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Kultur

Grandiose Höhepunkte und bittere Rückschläge - 50 Jahre NASA

Kühne Weltraumflüge, Eroberung der Sterne und harter Konkurrenzkampf gegen die Sowjetunion. Mit der Gründung der US-Raumfahrtbehörde NASA am 29. Juli 1958 legten die Amerikaner den Grundstein für Reisen ins All.

Astronaut Thomas Reiter zeigt den Daumen hoch (Quelle: AP)

Die NASA feiert Geburtstag

"Es ist ein kleiner Schritt für den Menschen, ein gewaltiger Sprung für die Menschheit." Diese Worte, gesprochen von Neil Armstrong, nach seiner Mondlandung, am 21. Juli 1969, sind wohl die berühmtesten in der Geschichte der NASA. Armstrong ist der erste Mann auf dem Mond, nach einem unerbittlichen Wettlauf gegen die Sowjets. Amerika kann wieder jubeln, nachdem es 1957 den "Sputnik-Schock" erlitten hatte.

Wettlauf zum Mond

Astronaut Edwin Aldrin neben der USA-Flagge auf dem Mond (Quelle: dpa)

Die erste Mondlandung war ein Meilenstein der Raumfahrtgeschichte

Damals schoss die Sowjetunion den ersten Satelliten ins Weltall und für die Amerikaner brach eine Welt zusammen. Präsident Dwight D. Eisenhower reagierte prompt: Eine zivile Behörde musste her, um die US-Raumfahrt nach vorne zu katapultieren. So wird am 29. Juli 1958 die NASA per Gründungsakte ins Leben gerufen. 1961 folgt für sie ein weiterer Rückschlag: Die Sowjets schicken mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins Weltall. Jetzt beginnt die NASA-Maschinerie auf Hochtouren zu kommen.

Ein Jahr später schicken die Amerikaner John Glenn ins All und in einer legendären Rede, am 25. Mai 1961, verkündet der damalige US-Präsident John F. Kennedy: "Ich gebe das Ziel aus, dass noch vor Ende dieses Jahrzehnts ein Amerikaner auf dem Mond landen wird und wieder wohlbehalten zurückkehren wird."

Zu dem Zeitpunkt ist Micheal Collins, einer der Astronauten, die mit der Apollo 11 Geschichte schreiben würden, noch skeptisch, ob sie es rechtzeitig schaffen würden dieses Projekt umzusetzen. "Ich war mir damals nicht sicher, ob wir dazu bis zum Ende der 60er Jahre in der Lage sein würden", sagt er Jahre später. Doch Collins Zweifel stellen sich als unbegründet heraus. Insgesamt sechs Mal fliegen die Amerikaner im Rahmen des Apollo-Programms zum Mond. Das letzte Mal 1972. Dann schläft die Begeisterung der Amerikaner ein. Die "Apollo-Party" ist vorbei und auch das Geld wird knapp.

Die Ära der Shuttles - und ihre Unfälle

Es folgt die Ära der Space-Shuttles - wiederverwendbare Raumschiffe, die wie ein Linienbus ins All starten. Die Shuttles sollen die gigantischen Kosten reduzieren und Weltraumreisen zu etwas Alltäglichem machen. Doch am 28. Januar 1986 kommt die Katastrophe, als die Raumfähre "Challenger" kurz nach dem Start wegen eines defekten Dichtungsrings explodiert und alle sieben Astronauten ums Leben kommen.

Start der Challenger (Quelle: AP)

Die Challenger beim Start - kurz vor dem tragischen Unfall

Die NASA erholt sich nur langsam von dem Schock. So konnte das Weltraumteleskop "Hubble", das bis heute einzigartige Bilder von Sternen, Galaxien und Weltraum-Nebeln liefert, erst mit vierjähriger Verspätung in die Umlaufbahn gebracht werden.

Die zweite Katastrophe erfolgt 2003. Da zerbricht die "Columbia" beim Anflug auf die Erde. Ein Stück Schaumstoff hatte sich schon beim Start vom Außentank gelöst und den Hitzeschild beschädigt. Dramatisch ist, dass die Schwachstellen beider Katastrophen schon vorher bekannt waren. Die NASA beginnt zu sparen: an den falschen Stellen, wie Kritiker ihr vorwerfen.

Immer weiter ins All

Sehr viel verlässlicher, günstiger und in den Ergebnissen spektakulärer sind die Missionen der kleinen unbemannten Späher: Sonden fliegen zum Mars oder zum Jupiter und senden grandiose Bilder anderer Planeten zur Erde. Roboter nehmen Gesteinsproben, suchen nach Wasser und rollen unermüdlich durch für Menschen lebensfeindliche Gegenden. So landeten die beiden NASA-Rover "Spirit" und "Opportunity" schon 2004 auf dem Mars und arbeiten noch immer dort.

Roboterarm des Mars Expedition Rover Spirit , Quelle: AP

Rover Spirit sucht Spuren von Leben auf dem Mars

Die Shuttles dagegen sollen eingemottet werden, beschließt die NASA. 2010 soll die letzte Raumfähre starten. Bis dahin sollen sie weiterhin die Internationale Raumstation ISS versorgen: Sie bringen Bauteile, Lebensmittel für die Astronauten und Laborausrüstung - eben alles, was man dort oben braucht.

Zukunftsmalerei: bemannt zum Mars

Danach wollen die Amerikaner wieder weit hinaus. Zunächst steht eine bemannte Mission zum Mond an - etwa im Jahre 2020. "Mit den Erfahrungen, die wir dort sammeln, sind wir bereit für den nächsten Schritt - für bemannte Missionen zum Mars", verkündete US-Präsident George W. Bush vor vier Jahren. Die sind für das Jahr 2037 geplant.

Aber wie so viele andere NASA-Missionen steht auch diese Idee auf wackeligen Beinen. Alleine der Trip zum Mond würde um die 230 Milliarden Dollar verschlingen. Und NASA-Chef Griffin kalkuliert schon jetzt auch ein weiteres mögliches Desaster ein. Dass nämlich China noch vor den USA den nächsten Mann zum Mond bringen könnte. Die Technologie dafür haben die Chinesen, das weiß die NASA. Und den Ehrgeiz auch.

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