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Top-Thema – Podcast

"Grünes" Deutschland

Immer mehr Deutsche helfen mit, die Umwelt zu schonen. Sie trennen nicht nur ihren Müll, sondern achten auch bei Lebensmitteln und Kleidung auf umweltschonende Herstellung. Das Land denkt grün, sogar beim Urlaub.‎

In den 1960er Jahren wurde in Deutschland damit begonnen, Abfälle zu recyceln. Heute sammeln 90 Prozent aller Deutschen ihren Papier-, Glas- und Kunststoffmüll getrennt, um die wertvollen Stoffe wiederzuverwerten. Immer mehr Menschen achten auch beim Einkauf auf umweltverträglich hergestellte, recycelbare Produkte – nicht nur bei Verpackungen, sondern auch bei Kosmetik und Kleidung. Sogar der Tourismus steht auf dem Prüfstand: Die Deutschen gucken immer genauer, ob ein Reisebüro auch umweltfreundliches Reisen mit der Bahn anbietet.

"Sie können heute kein Waschmittel mehr absetzen, das nicht biologisch abbaubar ist, und das gilt für immer mehr Waren", bestätigt Christoph Hupertz, der Chef der Werbeagentur "grey-worldwide". Der "grüne" Trend lässt sich vor allem bei Lebensmitteln beobachten. Die Deutschen kaufen wieder mehr regionale Produkte anstatt Obst und Gemüse, das aus fernen Ländern gebracht wird.

Die Industrie hat den Umweltschutz lange Zeit nicht unterstützt. Mittlerweile weiß man aber auch dort, dass sich mit umweltschonender Technik viel Geld verdienen lässt. Deutschland ist der zweitgrößte Investor in erneuerbare Energien nach den USA und China.

Der von der Politik unterstützte Umwelt-Trend stößt bei der Bevölkerung aber nicht immer auf Zustimmung. Ein Beispiel dafür ist das seit Anfang 2011 angebotene Bio-Benzin E10. Es wird von den Deutschen nicht gekauft, weil sie Angst haben, dass das neue Benzin die Motoren beschädigt. Doch das ändert nichts am Umweltbewusstsein der Deutschen. Schon lange vor dem Atomunglück in Japan wurden die Stimmen für eine atomfreie Stromerzeugung im Land immer lauter.


Glossar

grün – hier umgangssprachlich für: so, dass man sich für den Umweltschutz einsetzt

etwas/jemanden schonen – etwas/jemanden rücksichtsvoll behandeln

Müll trennen – den Abfall nach Materialart (Papier, Plastik, Restmüll) sortieren

recyceln (aus dem Englischen) – neue Gegenständen aus gebrauchten Gegenständen herstellen (Substantiv: das Recycling)

wiederverwerten – → recyceln

umweltverträglich – so, dass die Umwelt geschont wird

Kosmetik, die – Produkte, die einen Menschen schöner machen sollen, z.B. Lippenstift

etwas steht auf dem Prüfstand – etwas wird kritisch untersucht

Werbeagentur, die – eine Firma, die Werbung für andere Firmen entwickelt

absetzen – hier: verkaufen

biologisch abbaubar – so, dass etwas auf natürliche Art in seine Bestandteile zerlegt werden kann

regional – aus der Region

Investor/in, der/die – jemand, der die Herstellung eines Produkts finanziert

erneuerbare Energie, die – die Energie, die umweltfreundlich hergestellt wird,zum Beispiel aus Wind- oder Sonnenkraft

etwas stößt auf Zustimmung – etwas wird gut gefunden

die Stimmen werden lauter – umgangssprachlich für: etwas wird von vielen gefordert

Stromerzeugung, die – die Herstellung von Strom

Umweltbewusstsein, das – die Tatsache, dass man sich bemüht, der Umwelt nicht zu schaden


Fragen zum Text

1. Die Deutschen trennen ihren Müll, ...

a) weil sie so ordentlich sind.

b) weil sie dafür Geld bekommen.

c) weil sie damit helfen, die einzelnen Stoffe zu recyceln.

2. Worauf achten die Deutschen beim Einkaufen immer mehr?

a) Darauf, dass die Produkte billig sind.

b) Darauf, dass die Produkte aus der Region kommen.

c) Darauf, dass sie insgesamt weniger einkaufen.

3. Was tun die Deutschen noch, um die Umwelt zu schonen?
a) Sie kaufen das neue Bio-Benzin.

b) Sie kaufen das neue Bio-Benzin nicht.

c) Sie unterstützen umweltfreundliche Stromherstellung.

4. Welcher Satz enthält keine Komparativform?

a) Die Deutschen achten immer genauer darauf, regionale Produkte zu kaufen.

b) Immer mehr Menschen trennen ihren Müll.

c) Die Deutschen kaufen immer viel ein.

5. Wo wird "mehr" in temporaler Bedeutung verwendet?

a) In Deutschland werden wieder mehr Produkte aus der Region verkauft.

b) Man kann heute nicht mehr Waschmittel verkaufen, das nicht biologisch abbaubar ist.

c) Immer mehr Menschen wollen die Umwelt schonen.


Arbeitsauftrag

Schreiben Sie drei bis vier Dinge auf, die Sie tun, um die Umwelt zu schonen. Versuchen Sie auch zu beschreiben, wie dadurch die Umwelt geschützt wird.

Autoren: Wolfgang Dick/Matthias Mayr

Redaktion: Raphaela Häuser

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