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Europa

Größter Schlag gegen die Mafia seit Jahren

Mehr als 1000 Polizisten haben in Neapel zu einem großen Schlag gegen Italiens Mafia ausgeholt. Sie verhafteten 200 Menschen, darunter ganze Familien. Es gab tumultartige Szenen.

Festnahmen in Neapel, Quelle: AP

Auch Frauen wurden festgenommen

Panorama über Neapel, Quelle: AP

Neapel: Eine Hauptstadt des organisierten Verbrechens

In einer der größten Operationen gegen das organisierte Verbrechen hat die Polizei in Neapel am Dienstag (20.3.07) fast 200 mutmaßliche Mafiosi festgenommen. Rund 1000 Polizisten stürmten am frühen Morgen die Verstecke der Camorra. "Unter den Festgenommenen sind zum Teil ganze Familien", berichtete das staatliche italienische Fernsehen. Die Blitzaktion gegen die mächtigen Clans im Drogenhandel sei das Ergebnis über dreijähriger Ermittlungen.

Proteste der Anwohner

"Der heutige Erfolg ist eine Bestätigung dafür, dass der Kampf gegen das organisierte Verbrechen aufgenommen und gewonnen werden kann", sagte einer der Verantwortlichen der Aktion. Wie die Behörden weiter berichteten, gab es "teilweise massive Proteste" von Seiten der Anwohner gegen die Polizei. Das Fernsehen zeigte Bilder, auf denen die Menschen die Festnahmen regelrecht verhindern wollten.Teilweise versuchten sie, die Abfahrt von Gefangenenwagen der Carabinieri zu blockieren.

250 Millionen pro Monat

Auch viele Frauen kamen in Untersuchungshaft, unter anderem die Tochter eines mutmaßlichen Bandenchefs. Den Angaben zufolge verdienen die verschiedenen Clans der Camorra, wie die lokale Mafia im Raum Neapel genannt wird, allein mit dem Drogenhandel rund 250 Millionen Euro im Monat. Neapel gilt seit Jahrzehnten als Hochburg des Verbrechens in Italien.

Videoüberwachung und 1000 Soldaten

"Die heutige Aktion war wichtig, weil sie die Clans von den Aktivitäten abschneiden, bei denen sie am meistem einnehmen", sagte ein Experte der Anti-Mafia-Kommission im römischen Parlament. "Das organisierte Verbrechen muss verarmen, damit es besiegt werden kann."

In den vergangenen Jahren kam es in Neapel immer wieder zu
blutigen Rachefeldzügen verfeindeter Clans, bei denen teilweise
innerhalb von Monaten über 100 Menschen umgebracht wurden. Zur Eindämmung der Gewalt hatte die Regierung in Rom Ende vergangenen Jahres angekündigt, weitere 1000 Polizisten nach Neapel zu schicken. Zudem sollte es an "kritischen Punkten" Video-Überwachung geben. (kas)

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