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Kultur

Gratis auf die Berlinale

Sie stehen an den Kinos, im Pressezentrum oder helfen auf der Messe aus: die 130 Volunteers der Berlinale. Sie kommen aus 20 verschiedenen Nationen und haben eine gemeinsame Leidenschaft: Filme gucken.

Junger Mann mit Mitarbeiterausweis für die Berlinale 2009

Berlinale 2009: Wer diese Karte hat - dem geht es gut

Wenn es im Marriott Hotel ein Problem gibt, ist Richard zur Stelle. Er ist 20 Jahre alt, kommt aus Neuseeland und kümmert sich um die Aussteller des European Film Market. "Jeder Tag ist anders", sagt er und das macht ihm Spaß. Am Anfang hat er beim Aufbau geholfen, musste zusehen, dass jeder Aussteller das bekam, was er bestellt hatte und sich kümmern, wenn das nicht der Fall war, wenn zum Beispiel statt eines gelben Sofas plötzlich ein rotes im Raum stand und rot keiner haben wollte.

Ein begehrter Ausweis

Fünf bis sechs Stunden täglich arbeiten die Volunteers im Schnitt. Dafür bekommen sie ein Taschengeld von 13 Euro pro Tag und einen Mitarbeiterausweis – eine kleine graue Plastikkarte, mit der man in die meisten Film reinkommt, gratis versteht sich. Für den Großteil der Volunteers ist das der eigentliche Lohn und der Grund, warum sie sich beworben haben. Auch Richard ist ein Kinofan, doch es fasziniert ihn auch, zu sehen, was hinter den Kulissen passiert. Und davon bekommt er beim European Film Market einiges mit: wie verkauft man einen Film, was passiert in den Treffen, welche Filme eigenen sich für welchen Markt?

Sturm im Pressezentrum

Mitarbeiterin im Pressezentrum der Berlinale

Aufatmen im Pressezentrum bei Mona

Für das bunte Drumherum kann sich auch Mona begeistern. Sie ist sechsundzwanzig und schon zum zweiten Mal dabei. Für sie hat das Ganze auch einen ganz praktischen Aspekt: sie hat eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau gemacht und da macht sich ein Großereignis wie die Berlinale natürlich gut im Lebenslauf. Sie arbeitet im Pressezentrum und kümmert sich um die Journalisten, die Tag für Tag hier hereinstürmen. Wenn sie kann, geht sie auch zu den Pressekonferenzen. "Es ist interessant, die Leute auch mal live zu erleben", sagt sie. Ansonsten aber lassen die Stars sie eher kalt. Richard hat da ganz andere Erfahrungen gemacht: "Ich war da, neben dem roten Teppich und habe Naomi Watts gesehen und ich war hin und weg. Es war toll! Und dabei habe ich immer gedacht, dass ich über solchen Gefühlen stehe."

Filme, Filme und nochmals Filme

Mitarbeiterin im Kino Cinestar in Berlin während der Berlinale 2009

Abtauchen in die Welt der Filme Katerina im Cinestar Berlin

Für Katerina geht es bei der Berlinale vor allem um die Filme. Sie ist einunddreißig, kommt ursprünglich aus Griechenland und lebt seit drei Jahren in Berlin. Sie ist in der Kinobetreuung eingesetzt. Teil ihrer Aufgabe ist es, nach Einlass der Besucher mit im Saal zu sitzen und aufzupassen, dass alles in Ordnung ist. "Ein super Job", sagt sie und lacht. Pro Tag guckt sie vier bis fünf Filme, viel Tageslicht sieht man da nicht. Aber das macht nichts, genau deswegen ist sie hier. "Früher war die Berlinale für mich sehr teuer, da habe ich schon einen Monat vorher geplant". Das ist jetzt anders – dank der kleinen grauen Plastikkarte.