1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Asien

Größte Weltausstellung aller Zeiten eröffnet

Mit Pomp und Feuerwerk ist in Shanghai die Expo 2010 eröffnet worden. Sie ist die größte Weltausstellung aller Zeiten und soll in den nächsten sechs Monaten über 70 Millionen Besucher anlocken.

Junge Chinesen vor dem chinesischen Expo-Pavillon (Foto: ap)

China erwartet die Expo-Besucher

Nicolas Sarkozy (l.) traf auf Premierminister Wen Jiabao (Foto: ap)

Nicolas Sarkozy reiste zur Eröffnung an

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao versprach eine "großartige und unvergessliche" Expo. An der Eröffnungsfeier in dem Ufo-förmigen Kulturzentrum der Ausstellung nahmen mehr als 20 Staats- und Regierungschefs teil. Die Expo 2010 schlägt alle Rekorde: Mit knapp 250 Ländern und Organisationen gibt es mehr Teilnehmer als je zuvor.

Die Ehrengäste bei der Eröffnung reichten von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und seiner Frau Carla sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bis hin zu Nordkoreas Nummer Zwei, Parlamentspräsident Kim Yong Nam.

Probeläufe mit Hindernissen

Um einen reibungslosen Ablauf der Eröffnungsfeier zu gewährleisten, wurde das Expo-Gelände am Freitag weiträumig abgesperrt. An jeder Straßenecke waren Polizisten stationiert. In Hotels und U-Bahn-Stationen mussten Taschen und Rucksäcke durchleuchtet werden.

Zuvor gab es einen siebentägigen Probelauf, bei dem rund eine Million Besucher über das Gelände geschleust worden waren. Dabei zeigten sich noch viele Probleme. So konnten die Sicherheitskontrollen den Ansturm kaum bewältigen. Doch versprachen die Organisatoren Abhilfe. "Wir haben die Einrichtungen überprüft, die Verfahren verfeinert, das Personal ausgebildet und die Dienste verbessert", zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua den Vizebürgermeister Yang Xiong.

Über 70 Millionen Besucher

Chinesische Gäste eines Restaurants blicken durch eine Fensterscheibe (Foto: ap)

Die Kosten in den Restaurants sind explodiert

Für viele Testbesucher waren auch die Größe des Geländes - zweimal so groß wie das Fürstentum Monaco - und die Kosten ein Problem. Zwar ist der Eintritt für Ausländer mit knapp 18 Euro relativ günstig, die Einheimischen jedoch können dies kaum bezahlen. Der Shanghaier Blogger Han Han brachte die Kostenexplosion im Internet so auf den Punkt: "Unsere Lebenshaltungskosten sind fünfmal so hoch wie eure, aber unsere Gehälter sind ein Fünftel von dem, was ihr bekommt", wandte er sich ironisch an die ausländischen Besucher und fügte hinzu: "Wir leben aber noch und freuen uns voller Glück auf unsere Freunde aus aller Welt."

Zwischen 70 und 100 Millionen Besucher, vor allem aus China, werden ab Samstag, dem ersten offiziellen Ausstellungstag, bis Ende Oktober erwartet. Shanghai ist nach Japan im Jahr 2005 erst die zweite Weltausstellungsstation im asiatischen Raum. Die Expo 2010 steht diesmal unter dem Motto "Better City, Better Life" ("Bessere Stadt, Besseres Leben") und stellt das Leben in den wachsenden Metropolen der Welt in den Mittelpunkt. Sechs Monate lang präsentieren sich auf der Weltausstellung nahezu 200 Länder mit Kultur und Technik.

Ein Zeltdach überspannt den Hauptboulevard des Expogeländes (Foto: ap)

Die Expo-Achse wurde in Deutschland entworfen

Herzstück stammt aus Deutschland

Als "Olympiade der Wissenschaften" gilt die Expo. Fünf zentrale Themenpavillons präsentieren die unterschiedlichen Aspekte städtischer Entwicklung. Sie tragen die Mottos Urban Footprints, Urban Planet, Urban Dwellers, Urban Beings und Urban Dreams. Das Herzstück der Pavillon-Promenade bildet übrigens ein Bauwerk aus Deutschland. Stuttgarter Konstrukteure haben die rund 1000 Meter lange "Expo-Achse" entworfen. Dabei handelt es sich um einen zentralen überdachten Boulevard mit der weltgrößten Membrankonstruktion.

Der deutsche Pavillon befindet sich in der europäischen Zone des Expogeländes. Das Projekt wurde von der Koelnmesse International koordiniert. Auf 6000 Quadratmetern wurde das Thema "Balancity – Stadt in Balance" umgesetzt. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.

Plagiatsvorwürfe im Vorfeld

Das blaue Maskottchen der Expo 2010 (Foto: DW)

Plagiatsvorwürfe gab es wegen Haibao

Und auch immer neue Plagiatsvorwürfe wurden im Vorfeld der Expo laut. Erst musste das Expo-Lied zurückgezogen werden, weil es genauso klang wie ein früherer japanischer Hit - dann kam Kritik auf, dass das Maskottchen "Haibao" der alten amerikanischen Cartoon-Figur "Gumby" ähnelt. Als letztes mussten noch die Architekten des chinesischen Pavillons in Shanghai dem Eindruck entgegentreten, dass ihre "Krone des Ostens" ein bisschen wie der japanische Pavillon bei der Expo 1992 im spanischen Sevilla aussehe.

Autorin: Marion Linnenbrink (rtr, dpa, afp, ap)
Redaktion: Manfred Götzke

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema