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Wirtschaft

Grenzüberschreitende Überweisungen im Euro-Gebiet bleiben teuer

Der Bankenverband lehnt das Festsetzen von einheitlichen Preisen durch die EU-Kommission ab.

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20 Euro - so viel und mehr kann eine Überweisung innerhalb Euroland kosten.

Die Euro-Einführung zu Beginn des kommenden Jahres wird an den hohen Kosten für grenzüberschreitende Überweisungen nichts ändern. Als völlig unrealistisch hat der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Manfred Weber, am Donnerstag (16.08.2001) in Berlin Forderungen der EU-Kommissionen zurückgewiesen, in der Währungsunion sollten die Banken Auslandsüberweisungen zu Inlandskonditionen abwickeln. Weber warf der EU-Kommission "populistische Stimmungsmache" vor.

Die deutschen Banken und Sparkassen wickeln sieben Milliarden Überweisungen pro Jahr im Inland ab; dem stehen 16 Millionen Überweisungen in die übrigen EU-Mitgliedsländer gegenüber. Diese Auslandsüberweisungen machen lediglich 0,25 Prozent des gesamten Zahlungsverkehrs aus. Allerdings verursachen sie viel Ärger bei den Bankkunden, denn solche Überweisungen sind mit erheblichen Kosten verbunden. Gebühren von deutlich mehr als zwanzig Mark pro Überweisung sind die Regel. Die EU-Kommission will das ändern und die Banken per Verordnung verpflichten, Auslandsüberweisungen in der Euro-Zone zum Preis von Inlandsüberweisungen zu erledigen.

Der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Manfred Weber, protestiert: "Ein solches Preisdiktat durch die EU-Kommission wäre ein bislang einzigartiger Eingriff in den marktwirtschaftlichen Preisbildungsprozeß. Die europäische Kreditwirtschaft lehnt diese Verordnung daher strikt ab. Gleiches ist auch von der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank zu hören. Denn die Verordnung würde die Banken zwingen, Dienstleistungen zu einem Preis anzubieten, der weit unter den Einstandskosten liegt. Anders ausgedrückt: Ein einheitlicher Zahlungsverkehrsraum erfordert keineswegs einheitliche Preise, sondern lediglich einen einheitlichen Rahmen für das freie Spiel von Angebot und Nachfrage - und damit die freie Bildung von Marktpreisen im Wettbewerb. Für Wettbewerb zu sorgen, das ist die Aufgabe der EU-Kommission, aber nicht das Festsetzen von Preisen."

Die hohen Preise haben nach Webers Darstellung ihren Grund in dem hohen Aufwand, mit dem der Auslandszahlungsverkehr verbunden ist. Daran ändere sich durch den Euro nichts, erklärte der Verbandsmanager. Denn im Gegensatz zum Massengeschäft bei den Inlandsüberweisungen, müßten Auslandsüberweisungen auch in der Euro-Zone manuell bearbeitet werden, was an den von Land zu Land unterschiedlichen Bankleitzahlen und Überweisungsformularen liege. Außerdem gebe es keine zentrale Verrechnungsstelle wie die Deutsche Bundesbank für Überweisungen im Inland. Schließlich lohne sich wegen der geringen Stückzahl an Auslandsüberweisungen eine Automatisierung nicht. Deshalb bleibe es bei den vergleichsweise hohen Kosten. Allerdings seien diese Kosten rückläufig. Vor zwei Jahren kostete eine Überweisung von Deutschland in ein anderes Euro-Land noch rund 50 Mark. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, erklärte Weber.

Nach Darstellung des Bankenverbandes ist die Einführung des Euro-Bargeldes in viereinhalb Monaten auf gutem Weg: "Für die Verbraucher, für die Bankkunden ist wichtig: Die Umstellung aller Kundenkonten und -verträge erfolgt automatisch und unentgeltlich. Was den Umtausch der D-Mark-Scheine und Münzen betrifft, so wird auch das in aller Regel nichts kosten. Auch für die Münzrückflußaktionen von Bundesbank und Kreditwirtschaft gilt: Es fallen keine Entgelte an. Wenn die Verbraucher vorhandene D-Mark-Bestände schon jetzt auf ihre Konten einzahlen, können sie zudem Zinsen erwirtschaften."

Die Banken, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, hätten ihre Hausaufgaben gemacht. Handlungsbedarf sehen die Banken allerdings noch bei Teilen ihrer Firmenkundschaft. Erneut appellierte Weber vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, den Zeitplan für die Umstellung auf den Euro zu prüfen. Es sei höchste Zeit, mit der Umstellung der elektronischen Datenverarbeitung, des Rechnungswesens sowie der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung zu beginnen. Weber bot den Unternehmen dafür Beratung und Informationsmaterial an.

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