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Wirtschaft

Greenspan wird Deutsche-Bank-Berater

Der langjährige US-Notenbankchef Greenspan wird die Deutsche Bank im Investmentbereich beraten. Der 81-Jährige, der 18 Jahre an der Spitze der US-Notenbank stand, gilt als einer der weltbesten Finanzmarktexperten.

Der langjährige US-Notenbankchef Alan Greenspan (Archiv, Foto: AP)

Neuer Berater der Deutschen Bank: Greenspan

Die Deutsche Bank teilte am Montag (13.8.07) in Frankfurt am Main mit, Greenspan werde als "Senior Advisor" mit Mitarbeitern und Kunden im Bereich Investment Banking seine Sicht der Dinge in Bezug auf aktuelle und künftige Entwicklungen auf den Weltfinanzmärkten teilen. Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann erklärte einer Presseerklärung zufolge: "Wir freuen uns, dass wir unseren Kunden im Investment Banking Zugang zur profunden Marktkenntnis von Alan Greenspan bieten können." Als einer der Architekten des heutigen Finanzsystems sei Greenspan in einer einzigartigen Position, um die Kunden der Deutschen Bank bei wichtigen risikobezogenen Entscheidungen zu unterstützen.

Notenbankchef Alan Greenspan steht bei der Vorstellung der neuen 20 Dollar Note in Washington D.C. vor einem riesigen Geldschein. (Archiv, Foto: dpa)

18 Jahren an der Spitze der US-Notenbank

Greenspan wird in der Presseerklärung mit den Worten zitiert: "Die Deutsche Bank gehört zu den weltweit führenden Instituten im Investment Banking und ist ein bedeutender Akteur auf den internationalen Finanzmärkten. Ich freue mich, der Bank meine Analyse weltwirtschaftlicher Entwicklungen zur Verfügung zu stellen und ihr bei der Beratung ihrer Kunden zu helfen."

18 Jahre "Fed"

Im Mai 2007 hatte Greenspan bereits einen Beratervertrag für die zum Allianz-Konzern gehörende Rentenfondsgesellschaft Pacific Investment Management Company (Pimco) unterzeichnet. Um Interessenkonflikte mit Pimco zu vermeiden, sei die Beratung durch Greenspan auf den Bereich Unternehmens- und Investmentbanking beschränkt und schließe die Vermögensverwaltung aus. Die Investmentbank der Deutschen Bank sei "kein direkter Wettbewerber von Pimco", sagte Greenspan.

Der 81-jährige Greenspan war bis 2006 der Chef der Federal Reserve, der amerikanischen Notenbank. 18 Jahre stand er an der Spitze der Finanzinstitution und nahm von dort aus maßgeblich Einfluss auf die US-Wirtschaft. Nach Expertenmeinungen bescherte er dem Land mit seinen Entscheidungen eine bemerkenswerte Zeit des Wachstums, die nur von kleineren Rezessionen unterbrochen wurde. Mit den 18 Amtsjahren, in denen er vier Präsidenten erlebte, steht er in der Geschichte der US-Notenbank aber nur auf Platz zwei. Auf 18 Jahre und zehn Monate brachte es der von Harry Truman ernannte William McChesney Martin, der von 1951 bis 1970 im Amt war. Die Deutsche Bank hatte Greenspan unmittelbar nach dessen Ausscheiden bei der Fed kontaktiert. Greenspan hatte aber zunächst abgelehnt, um seine Memoiren zu schreiben. Ausschlaggebend für seine jetzige Zusage waren laut Greenspan persönliche Gründe: Wichtigster Grund sei, dass die US-Investmentsparte der Bank, Deutsche Bank Securities, mit Peter Hooper als Chefökonom einen alten und engen Mitarbeiter aus Zeiten bei der Fed habe. Hooper war 1999 nach 26 Jahren bei der US-Notenbank zur Deutschen Bank gewechselt. (ina)

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