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Wirtschaft

Größte britische Hypothekenbank steht vor Übernahme

Nächstes Opfer der Finanzkrise: Nachdem die Aktien der britischen Hypothekenbank HBOS seit Anfang der Woche um die Hälfte gefallen waren, soll jetzt Lloyds TSB die angeschlagene Bank retten.

(17.9.2008, Quelle: AP)

Vor der Fusion: die Hypothekenbank HBOS

Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers geraten auch europäische Banken zunehmend unter Druck. Die größte britische Hypothekenbank Halifax Bank of Scotland (HBOS) hat Gerüchte über Fusionsgespräche mit der Großbank Lloyds TSB bestätigt. Die Verhandlungen seien bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und könnten bis Ende der Woche die Übernahme der HBOS zur Folge haben. Die Bank hat Schulden in Höhe von 100 Millionen Pfund (126 Millionen Euro). Die Angst vor einer Pleite von HBOS hatte die Aktie der Hypothekenbank nach der Insolvenz von Lehman Brothers um die Hälfte ihres Wertes absacken lassen. Erst die Fusionsgespräche mit Lloyds gaben der HBOS and den Börsen wieder Aufwind.

Die Finanzmarktkrise hatte der HBOS schon in der Vergangenheit schwer zugesetzt. Im ersten Halbjahr 2008 waren die Gewinne der Bank um 70 Prozent auf 848 Millionen Pfund eingebrochen. Der Versuch einer Kapitalerhöhung von vier Milliarden Pfund (fünf Milliarden Euro) war zuletzt aus Mangel an Abnehmern gescheitert. Mit einer Fusion von HBOS und Lloyds TSB entstünde eine neue Großbank mit einem Marktwert von fast 38 Milliarden Euro.

Nikkei fester, Handel in Moskau ausgesetzt

Händler an der Moskauer Börse (17.9.2008, Quelle: AP)

Nach Kursrutsch: Panik an der Moskauer Börse

In Europa und Asien können die Anleger nach zwei schwarzen Börsentagen wieder ein bisschen aufatmen. Der Deutsche Aktienindex startete heute leicht im Plus und notierte zeitweise über 6000 Punkten. An der Schweizer Börse herrschte zu Handelsbeginn freundliche Stimmung, vor allem die Finanztitel konnten zulegen. Der japanische Nikkei 225 stieg an der Tokioter Börse wieder leicht und notierte zuletzt mit knapp 11750 Punkten.

An der Moskauer Börse wurde dagegen am zweiten Tag in Folge der Handel ausgesetzt, nachdem der russische Aktienindex RTS in den ersten zwei Stunden nach Handelsbeginn um über sechs Prozent gefallen war. Auch der in Rubel notierte Index Micex stoppte den Handel nach einem Kursrutsch von drei Prozent. Seit seinem Höchststand im Mai, hat der RTS-Index 57 Prozent seines Wertes verloren. Zwar kündigte das russische Finanzministerium eine Finanzspritze von insgesamt 60 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 42 Milliarden Euro, an. Der Handel auf dem Parkett musste dennoch ausgesetzt werden, nachdem klar wurde, dass das Geld den Markt nicht rechtzeitig erreichen würde.

Folgen für deutsches Bankensystem

Eine Filiale der Lehman Brothers Bank in Frankfurt/Main. (17.9.2008, Quelle: AP)

Sechs Milliarden Euro könnte die Pleite von Lehman Brothers die deutschen Banken kosten

Für Erleichterung auf den Finanzmärkten sorgten auch die überraschend guten Geschäftszahlen der US-Investmentbank Morgan Stanley. Das Bankhaus gab nach Börsenschluss in New York am Dienstag (16.09.2008) einen Gewinn von knapp 1,43 Milliarden US-Dollar bekannt, rund eine Milliarde Euro. Dennoch bleibt die Lage angespannt. An der Wall Street musste der US-amerikanische Aktienindex Dow Jones gleich zu Handelsbeginn empfindliche Verluste hinnehmen und notierte zuletzt mit knapp 10900 Punkten rund 1,5 Prozent im Minus.

Die Pleite von Lehman Brothers trifft auch das deutsche Bankensystem. Wie das "Handelsblatt" meldet, könnte die deutsche Tochter der US-Bank Lehman Brothers den Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken mit bis zu sechs Milliarden Euro belasten. Anleger müssten sich um ihre Ersparnisse aber keine Sorgen machen, beruhigte der deutsche Bankenverband.

Barclays weidet Lehman aus

Schild Barclays Bank (17.9.2008, Quelle: AP)

Barclays sichert sich die Filetstücke von Lehman Brothers

Unterdessen hat sich die britische Bank Barclays die Filetstücke von Lehman Brothers gesichert. Rund 1,75 Milliarden US-Dollar (1,23 Milliarden Euro) gaben die Briten für die Sparten Investmentbanking, den Handel mit Aktien und festverzinslichen Wertpapieren in Nordamerika sowie zwei Datenzentren und die prestigeträchtige Konzernzentrale von Lehman Brothers in Manhattan aus. Barclays erwirbt damit Vermögenswerte mit einem Volumen von 72 Milliarden US-Dollar (50,8 Milliarden Euro). Von den 26000 Lehman-Mitarbeitern sollen rund 10000 zu Barclays wechseln. Barclays hatte Verhandlungen über einen vollständigen Kauf von Lehman am Wochenende platzen lassen, weil die US-Regierung keine Garantien übernehmen wollte. (har)

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