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Fokus Osteuropa

Grenzgespräche zwischen Mazedonien und dem Kosovo

Die Ministerpräsidenten beider Länder haben sich in Skopje zu Gesprächen über den Grenzverlauf getroffen. Eine Einigung soll es geben, bevor im Herbst die Verhandlungen über den zukünftigen Status des Kosovo beginnen.

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Patrouille an der kosovarisch-mazedonischen Grenze

„Als kleine Länder und kleine Nationen können wir zu interessanten Märkten werden. Ich hoffe, Mazedonien wird einen EU-Beitrittsstatus bekommen. Ich möchte hier ganz klar die Meinung der kosovarischen Regierung zum Ausdruck bringen: wir werden die territoriale Integrität und Souveränität Mazedoniens respektieren“, sagte der Ministerpräsident des Kosovo, Bajram Kosumi, nach seiner Ankunft in Skopje.

Kosovo als Freund Mazedoniens

Er hob hervor, dass die ungelösten Probleme bezüglich des Grenzverlaufes zwischen Mazedonien und Kosovo die guten nachbarschaftlichen Beziehungen beider Länder nicht belasten werden. Das Kosovo und die Albaner seien Freunde Mazedoniens, sagte Kosumi. Nur Pristina und Skopje, betonte er, seien in der Lage, die bestehenden Unklarheiten in Bezug auf die gemeinsame Grenze zu lösen.

Ungleiche Partner

Der mazedonische Regierungschef Vlado Buckovski nannte die Demarkation eine „technische Frage“. „In diesem Moment und aufgrund des nicht vorhandenen völkerrechtlichen Status Kosovos müssen wir offen sagen, Pristina kann nicht unser Partner bei der Klärung des Grenzverlaufs sein. Wenn es einen gemeinsamen Konsens gäbe, könnten wir alle Details über die gemeinsame Grenze in Rekordzeit lösen“, teilte Buckovski mit. Er begrüßte Kosumis Äußerungen, wonach der Kosovo keine Absichten habe, die mazedonische Integrität und Souveränität zu gefährden.

Spekulationen unerwünscht

Die beiden Ministerpräsidenten ließen nach dem Treffen keine Fragen von Journalisten zu. Buckovski gilt in Mazedonien als Politiker, der sich bisher am häufigsten mit Vertretern der kosovarischen Regierung traf. Der mazedonische Präsident Branko Crvenkovski vermied auch diesmal ein Treffen mit Bajram Kosumi. Damit wollte er mögliche Spekulationen in der Öffentlichkeit verhindern, diese Treffen als informelle Anerkennung des Kosovo zu bewerten. In diplomatischen Kreisen in Skopje gilt Crvenkovski nämlich als Anhänger der Möglichkeit, dass Belgrad an dem Prozess der Demarkation der kosovarisch-mazedonischen Grenze teilnimmt.

Aleksandar Comovski, Skopje

DW-RADIO/Mazedonisch, 13.6.2005, Fokus Ost-Südost