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Wirtschaft

Größter Auftrag der Luftfahrt-Geschichte

Die US-Fluglinie American Airlines vergibt die größte Bestellung der Luftfahrtgeschichte. Den Auftrag teilen sich die beiden Hersteller Airbus und Boeing - wobei der Löwenanteil auf die Europäer entfällt.

Airbus A320neo (Foto: Airbus)

Es geht um die größte Flugzeugbestellung aller Zeiten. Der bisher so treue Boeing-Kunde American Airlines orderte am Mittwoch (20.07.2011) den Großteil der Jets dabei überraschenderweise bei Airbus. Für die Europäer bedeutet dies einen Durchbruch auf dem US-Markt. Es geht um eine feste Bestellung von 460 Kurz-und Mittelstreckenjets und Optionen auf 465 weitere Maschinen. Die Order dürfte nach Listenpreisen allein mit 40 Milliarden Dollar (etwa 28 Milliarden Euro) für die festen Bestellungen zu Buche schlagen.

Boeing verliert Monopolstellung bei American Airlines

Bislang ist Boeing der Haus- und Hoflieferant der US-Fluglinien - nun geht der Auftrag erstmals auch nach Europa. Die Europäer haben American Airlines vor allem mit ihren neuen A320neo-Modellen überzeugt, mit denen Airbus bereits auf der Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget abgeräumt hatte, hieß es bei American Airlines. Die Flugzeuge sind eine Weiterentwicklung der weit verbreiteten A320-Modellfamilie und sollen dank neugestalteter Tragflächen und neuer Triebwerke 15 Prozent weniger Sprit verbrauchen, dabei in der Anschaffung aber nicht viel mehr kosten.

Eine Frau steht vor einem Triebwerk des Airbus A380 (Foto: dpa)

Airbus-Triebwerk

Die ersten Flugzeuge sollen 2013 an American Airlines ausgeliefert werden - dann allerdings noch die bisherigen Airbus- und Boeing-Modelle mit den alten Triebwerken. Die sparsameren Nachfolger werden bei beiden Herstellern gerade erst entwickelt. Die letzten der festen Bestellungen sollen 2022 an den Start gehen.

Schadenfreude bei Airbus

Für Airbus dürfte die Riesenbestellung von American Airlines eine besondere Genugtuung sein. Den Europäern ist noch gut die Schlammschlacht um den Tankflugzeugauftrag der US Air Force in Erinnerung. Dort hatte Boeing seinen ganzen Einfluss in Washington geltend gemacht und nach jahrelangem Hickhack am Ende den Zuschlag für das etwa 35 Milliarden Dollar schwere Geschäft erhalten - dabei hatte Airbus nach Meinung der meisten Experten das bessere Flugzeug im Rennen. Sogar ein eigenes Werk in den USA hatte Airbus bauen wollen. Nun ging der Zuschlag für die Passagierflugzeuge nach Europa - das Ende der Monopolstellung des US-Konkurrenten Boeing bei American Airlines.

Autor: Hajo Felten (rtr, dpa)
Redaktion: Reinhard Kleber

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