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Bücher

Grass beklagt Folgen des Neoliberalismus

Während der Leipziger Buchmesse nahm der Literaturnobelpreisträger auf dem "Blauen Sofa" Platz und erklärte, warum die Politik aus seiner Sicht immer handlungsunfähiger wird.

Schon während seines

Literaturtreffens

beklagte der Schriftsteller die "Ignoranz der Politik". Nun erklärte Günter Grass auf der Buchmesse: Die Politik wird immer handlungsunfähiger. Dies sei eine Folge des Neoliberalismus, im Zuge dessen die Politik ihre Handlungsmacht über Lobbyisten an die Wirtschaft abgegeben habe. Es gebe heute zu viele leere Forderungen. "Wenn man eine europäische Armee fordert, dann frage ich mich, welchen Befehlen diese Armee folgen soll, wenn man nicht mal eine gemeinsame europäische Außenpolitik hinbekommt."

Seit März 2000 lädt das Autorenforum "Das blaue Sofa" ca. 60 bis 80 Autoren der Leipziger und Frankfurter Buchmesse ein, um deren neueste Bücher im halbstündigen Gespräch auf dem blauen Kultmöbel vorzustellen.

Erster Band einer neuen Reihe erscheint

Am Freitag hatte der Literaturnobelpreisträger den ersten Band der Reihe "Freipass" im Rahmen der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Geplant ist ein fortlaufendes Sammelwerk, das wichtige Fragen der Literatur und Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts behandeln soll. Im ersten Band geht es um Schriftstellerin Irmtraud Morgner (1933–1990) und um den NSA-Überwachungsskandal mit seinen Folgen für die Literatur. Die Reihe soll zum Forum für die internationale Grass-Forschung werden.

ag/chr (dpa/ Universitätsbibliothek Leipzig / Das blaue Sofa)

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