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Musik

Grammy-Glück für Deutschland

Die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle und der Rundfunkchor Berlin haben in Los Angeles bei der Grammy Verleihung einen der begehrten Musikpreise gewonnen.

Die Berliner Philharmoniker (Archivbild)

Die Berliner Philharmoniker

Die Berliner setzten sich mit dem Choralwerk "Symphony of Psalms" durch. Verlierer waren unter anderen das Londoner Symphony Orchestra und die Warschauer Philharmoniker jeweils mit ihrem Chor. Die Berliner hatten schon vor einem Jahr für ihre CD "Brahms: Ein Deutsches Requiem" einen "Klassik-Grammy" errungen.

Die Weill-Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" in einer Aufnahme mit Mel Ulrich und dem lyrischen Tenor Robert Wörle an der Oper von Los Angeles heimste den "Grammy" für das Klassik-Album des Jahres ein. Die beiden Preise gehörten zu den Ehrungen, die die Organisation der amerikanischen Musikindustrie schon vor ihrer traditionellen Verleihzeremonie in Los Angeles im Internet bekanntgab. Die Grammys sind der wichtigste amerikanische Musikpreis und werden in insgesamt 110 Kategorien für Pop und Klassik vergeben.

Grammy auch für Komponist Hans Zimmer

Deutscher Komponist und Hollywoodstar: Hans Zimmer

Deutscher Komponist und Hollywoodstar: Hans Zimmer

Neben den Berliner Philharmonikern ging ein weiterer Grammy an den in den USA lebenden deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer. Zimmer erhielt die Auszeichnung für seinen gemeinsam mit James Newton Howard komponierten Soundtrack für den Batman-Kassenschlager "The Dark Knight".

Zimmer ist einer der erfolgreichsten Filmkomponisten der Welt. Für frühere Arbeiten hat er bereits zwei Grammys und einen Oscar erhalten.

Auch Enttäuschungen

Wie nicht anders zu erwarten, musste Deutschland aber auch einige Enttäuschungen hinnehmen. Zu den Verlieren gehört Barbara Sukowa, die mit dem Schönberg Ensemble und dem Dirigenten Reinbert De Leeuw in die Vorauswahl für einen Grammy gekommen war. Ihr Album "Im wunderschönen Monat Mai" mit Liedern von Schubert und Schumann unterlag in der Kategorie beste Aufführung eines kleinen Ensembles den "Hymnen an die Jungfrau Mary", gesungen vom Chor der US-Stadt Phoenix unter dem Dirigenten Charles Bruffy. Sukowa hatte sich als Schauspielerin in Filmen von Rainer Werner Fassbinder und Margarethe von Trotta einen Namen gemacht. Sie war zuletzt in "Die Entdeckung der Currywurst" auf der Leinwand zu sehen.

Ebenso wie sie fiel die schwedische Sopranistin Anne Sofie von Otter mit der von ihr initiierten CD "Terezin: Theresienstadt" in der Grammy-Endrunde durch. Darauf sind unter Mitwirkung auch des deutschen Tenors Christian Gerhaher Lieder zu hören, die während des Nationalsozialismus im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden waren. Pech auch für den gebürtigen Hamburger Chris Walden, der vor gut zehn Jahren nach Hollywood umgesiedelt war. Er hatte in diesem Jahr zweifache Grammy-Chancen, für die beste klassische zeitgenössische Komposition und die beste Orchesterführung. Ähnlich erging es der WDR Big Band unter Michael Abene und dem WDR Rundfunkorchester, die mit der Produktion "Symphonica" beziehungsweise Duke Ellingtons "Sound of Love" aus "Symphonica" zu den Hoffnungsträgern gehört hatten.