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Top-Thema – Podcast

Graffiti – mehr als nur Schmierereien

Deutsche Wissenschaftler wollen Graffiti in einer digitalen Datenbank sammeln und untersuchen, was sie für Gesellschaft und Kultur bedeuten können. Dabei spielt Sprache eine wichtige Rolle.

Graffiti gehören zu jeder Stadt. Groß, klein, bunt, hässlich oder schön – man sieht sie überall. Sie werden besonders von Jugendlichen zum Beispiel an Hauswände oder an Bahnhöfen auf Züge gesprayt. Meistens ist das verboten. Deswegen gelten solche Graffiti als Sachbeschädigung und werden schnell wieder entfernt.

Für Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie und der Universität Paderborn sind Graffiti jedoch eine Kunstform, durch die man etwas über die Gesellschaft und Kultur in Städten erfahren kann. Sie erstellen deshalb eine digitale Datenbank für ihr Forschungsprojekt „Informationssystem Graffiti in Deutschland“ (InGriD).

Die Sprachwissenschaftlerin Doris Tophinke von der Universität Paderborn erklärt, dass Graffiti „wichtige Zeugnisse von Schriftlichkeit in den Städten“ sind. Mehr als 90 Prozent sind Wörter, Namen und Sätze. Dadurch – so die Wissenschaftler – treten die Sprayer mit ihrer Stadt in Kontakt und senden Botschaften. Die Wahl der Sprache und der Bilder zeigt zum Beispiel, wie Menschen in der Stadt leben und denken.

Das Forschungsprojekt InGriD hat im April 2016 damit begonnen, mehrere Tausend Fotos aus Mannheim, Köln und München aus den Jahren 1983 bis 2015 zu erfassen. Es sollen weitere Hundertausende Fotos aus anderen Städten hinzukommen. Bis 2019 wird das Projekt mit 850.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.


Glossar

Schmiererei, -en
(f.) – hier umgangssprachlich für: Schrift oder Bilder, die viele nicht schön finden und etwas hässlicher machen

Graffiti (meist im Plural, auch: Graffitis, aus dem Italienischen) – Bilder oder (Schrift-)Zeichen, die mit Farbe an Wände o. Ä. → gesprayt werden

digital – elektronisch; so, dass etwas in einem Computer gespeichert werden kann

Datenbank, -en (f.) – ein elektronisches System zum Speichern vieler Informationen

etwas irgendwohin sprayen (aus dem Englischen) – etwas sprühen; etwas Flüssiges (z. B. Farbe) durch Druck in ganz vielen kleinen Tropfen auf etwas (z. B. einer Mauer) verteilen

Sachbeschädigung, -en (f.) – die absichtliche Zerstörung von etwas, das einer anderen Person gehört

etwas entfernen – etwas wegmachen

Kunstform, -en (f.) – eine Art von künstlerischem Ausdruck (z. B. der Tanz oder die Malerei)

etwas erstellen – etwas machen; etwas schaffen

Zeugnis, -se (n.) – hier: das Zeichen dafür, dass es etwas gibt

Schriftlichkeit (f., nur Singular) – die schriftliche Form von Sprache

mit jemandem/etwas in Kontakt treten – beginnen, mit jemandem oder etwas eine Beziehung aufzubauen; beginnen, sich mit etwas zu beschäftigen

Sprayer, -/Sprayerin, -nen (aus dem Englischen) – eine Person, die → Graffiti → sprayt

Botschaft, -en (f.) – hier: eine Nachricht oder eine Mitteilung, die anderen geschickt wird oder die für andere irgendwohin geschrieben wurde

etwas erfassen – hier: etwas (z. B. Daten) in einer Liste sammeln und speichern

zu etwas hinzu|kommen – mehr werden

jemanden/etwas fördern – hier: jemanden/etwas (oft finanziell, mit Geld) unterstützen


Fragen zum Text

1. Warum gehören Graffiti zu jeder Stadt?
a) Weil fast alle Menschen gerne Graffiti sprayen.
b) Weil es in jeder Stadt Graffiti gibt.
c) Weil Graffiti die Häuser in Städten schöner machen.

2. Warum gibt es das Forschungsprojekt?
a) Wissenschaftler möchten untersuchen, welche Rolle Graffiti in einer Stadt spielen.
b) Sie möchten Interviews mit den Sprayern führen.
c) Sie möchten besonders schöne Graffitis untersuchen.

3. Warum wird die Datenbank erstellt?
a) Bewohner der Städte wollen, dass Graffiti für immer auf ihren Häusern bleiben.
b) Die Datenbank ist nötig, um Graffiti untersuchen zu können.
c) Die Universität Paderborn braucht eine Datenbank.

4. Die Wissenschaftler sagen: „Das Leben in der Stadt … durch Graffiti … “
a) wird/gezeigt
b) werden/gezeigt
c) wird/zeigen

5. Wie heißt der folgende Satz im Aktiv? „Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.“
a) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat das Projekt gefördert.
b) Das Projekt ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
c) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt.


Arbeitsauftrag
In Halle an der Saale gibt es ein Kunst-Projekt mit dem Namen „Freiraumgalerie“. Hier ist es nicht verboten, Graffitis auf Häuser zu sprayen. Dadurch soll die Stadt bunt und schöner werden. Wie findet ihr das? Achtet in eurer Stadt auf Graffiti oder findet im Internet Bilder. Überlegt, warum sie für die einen nur hässliche Schmierereien und für die anderen Kunst sind. Sammelt in einer Tabelle Argumente für beide Meinungen.

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