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Sport

Greipel siegt in Cavendishs Abwesenheit

Der erste deutsche Etappensieg 2012: André Greipel gewinnt das vierte Teilstück der Großen Schleife durch Frankreich. Dennoch war es nicht die ganz große Genugtuung für Greipel – denn es fehlte sein Hauptgegner.

Auf der Ziellinie ballte er die Faust und streckte sie mit einem Schrei in den sonnigen Nachmittagshimmel von Rouen: André Greipel hat wie schon im Vorjahr "seinen" Etappensieg“ geholt und damit erneut auf die Kritik geantwortet, er könne nur kleine Rennen gewinnen. Die vierte Etappe von Abbeville nach Rouen führte das Feld über 214,5 weitgehend flache Kilometer durch die nordfranzösische Normandie und endete mit einem Massensprint. Doch anders als an den Vortagen hießen die Protagonisten nicht Sagan und auch nicht Cavendish. Lotto-Pilot André Greipel entschied die flache Ankunft nach perfekter Vorarbeit seiner Teamkollegen vor Alessandro Petacchi (Lampre) und Tom Veelers (Argos) für sich.

Chaotisches Finale

"Ich bin so glücklich heute", freute sich der kräftige Spinter, der seine Mannschaft lobte. "Es war sehr chaotisch heute, aber mein Team hat mich aus dem Gröbsten herausgehalten." Das von Greipel angesprochene "Gröbste" war ein Massensturz gut zwei Kilometer vor dem Ziel. Rund zwei Dutzend Fahrer kamen nach einer Kollision zu Fall, unter anderen auch der britische Superstar Mark Cavendish (Sky), der so nicht mehr in den Sprint eingreifen konnte."Wir waren sehr schnell, es gab eine Berührung und plötzlich habe ich die Kontrolle über mein Vorderrad verloren", beschrieb der Österreicher Bernhard Eisel aus der Sky-Mannschaft die Situation. Cavendish, den seit langem eine innige Rivalität mit seinem Ex-Teamkollegen Greipel verbindet, rollte später mit einigen Schrammen, aber offensichtlich unverletzt über die Ziellinie.

Ivan Basso, Frank Schleck und Fabian Cancellara (v.l.n.r.) fahren nebeneinander (Foto:Christophe Ena/AP/dapd)

Gelb unter Beschuss: Wie schon am Vortag musste sich Cancellara (r.) gegen eine Attacke von Chavanel wehren

Die Etappe war wie so oft geprägt von einer frühen Ausreißergruppe. Initiiert hatte die der Japaner Yukiya Arashiro aus dem Europcar-Team, der sich sofort nach dem scharfen Start mit einem Antritt aus dem Peloton katapultiert hatte. Die Franzosen David Moncoutié aus der Cofidis-Équipe und Anthony Delaplace vom Saur-Rennstall folgten dem kleinen Japaner und bildeten mit ihm die Fluchtgruppe des Tages. Mehr als acht Minuten Vorsprung fuhr das Trio auf das große Hauptfeld heraus. Doch zuverlässig wie in den Tagen zuvor reduzierte die RadioShack-Mannschaft um Fabian Cancellara im Gelben Trikot diesmal gemeinsam mit den Sprinterteams den Abstand.

Chavanel hat es auf Gelb abgesehen

Kurz bevor es an der letzten Steigung des Tages zum Zusammenschluss kam, attackierte eine kleine Gruppe um den Klassikerspezialisten Sylvain Chavanel aus dem Feld heraus. Der in der Gesamtwertung nur sieben Sekunden hinter Spitzenreiter Cancellara liegende Franzose probierte es wie am Vortag mit einem beherzten Antritt, wurde aber wieder eingeholt. In der Gesamtwertung änderte sich nichts, auch weil der Massensturz, der auch Gelb-Träger Cancellara aufhielt, innerhalb der letzten drei Kilometer passierte. Nach den Tour-Regeln werden Abstände durch Stürze in dieser Phase des Rennens nicht berücksichtigt.

Wieder am Ende des Feldes zu sehen waren die beiden deutschen Hoffnungsträger Tony Martin und Marcel Kittel. Martin fährt weiter mit einer speziellen Manschette, die sein gebrochenes Kahnbein in der Hand stützt. Er will zumindest bis zum Zeitfahren am kommenden Montag im Rennen bleiben. Kittel, dem viele Experten auf den flachen Teilstücken der ersten Woche viel zugetraut hatten, kämpft weiter mit einer Magen-Darm-Erkrankung. Im Ziel der dritten Etappe hatte sich der sichtlich gezeichnete Sprinter übergeben müssen und wirkte auch auf dem vierten Teilstück alles andere als fit.

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