1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fokus Osteuropa

Grenzübergreifendes Projekt auf der Donau: Schutzkommission untersucht Wasserqualität

Drei Forschungsschiffe aus Regensburg haben mit einer Messfahrt auf der Donau begonnen. Sie werden den zweitlängsten Fluss Europas auf seine Wasserqualität überprüfen. Die Fahrt unterstützen alle Donauländer.

default

Wasserqualität der Donau gefährdet

Die Donau entspringt im Südwesten Deutschlands und schlängelt sich auf 2845 Kilometern bis ins Schwarze Meer. Dabei streift der Fluss zehn Länder auf seinem Weg durch Europa - und genau da liegt das Problem. Durch die unterschiedlichen ökologischen Gesetze der einzelnen Anrainer-Staaten ist die Wasserqualität des Stroms gefährdet. Häufig seien es Altlasten aus Fabriken oder direkte Schadstoffentsorgung, die dem Fluss zu schaffen machen, erklärt Phillip Weller von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau: "Die alte Industrie in Osteuropa, aber auch die Landwirtschaft im gesamten

Donauraum, manche Länder haben keine Kläranlagen - diese Problematik ist immer noch da, aber wir verbessern die Situation ständig. Die Länder investieren in die Wasserqualität, und die hat sich in den letzten zehn Jahren sehr stark verbessert."

"Ein einzigartiges Projekt"

Das ist auch das erklärte Ziel der Schutz-Kommission. Seit ihrer Gründung 1998 wirbt sie unermüdlich von Deutschland bis in die Ukraine für den Schutz der Donau. Laut Phillip Weller ein einzigartiges Projekt, das die zehn Donauländer zu einer engen Zusammenarbeit geführt hat: "Das besondere ist, dass die Donau der internationalste Fluss der Welt ist. Wir haben durch unsere Kommission eine Plattform, auf der die Länder untereinander diskutieren. Und es ist eine erfolgreiche Geschichte, dass so viele Länder auf diese Weise miteinander kooperieren." Eine Hauptaufgabe der Kommission ist es, die Wasserqualität ständig zu überprüfen. Um das zu bewältigen, wurde 2001 erstmals eine gemeinsame Donau-Messfahrt initiiert.

Moderne Technologien

Am 14. August legten nun wieder drei Mess-Schiffe mit 18 Wissenschaftlern an Bord in Regensburg ab, um an insgesamt 95 Stellen Proben aus der Donau und ihren Nebenflüssen zu nehmen. "Die Argus ist ein Messschiff, das mit neuer Technologie ausgerüstet ist. Dann gibt es ein Begleitschiff, auf dem verschiedene Untersuchungen gemacht werden, die Sesczeny. Und dann noch ein drittes kleineres Schiff, das die Fische auf der gesamten Strecke untersuchen wird." Das Wasser wird aus der Mitte und von den Ufern der Donau entnommen und direkt auf den Schiffen analysiert. Außerdem werden Sedimentsproben und die Tier- und Pflanzenwelt untersucht", erklärt Phillip Weller. "Wir haben einen großen Kran, der untertaucht und eine Probe vom Sediment, also Stein und was da sonst noch so ist, aufnimmt. Das wird auf lebende Organismen und chemische Unreinheiten untersucht. Zusätzlich werden gezielt Muscheln, Pflanzen und Fische untersucht."

Doch die Schiffe sind nicht nur auf dem Wasser. An insgesamt acht Stationen machen die Forscherteams halt und präsentieren ihre Zwischenergebnisse, bevor sie am 27. September im rumänischen Tulcea, dem Tor zum Donaudelta, einlaufen. "In jeder Stadt gibt’s eine andere Veranstaltung. In manchen gibt es eine Pressekonferenz und man kann die Schiffe besichtigen, in anderen ist es ein großes Volksfest, wo die Leute aus der Region eingeladen sind, die Schiffe zu sehen", sagt Weller.

Nominierung für Gewässer-Schutz Preis

Die Arbeit der Donau-Schutz-Kommission kommt nicht nur dem Fluss zugute, sondern sie rückt auch die Donaustaaten ins internationale Rampenlicht. So wurde die Organisation in diesem Jahr für den "Thiess River Prize" nominiert - einen internationalen Preis für Gewässerschutz und Erhaltungsprojekte, der mit stolzen 189.000 Euro dotiert ist. Unter den Finalisten zu sein, macht Phillip Weller stolz: "Die Nominierung für diesen Preis ist eine Anerkennung für die gute Arbeit, die im Donauraum geleistet wurde. Wenn wir diesen Preis bekommen, werden wir das zusätzliche Geld nutzen, um anderen Flusskommissionen zu helfen." Ob sich das Donau-Projekt gegen seine Konkurrenten aus Kanada, China und Neuseeland durchsetzten kann, zeigt sich am 4. September: Dann wird im australischen Brisbane der River Prize verliehen.

Nadja Drlic
DW-RADIO/Kroatisch, 14.8.2007, Fokus Ost-Südost

Die Redaktion empfiehlt