden sein. Experten befürchten, dass die Zahl der Toten und Verletzten weiter ansteigen könnte, weil tausende Menschen in abgelegenen Dörfern seit Tagen abgeschnitten sind.

Antike Stätten blieben verschont

Die durch starke Winde angefachte Feuerfront breitete sich bis in das Feriengebiet Mani im Süden des Peloponnes auf einer Länge von 160 Kilometern aus. Zahlreiche Dörfer waren weiterhin von den Flammen eingeschlossen. Allein in der Umgebung des im Westen gelegenen Städtchens Zacharo starben 39 Menschen. Auch auf der Insel Euböa nordöstlich von Athen flohen Anwohner und Urlauber vor den Flammen.

Griechenland, Waldbrände bedrohen antike Stätten in Olympia

Straßensperren vor Olympia

Im Abwehrkampf gegen die den dritten Tag in Folge konzentrierte sich die Feuerwehr auf den Schutz von Siedlungen und historischer Stätten. Waldbrände tobten über den Peloponnes hinaus im Norden und in der bislang verschont gebliebenen Region Fthiotida in Mittelgriechenland. Am Sonntag erreichte die Feuerwalze auch das antike Olympia. Zwar rollte die Feuerwalze nach Medienberichten an den Anlagen des heiligen Hains, des antiken Stadions und des Museums vorbei. Allerdings wurde die Umgebung von Olympia völlig zerstört.

Hilfe aus dem Ausland

Waldbrände in Griechenland

Ganz Griechenland scheint in Flammen zu stehen

Halb Griechenland stand nach Angaben von Feuerwehrsprecher Nikos Diamandis in Flammen. Die Feuerwehr sprach von 42 großen Feuerfronten. Die Hoffnung auf ein dauerhaftes Nachlassen des Windes erfüllte sich nicht. Nach einem Nachlassen am Vormittag wurden die Böen im Laufe des Tages wieder stärker. Auf drei Kilometer rückten die Flammen derweil an einen 2500 Jahre alten Apollon-Tempel in Andritsaina im Südwesten des Peloponnes heran, wie Bürgermeister Tryphon Athanassopoulos dem Fernsehsender NET berichtete.

Daten und Fakten zu Griechenland

Mindestens zwölf Länder sagten den Griechen Hilfe zu, Deutschland wollte drei Hubschrauber schicken. Außenministerin Dora Bakoyannis teilte mit, insgesamt kämen aus dem Ausland 31 Löschflugzeuge. Auch die USA und Russland boten Unterstützung an. Sechs Flugzeuge aus Frankreich und Italien, das ebenfalls mit Waldbränden zu kämpfen hat, halfen schon am Sonntag der griechischen Feuerwehr, die zudem von 1000 Soldaten mit Militärhubschraubern unterstützt wurde. Im ganzen Land wurde in den Kirchen für einen Ende der Katastrophe gebetet.

Trauer und Wut

Waldbrände in Griechenland, Menschen am Strand

Auch an der Küste des Peloponnes kann sich keiner mehr sicher sein

Die Regierung hatte bereits am Samstag den Notstand und eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Alle Fahnen wurden bis Montag auf Halbmast gesetzt. Ministerpräsident Karamanlis sagte, er fühle Trauer und Wut. "Wenn so viele Feuer gleichzeitig in so vielen Teilen des Landes ausbrechen, kann das kein Zufall sein", sagte er in einer Fernsehansprache. Man werde alles tun, um die Verantwortlichen zu finden und zu bestrafen. Die Polizei verhört insgesamt sieben Personen, die der Brandstiftung verdächtigt werden. Außerdem wurden vier Menschen in Gewahrsam genommen, die fahrlässig Feuer verursacht haben sollen.

Nach drei Tagen im Dauereinsatz brachte die Wettervorhersage den erschöpften Feuerwehrleuten wenig Hoffnung. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, werden die Temperaturen in Griechenland auch in den nächsten Tagen kaum unter 30 Grad sinken. Eine wochenlange Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad hatte das Land austrocknen lassen, seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Nach inoffiziellen Schätzungen verbrannten allein in den vergangenen drei Tagen 70.000 Hektar Land. (wga)

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