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Sport

Gradmesser Confed-Cup

Nichts weniger als die Generalprobe für die WM 2006 soll er sein. Der Confederations Cup, ausgetragen vom 15. bis 29.6. in Deutschland, weckt hohe Erwartungen. Aber was genau hat es mit diesem Turnier überhaupt auf sich?

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Das Objekt der Begierde: der Confederations Cup

1992 und 1995 noch als Intercontinental Cup im saudischen Riad ausgespielt, wurde der Pokal zwei Jahre später vom Fußball-Weltverband (FIFA) umgemodelt, bekam einen neuen Namen verpasst und firmierte fortan als Confederations Cup. Die Idee dieses internationalen Turniers: Die Meister der sechs Kontinental-Verbände, der amtierende Weltmeister und ein Gastgeber treten alle zwei Jahre gegeneinander an und küren den "ultimativen" Champion.

Anfangs wurde dieser Mini-WM nicht sonderlich großes Interesse entgegengebracht. Der Relaunch 1997 brachte zwar ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, doch ein Zuschauermagnet war der Confederations Cup noch immer nicht.

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Kampf ist Trumpf: Europameister Griechenland hofft auf den nächsten Titel

Deutschlands Mexiko-Debakel

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nahm an den bislang vier offiziellen Auflagen des Turniers lediglich einmal teil: Das Debakel des dreimaligen Welt- und Europameisters 1999 in Mexiko ist dabei noch hinlänglich in schlechtester Erinnerung. Die DFB-Elf hatte überhaupt nur wegen seiner Bewerbung um die WM-Endrunde 2006 zugesagt und reiste mit etlichen Neulingen an. Die Spieler wurden zudem aus der Saisonvorbereitung herausgerissen und mussten bei höchsten Temperaturen in dünner Luft in der Höhe Mexikos antreten.

0:4 gegen Brasilien, 2:0 gegen Neuseeland sowie 0:2 gegen das ersatzgeschwächte Team der USA hieß es denn auch folgerichtig für die Mannschaft des damaligen Teamchefs Erich Ribbeck. Der blamable Auftritt der deutschen Kicker sorgte für reichlich Hohn und Spott weltweit. Nur notdürftig konnten die fußball-politischen Pluspunkte den Imageschaden für den deutschen Fußball kaschieren.

Rekordgewinner Frankreich

Doch nicht nur in Deutschland stieß der Wettbewerb wegen der Enge im internationalen Kalender auf Kritik: Wie das DFB-Team 1997 und 2003 sagte auch Frankreich für 1999 als Weltmeister wegen Terminproblemen ab, andere Mannschaften wie Rekordweltmeister Brasilien entsandten wie Deutschland 1999 oder die Franzosen 2001 nur Rumpf-Mannschaften.

Die "Equipe Tricolore" triumphierte vor vier Jahren in Südkorea und Japan dennoch und avancierte 2003 durch die erfolgreiche Titelverteidigung im eigenen Land schon zum Rekordgewinner. Je einmal trugen sich Brasilien 1997 bei der Premiere in Saudi-Arabien und Mexiko bei seinem "Heimspiel" zwei Jahre später in die Siegerliste ein. Die noch "inoffiziellen" Vorläufer des Confederation Cup gewannen 1992 Argentinien und 1995 Dänemark.

Zwanziger fordert Titel

Theo Zwanziger Fußball WM 2006

DFB-Präsident Theo Zwanziger will "den Pott"

2005 wollen die Deutschen bei ihrem zweiten Auftritt beim Confed-Cup anders agieren als noch vor sechs Jahren in Mexiko. Nicht zuletzt wegen der Ausrichterrolle will sich Deutschland als perfekter Gastgeber in Sachen Organisation und Sicherheit für die Weltmeisterschaft 2006 empfehlen.

Auch liegt der Termin näher an der kurz zuvor abgelaufenen Saison, zudem winken für die deutschen Nationalspieler 60.000 Euro Siegprämie pro Mann. Den Grund für die saftige Prämie nennt DFB-Präsident Theo Zwanziger beim Namen: "Wer 2006 Weltmeister werden will, sollte den Confederations Cup gewinnen."

So wird gespielt

Die Karten für den Confederations Cup in Deutschland vom 15. bis zum 29. Juni 2005 in fünf deutschen Stadien sind heiß begehrt. Ausgetragen werden die insgesamt 16 Partien in Hannover, Leipzig, Köln, Nürnberg und Frankfurt.

Am Confederations Cup nehmen acht Nationen teil:

- Deutschland als Gastgeber
- Brasilien als amtierender Weltmeister
- Tunesien (Afrikameister 2004)
- Mexiko (Gewinner des mittelamerikanischen Gold Cup 2003)
- Japan (Sieger des Asien-Pokals 2004)
- Argentinien (Südamerika-Vizemeister 2004)
- Australien (Ozeanienmeister)
- Griechenland als Europameister 2004

Da Brasilien als Weltmeister bereits qualifiziert war und die Copa América 2004 für sich entschieden hat, rückte Argentinien als Zweitplatzierter nach.

Beim Confederations Cup 2005 wird die Vorrunde in zwei Gruppen à vier Mannschaften gespielt. Die beiden Erstplatzierten der jeweiligen Vorrundengruppen qualifizieren sich für die Halbfinals, die überkreuz ausgetragen werden.

Die beiden Sieger der Halbfinalspiele qualifizieren sich für das Endspiel des Confederations Cup, die beiden unterlegenen Halbfinalisten stehen sich im Spiel um Platz drei gegenüber. (ms)

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  • Datum 09.06.2005
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