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Asien

"Grüße aus Pjöngjang" - Pressestimmen zum nordkoreanischen Raketenstart

Es war eine Provokation mit Ansage: Am Sonntag hat Pjöngjang ungeachtet aller Appelle und Warnungen eine Rakete gestartet, angeblich um einen Kommunikationssatelliten ins All zu befördern. Das Ausland reagiert empört.

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Von allen Seiten hagelt es Kritik. Auch die internationalen Medien kommentieren den Alleingang Nordkoreas an diesem Montag. Die rechtsliberale spanische Zeitung El Mundo beispielsweise schreibt:

"Der Test zeigt, welche Absichten Pjöngjang verfolgt. Es kann sein, dass die Rakete keine echte Bedrohung darstellte. Aber der Test war in jedem Fall eine offene Provokation. Nordkorea manövriert sich damit noch tiefer in die Isolation."

Über den nordkoreanischen Raketentest schreibt am Montag die britische linksliberale Zeitung Independent:

"Nordkorea weiß vom Beispiel von Indien, Pakistan und von den westlichen Sorgen um Iran, dass eine atomare Schlagkraft ein sicheres Mittel ist, ernst genommen zu werden. Obama war sehr viel überzeugender als er sagte, seine Regierung werde daran arbeiten, den umfassenden Atomteststopp-Vertrag umzusetzen, den weder die USA noch China bisher ratifiziert haben. Dies wäre sicherlich ein guter Anfang."


Die konservative Wiener Zeitung Die Presse sieht nach dem Raketentest Nordkoreas eine bessere Chance für einen gemeinsamen Raketenabwehrschirm der USA und Russlands. Das Blatt schreibt:

"Ja, man soll versuchen, das Raketenproblem am Verhandlungstisch zu lösen. Aber Kim Jong-il oder Irans Khamene wären nicht die ersten Figuren der Weltgeschichte, mit denen man gar nicht verhandeln kann. Also hilft vermutlich wirklich nur eine effektive Raketenabwehr."


Die linksliberale Pariser Zeitung Libération meint:

"Für Obama besteht die Herausforderung darin, in seinen Reden Entschlossenheit zu dokumentieren gegen Nordkorea, das eine Gefahr bleibt. Gleichzeitig sollte er einen Verhandlungsspielraum behalten, um weiterhin eine Entwicklung zu ermöglichen. Wenn das nicht gelingt könnte die neue multilaterale Weltordnung, die der Mieter des Weißen Hauses in Europa propagiert hat, nichts weiter als ein frommer Wunsch bleiben."

Die Süddeutsche Zeitung aus München schließlich rät dem neuen US-Präsidenten:

"Die erneute Frechheit aus Pjöngjang darf nicht einem mutigen Neuanfang im Wege stehen. Obama sollte diesen Raketentest tatsächlich wie eine Einladung auffassen und, wenn er den Mut dazu aufbringt, so bald wie möglich nach Pjöngjang reisen. Nur die (...) stärkere Einbindung des stalinistischen Landes in die Weltgemeinschaft könnte den sinnlosen Zyklus aus Provokationen und Sanktionen erfolgreich durchbrechen."


Autorin: Esther Broders
Redaktion Mathias Bölinger