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Musik

Grenzgänger des Jazz: Klaus Doldinger zum 80.

Sein Name steht für Jazz vom Feinsten: Mit seiner Band "Passport" hat Klaus Doldinger die Szene geprägt. Bekannt wurde der Saxofonist aber auch als Filmkomponist. Am 12.05.2016 feiert der Musiker seinen 80. Geburtstag.

Mal leicht, mal getragen, dann wieder stakkatohaft und hart klingt Klaus Doldingers Musik. Wenn er in sein Saxophon bläst, dann funkt, rockt und swingt es. Oder die Töne beginnen zu schweben. Dann wippen die Füsse, Köpfe kreisen versonnen. Doldingers Musik ist ein Klangerlebnis, jedes Mal aufs Neue. Am besten ist sie live zu erleben. "Ich hatte das Glück, Melodien zu erfinden, die bei den Menschen hängen bleiben", sagt der in Berlin geborene und heute in Icking bei München lebende Komponist, Saxofonist und Bandleader von "Passport". "Für mich war es entscheidend, dass man meine Stücke auch mal nachpfeifen und nachsingen kann."

Das ist ihm bestens gelungen. Jeden Sonntag um 20.15 Uhr erklingt Doldingers Krimi-Hymne in den Wohnzimmern vieler Deutschen. Wie das Augenpaar im Fadenkreuz des Trailers gehört seine Titelmelodie zum "Tatort"-Krimi. Es ist die bekannteste der vielen Film-Kompositionen, die der Jazz-Musiker als souveräner Gratwanderer zwischen den musikalischen Genres geschrieben hat.

Ohrwurm Tatort-Melodie

Der Sänger Udo Lindenberg neben Klaus Doldinger, Foto: picture-alliance/dpa/O. Stratmann

Revival eines Duos: Lindenberg und Doldinger

Neben dem "Tatort"-Ohrwurm drückte er auch noch weiteren Filmen seinen musikalischen Stempel auf: "Das Boot", "Die Unendliche Geschichte" und "Salz auf meiner Haut" oder Fernsehserien wie "Liebling Kreuzberg", "Wolffs Revier" oder "Alles außer Mord". Doldingers Klänge hallen lange nach. So wurden viele Zuschauer zu Doldinger-Fans, ohne es zu wissen.

Als Musiker wurde er aber mit seiner 1971 gegründeten Band "Passport" berühmt . Erster Schlagzeuger war Udo Lindenberg. Für ihn ist Doldinger noch heute der "Jazz-Gott". Berührungsängste zwischen Kunst und Kommerz hatte Doldinger nie. "Es war ein Thema, aber man kann nicht einfach nur ein Register ziehen", erklärt er bescheiden. "Für mich war es immer wichtig, mit dem einen oder anderen Erfolg zu haben. Und ich hatte das Glück, damit existieren zu können."

Bühnenmusiker mit Leidenschaft

So arbeitete er schon zu Beginn seiner Karriere - unter dem Pseudonym Paul Nero - an Schallplatten, die sich "an internationalen Hitparaden" orientierten, wie er sich erinnert. Rechtzeitig zum 80. Geburtstag ist nun das 35. "Passport"-Album für die Band erschienen. Der knappe Titel: "Doldinger". Es versammelt die Lieblingsstücke unter seinen annähernd 350 Kompositionen. Insgesamt schrieb Doldinger rund 2000 Stücke. Neu eingespielt hat er "Doldinger" mit Gaststars wie Dominic Miller, dem Gitarristen von Sting, Nils Landgren, Max Mutzke, Sasha, Helge Schneider - und Udo Lindenberg.

Begonnen hat er bei der Düsseldorfer Dixieland-Band "The Feetwarmers" als Klarinettist. 1960 grünete er die erste eigene Band ("Oskar's Trio"). Während seiner fast 65-jährigen Karriere hat Doldinger zwischen Avantgarde und Mainstream viel ausprobiert. Jazz, Rock, Blues und Soul sind genauso Quellen der Doldinger-Musik wie experimentelle elektronische Klänge und lateinamerikanische Rhythmen.

Von Avantgarde bis Mainstream reicht Doldingers Spektrum

Alben wie "Handmade", "Cross-Collateral", "Running In Real Time" oder "Passport to Paradise" gehören heute zu den Klassikern des Jazz. Der gelernte Tontechniker Doldinger werkelt nicht nur gern im Studio. Er ist vor allem ein leidenschaftlicher Bühnenmensch. Inzwischen hat er es auf mehr als 5000 Konzerte gebracht. Als er 1960 durch die USA tourte, ernannte man ihn zum Ehrenbürger von New Orleans. Danach reiste er als "Botschafter des deutschen Jazz" für das Goethe-Institut durch rund 40 Länder. "Alles hat sich peu à peu ergeben", resümiert Klaus Doldinger sein Leben: "Ich hatte Glück, en gros."

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