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Aktuell Asien

Grenzstreit überschattet Staatsbesuch in Indien

Mit Ehrungen wird Chinas Staatschef Xi Jinping auch am zweiten Tag seines Besuchs in Indien empfangen. Doch während der Reise kam es zu Spannungen an der Grenze der beiden asiatischen Riesen.

Wie es in Medienberichten heißt, hatten sich an der Grenze zwischen Indien und China rund 1000 Soldaten beider Seiten unmittelbar gegenübergestanden. Die chinesischen Soldaten seien in Ladakh etwa fünf Kilometer weit auf indisches Territorium vorgedrungen. Örtliche Medien sprachen von dem schwerwiegendsten Vorfall seit Jahren. Inzwischen zogen beide Staaten ihre Soldaten aber wieder zurück. In einer Stellungnahme des chinesischen Außenministeriums heißt es, durch effektive Gespräche sei die Situation unter Kontrolle gebracht worden.

Indiens Regierungschef Narendra Modi betonte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Chinas Staatschef Xi Jinping, Grenzstreitigkeiten müssten geklärt werden. Wenn dies erreicht werde, könnten Indien und China das wahre Potential ihrer Beziehungen realisieren.

Grenzstreitigkeiten sind ein Dauerthema

Die beiden asiatischen Giganten streiten sich schon seit Jahrzehnten über den Grenzverlauf sowohl in Kaschmir als auch in Arunachal Pradesh. 1962 führten sie einen Grenzkrieg im Himalaya, den Indien verlor. Beide Seiten sprechen davon, dass die Übertritte daher rühren, weil sie sich in einigen Gebieten nicht auf eine gemeinsame Kontrolllinie einigen können.

Vertreter des indischen Innenministeriums erklärten, allein in diesem Jahr sei die Grenze mehr als 330 Mal verletzt worden. Wie es heißt, verschärfte sich die Lage in den vergangenen Tagen aber verglichen mit früheren Übertritten deshalb, weil beide Seiten immer weitere Truppen in die Grenzregion gebracht hatten.

Indien China Grenzsoldaten Archiv 2008

Chinesische und indische Soldaten stehen sich im Himalaya schon seit Jahren feindlich gegenüber

Signale der Annäherung

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping, der auch Oberbefehlshaber des Heeres ist, traf unterdessen Präsident Pranab Mukherjee. In der indischen Hauptstadt schritt er eine Ehrengarde ab. Er wolle die strategische und ökonomische Partnerschaft der beiden Milliardenvölker voranbringen, betonte der chinesische Staatsgast. "Wir bewundern und respektieren die Zivilisation des jeweils anderen. Es ist wichtig, dass wir unseren gegenseitigen Respekt und die Freundschaft vertiefen." Er ergänzte, die beiden Milliardenvölker könnten zusammen das 21. Jahrhundert bestimmen. "Wenn China und Indien mit einer Stimme sprechen, wird die Welt zuhören."

China und Indien teilen sich eine 4000 Kilometer lange Grenze und machen gemeinsam etwa ein Drittel der Weltbevölkerung aus. Künftig will China die Wirtschaftsbeziehungen zum Nachbarn intensivieren. Chinas Generalkonsul in Mumbai, Liu Youfa, sprach in der "Times of India" von einer Gesamtsumme von umgerechnet rund 100 Milliarden Dollar, die die Pekinger Regierung in Indiens Wirtschaft investieren wolle.

haz/qu (afp, ap, dpa)

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