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Wirtschaft

Graubunt: Der Arbeitsmarkt im Länder-Vergleich

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt sieht es grau aus und eine Trendwende ist nicht absehbar. Vom ewigen "Musterländle" bis zum "Negativ-Rekordhalter" - im Vergleich der einzelnen Bundesländer herrscht Buntheit.

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Von Hamburg bis Hof: Warten vor dem Arbeitsamt

Die neue Hauptstadt-Regierung nennt die hohe Arbeitslosigkeit von 17,0 Prozent das größte ihrer vielen Probleme. Viel Hoffnung auf Besserung gibt es nicht - Deutschlands größte Stadt hat immer noch keine großstädtische Wirtschaftsstruktur. Ansonsten ist von Süden nach Norden, sowie von Osten nach Westen, viel Differentes zu verzeichnen: große Gefälle, die vermutlich auch in naher Zukunft weiterbestehen werden.

Der sorgenfreie Süden

Deren Sorgen möchten wir haben, dürfte mancher Ministerpräsident neidvoll gedacht haben, als sich kürzlich Regierung und Opposition in Baden-Württemberg bei der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2002/2003 beharkten. Mit 4,9 Prozent durchschnittlicher Arbeitslosenquote gab es im "Musterländle" die wenigsten Menschen ohne Job seit 1992. Gleichzeitig hat das Land noch vor Bayern die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm sogar auf einen neuen Rekordwert von 5,3 Millionen Menschen zu - auch darin Platz eins unter den Ländern.

Den Bayern gebührt die Silbermedaille. Im Januar lag die Arbeitslosenquote im Freistaat bei 6,8 Prozent. Für Ministerpräsident und Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber ist diese Bilanz eine Trumpfkarte. Doch die Durchschnittszahlen täuschen: im Freistaat gibt es ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle. Der Slogan "Laptop und Lederhosen" umschreibt nur die Situtation im Süden. Im fränkischen Norden Bayerns verzeichnet das Arbeitsamt Hof mit 11,7 Prozent eine Arbeitslosenrate, die über dem Bundesdurchschnitt von 10,4 Prozent liegt.

Von Süden nach Norden

Von der Sorgenfreiheit im Süden können andere Länder nur träumen. Mit auf den traurigen vorderen Plätzen der Arbeitslosenstatistik rangiert im Westen Nordrhein-Westfalen mit 9,5 Prozent. Der Abbau von Arbeitsplätzen bei Kohle und Stahl konnte im Ruhrgebiet noch nicht ausgeglichen werden. Die Arbeitslosenzahlen im Revier treiben die Gesamtquote in die Höhe. Den traurigsten aller Rekorde hält derzeit Gelsenkirchen mit einer Quote von 14,9 Prozent. In keinem anderen Arbeitsamtbezirk im Westen der Republik ist die Lage so schlecht.

Langezeit hatte das Saarland als westdeutsches Flächenland die rote Laterne der höchsten Arbeitslosigkeit und der größten Pro-Kopf-Verschuldung. Nun ist es sie endlich los. Außer den 19,1 Prozent Arbeitslosen im Schnitt der neuen Länder haben seit Januar auch Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen eine mittlerweile höhere Arbeitslosenquote als die Saar.