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Fußball

Grenzenloser Jubel in Grün-Weiß

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der VfL Wolfsburg ist zum ersten Mal in seiner Geschichte Deutscher Fußball-Meister geworden. Mit einem 5:1 über Bremen ließen die Wölfe am letzten Spieltag nichts mehr anbrennen.

Jubel mit Meisterschale

Meisterschaft unter Dach und Fach - Jubel in Wolfsburg

Als das letzte Saisonspiel gegen Werder Bremen zu Ende war, stand schon lange fest, das es für den VfL Wolfsburg gereicht hatte und er den Vorsprung vor den Verfolgern aus München und Stuttgart ins Ziel gebracht hatte. Was folgte war grenzenloser Jubel. "Das Gefühl ist riesig", sagte Torwart Diego Benaglio. "Das ist wahrscheinlich das Schönste, was ich im Fußball bis jetzt erlebt habe." Auch Mittelfeldregisseur Zvjezdan Misimovic wusste, was die Mannschaft erreicht hatte: "Wir haben nach vorne überragend gespielt und in der Rückrunde vor allem hinten wenig zugelassen. Deshalb sind wir verdient Deutscher Meister geworden."

Jubel Grafite und Dzeko

Dzeko (oben) und Grafite schafften einen Torrekord

20 Torvorlagen steuerte der kleine Bosnier zum Erfolg bei. Seine häufigsten Abnehmer waren Torschützenkönig Grafite, der 28 Mal traf, und zwei Tore dahinter Misimovics bosnischer Landsmann Edin Dzeko. So viele Tore hatte vorher noch nie ein Sturmduo in einer Saison geschafft. Der bisherige Rekord von Gerd Müller und Uli Hoeneß aus den 70er Jahren (53 Tore) wurde gebrochen. Vor allem aber ist es ein Mann, der entscheidend zum Wolfsburger Erfolg beigetragen hat: Felix Magath, der Wolfsburger Trainer, Manager und Geschäftsführer in Personalunion. "Das ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist", jubelte er. "Ich hätte es vor der Saison nicht gedacht, dass wir eine Chance hätten, tatsächlich Deutscher Meister zu werden."

Bescheidene Verhältnisse

Felix Magath gibt Anweisungen

Felix Magath baute eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen

Als Magath vor zwei Jahren in Wolfsburg anfing und sich anschickte, den VfL in die Bundesligaspitze zu führen, war die Ausgangslage mehr als bescheiden. Zwei Mal hatte sich die Mannschaft erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten können, der Kader war mit mehr als 30 Spielern überbläht. Magath sortierte aus, kaufte dazu und brachte – nachdem er in seiner ersten Saison sogar die UEFA-Cup-Teilnahme geschafft hatte – im zweiten Jahr eine Startelf auf den Rasen, bei der er alle Spieler selbst verpflichtet hatte.

Dennoch lief es zunächst nur auf dem eigenen Platz nach Plan. Nach Auswärtsspielen in der Hinrunde hörte sich Felix Magath meist nicht sehr zufrieden an. "Warum wir nicht von Beginn an druckvoll und konsequent spielen ist mir ein Rätsel", sagte er nach einem enttäuschenden Spiel in Bochum am zweiten Spieltag. "Wenn man, wie in der ersten Halbzeit den Zweikämpfen aus dem Weg geht, dann kann man auch nur schwer ein Spiel gewinnen." Erst am 20. Spieltag gelang den Wölfen der erste Auswärtssieg. Nach der Hinrunde belegten sie mit neun Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze nur Platz neun. Von Meisterschaft keine Rede. Zumindest vorläufig.

Beeindruckende Aufholjagd

Jubel Fans und Spieler auf dem Rasen

Fans und Spieler jubelten gemeinsam

In der Rückrunde zeigte der VfL Wolfsburg dann ein anderes Gesicht. Von Anfang Februar bis Mitte April gelang der Mannschaft eine beeindruckende Erfolgsserie von zehn Siegen in Folge und sie übernahm am 26. Spieltag mit einem 5:1-Kantersieg gegen Bayern München die Tabellenführung. Eine Genugtuung für Ex-Bayern Coach Magath: "Natürlich ist es heute ein ungewöhnlicher Tag für uns", sagte er zufriedend an seinem Tee nippend bei der Pressekonferenz. "5:1 ist ein Ergebnis, das nur sehr selten vorkommt. Insofern können wir uns freuen und können stolz sein auf die Leistung unserer Mannschaft."

Eine Vorentscheidung schien gefallen, dennoch machten es seine Spieler noch einmal spannend. Beim Abstiegskandidaten in Cottbus verloren die Wölfe und ließen die Konkurrenz aus München in der Tabelle wieder aufschließen. Zudem brachten Anfang Mai Gerüchte um einen Wechsel von Felix Magath zum FC Schalke 04 Unruhe in den bis dato ruhig arbeitenden Verein.

Vier Tage nachdem Magath seinen Abschied aus Wolfsburg zum Saisonende bestätigt hatte, ging seine Mannschaft mit 1:4 in Stuttgart unter. Bayern war wieder punktgleich, die Meisterschaft in Gefahr. Doch der Coup gelang: mit 3:0, 5:0 und 5:1 ging der VfL Wolfsburg in den letzten drei Saisonspielen als überzeugender Sieger vom Platz und darf sich nun zu Recht Deutscher Fußballmeister 2009 nennen.

Autor: Andreas Ziemons

Redaktion: Joachim Falkenhagen

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