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Kultur

Gret Palucca – Ein Leben für den Tanz

Sie ließ sich von ihrem inneren Rhythmus bestimmen und kreierte somit eine neue Art des Tanzes: Gret Palucca war die Pionierin und Meisterin des Ausdruckstanzes. Am 8. Januar wäre sie hundert Jahre alt geworden.

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Gret Palucca war die Pionierin des Ausdruckstanzes

1902 als Margarete Paluka in München geboren, verbringt die älteste Tochter eines Apothekers einige Jahre ihrer Kindheit in Amerika. Mit ihrer Mutter geht sie 1910 nach Deutschland zurück. Die Reise führt sie nach Dresden, wo ihr die Mutter den Ballettunterricht gestattet. Der Ballettmeister Heinrich Kröller gibt der 12-Jährigen Unterricht, nicht ohne Müh und Not. Dort merkt die junge Tänzerin, dass ihr der klassische Tanz und dessen Form nicht behagt - zum Leidwesen ihres Lehrers. Inspiriert von einem Auftritt der damals bekannten Tänzerin Mary Wigman in Dresden findet sie einen Weg, anders, als es die klassische Schule vorschreibt, zu tanzen. 1920 schafft sie es, eine der ersten Schülerinnen der Wigman zu werden. Bis 1924 tanzt Palucca in Wigmans Gruppe. Dann heiratet sie Fritz Bienert, von dem sie sich 1930 wieder scheiden lässt. Durch ihn lernt sie viele Künstler des Bauhauses Weimar und Dessau kennen. 1925 gründete sie eine eigene Tanzschule in Dresden, die bis heute die einzige eigenständige Tanzhochschule Deutschlands ist.

"Ich will nicht hübsch und niedlich tanzen!"

Die Palucca will nicht mit klassischen, bekannten Bewegungen gefallen, sondern neue Wege ertanzen. Ballett, seit ihrer Kindheit ein Greuel, ist ihr zu konventionell, die Bewegungen klar gesteuert und wie an Fäden gezogen. Gret Palucca will dem Tanz mehr Spontanität und Emotionalität verleihen, Stimmungen statt klare Abläufe zeigen. Und das Publikum daran teilhaben lassen. Wie ihre Lehrerin Wigmann geht sie nicht den Weg vorgezeichneter Choreographien. Paluccas Auffassung war es auch, den Tanz nicht von der Musik, Bühneneffekten oder glamourösen Kostümen bestimmen lassen. Ihren Tanz beschrieb sie im Jahr 1948 einmal so:

"Ich beginne. Ich stehe im Saal und höre eine Musik, mehrere Musiken. Ich habe nicht die Absicht, dieses oder jenes zu tun. Ich bewege mich wie von selbst. Dann gibt es einen Punkt, wo der Körper auf einen Rhythmus, ein Stück Melodie reagiert, im Gleichklang oder im Gegensinn. Eine Musik erweist sich als verwendbar, nicht im Sinne der Ausdeutung, sondern in dem der musikalischen Begleitung eines Eigenen."

Ihre neue Tanzart begeistert auch andere bildende Künstler wie Klee oder Feininger. Die Tänze der Palucca wurden für sie zur Anregung, für Kandinsky steht sie sogar Modell.

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