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Aktuell Amerika

Grausiger Fund in Mexiko

In einer Schlucht in Mexiko sind mindestens 17 Leichen entdeckt worden. Die Toten wurden im selben Bundesstaat gefunden, in dem vor mehr als einem Jahr 43 Studenten verschwanden.

Die Toten wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft des mexikanischen Bundesstaats Guerrero bereits in der vergangenen Woche in dem Dorf Chichihualco gefunden. Demnach handelt es sich um mindestens 17 Leichen, von denen acht zur Hälfte verbrannt worden waren. Die Ermittler hatten zuvor einen anonymen Hinweis erhalten.

Wer sind die Toten?

Identität, Alter und Geschlecht der in einer 500 Meter tiefen Schlucht gefundenen Leichen sind bislang unbekannt. Unklar ist auch der Todeszeitpunkt. Nach Angaben einer Vertreterin einer Organisation von Angehörigen vermisster Menschen in Guerrero werden die sterblichen Überreste nach Mexiko-Stadt gebracht, um dort identifiziert zu werden. Das Komitee von Verwandten und Freunden entführter, vermisster und ermordeter Menschen habe die Staatsanwaltschaft gebeten, DNA-Proben von Angehörigen mit den nun entdeckten Leichen abzugleichen.

Brennpunkt der Gewalt

Der Bundesstaat Guerrero ist regelmäßig Schauplatz bewaffneter Konflikte zwischen Drogenbanden. Mehrere Verbrechersyndikate kämpfen dort um die Kontrolle des Mohnanbaus für die Opiumproduktion. Im vergangenen Jahr rückte die Region in den internationalen Fokus, als dort 43 Lehramtsstudenten verschleppt und verutlich getötet wurden. Sie wurden nach Justizangaben von korrupten Polizisten und Beamten entführt und an die Drogenbande Guerreros Unidos ausgeliefert. Bandenmitglieder gaben an, die Studenten seien auf einer Müllkippe ermordet und verbrannt worden. An der Darstellung, dass die Opfer verbrannt wurden, gibt es jedoch Zweifel. Der Fall ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Menschenrechtler fordert Einsatz des Papstes

Der wegen seines Einsatzes für die Rechte von Migranten bekannte katholische Priester Alejandro Solalinde setzt sich für ein Treffen von Papst Franziskus mit den Eltern der verschwundenen Studenten ein. Das Kirchenoberhaupt solle mit allen Repräsentanten von Organisationen vermisster und verschwundener Menschen zusammenkommen, forderte Solalinde in einem Interview mit dem Radiosender Formula.

Der Fall der Studenten stehe stellvertretend für das, was in Mexiko derzeit geschehe, sagte Solaklinde. Daher könne es ein wichtiges Signal sein, wenn die Kirche einen entsprechenden Dialog unterstützen und ein Treffen ermöglicht würde. Papst Franziskus wird vom 13. bis 18. Februar in Mexiko erwartet.

cr/mk (dpa, afp, kna)