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Bücher

Größenwahn und Lampenfieber

Der Schauspieler Armin Rohde hat seine Biografie und zugleich einen unterhaltsamen Leitfaden über seinen Beruf geschrieben.

Portrait, Deutscher Schauspieler Armin Rohde

Armin Rohde

Armin Rohde ist ein Besessener – und brennt fürs Spielen. Er selbst drückt das so aus: "Ich habe das damals gespürt, mit einer Deutlichkeit, mit der man vielleicht Hunger und Durst empfindet." Theater, Film und Fernsehen – er ist auf der Bühne genauso wie auf der Leinwand zu Hause. 1955 in Gladbeck geboren, ist Armin Rohde seit 1991 in zahlreichen TV-Produktionen zu sehen. Bekannt wurde er mit der Rolle des "Bierchen" in seiner ersten Kinoproduktion "Kleine Haie" (1991) von Sönke Wortmann. Seit diesem Film gilt Rohde als Idealbesetzung für den liebenswerten Proleten. Zahlreiche Filme folgten. Aktuell macht er als Albert Einstein in seiner neuesten Kinoproduktion in Deutschland von sich reden – und verfasste innerhalb von neun Monaten, in denen er 5 Filme drehte, auch noch sein erstes Buch.

Verliebt in den Beruf

Buchcover Armin Rohde, Größenwahn und Lampenfieber: Die Wahrheit über Schauspieler

Auch nach 30 Jahren Berufserfahrung sei er in die Schauspielerei immer noch so frisch verliebt wie in eine schöne Frau. Weil viele diese aber als Flittchen ansehen würden, wolle er mit Hilfe des Buches doch mit einigen Klischees aufräumen. So erzählt er anhand seiner eigenen Karriere, wie ein Vorsprechen bei der Schauspielschule abläuft, wie er Drehbücher liest und Texte lernt. Dabei kam er erst über Umwege zur Schauspielerei. Er arbeitete zunächst in der Fabrik, als Reisebegleiter und Postsortierer– bevor ihm, dem Ältesten von vier Kindern eines Bergmannes und einer Fabrikarbeiterin, die begehrte Aufnahme an der renommierten Folkwangschule in Essen gelang.

Schauspielerei ist viel Arbeit

Schauspieler werde man nicht, so Rohde, weil man ständig nur Sekt trinken wolle, von Premiere zu Premiere torkele und sich im Scheinwerferlicht der Roten Teppiche sonne. Schauspieler wird man aus einem inneren Drang, Begabung – und viel, viel Arbeit. Nach der Schauspielausbildung fing Rohde am Theater an – und blieb. Zwölf Jahre lang. Über 40 Rollen verkörperte er dort – musste sich in die verschiedensten Epochen hineindenken. Zu den Fähigkeiten eines guten Schauspielers, so sieht es Rohde, gehört die genaue Recherche über die darzustellende Figur, ein Herantasten an deren seelische Gegebenheiten und soziale Herkunft. Eine seiner größten Herausforderungen war ein über zweistündiger Ödipus-Monolog, den er lernen musste - verfasst in altertümlichem Deutsch und mit verschachteltem Satzbau. Sein Trick: er sprach ihn sich auf Band – und spielte sich ihn selbst wochenlang im Schlaf vor.

Hinter den Kulissen

Die Schauspieler Armin Rohde und Sibel Kekilli auf der Berlinale 2009. Foto: Jörg Carstensen dpa

Die Schauspieler Armin Rohde und Sibel Kekilli auf der Berlinale 2009

Rohde nimmt den Leser immer wieder mit hinter die Kulissen. Das ist aufschlussreich und spannend zu lesen. So wenn Rohde von seinen Begegnungen mit renommierten Schauspielkollegen wie Götz George oder Ben Kingsley berichtet, wie er deren Bescheidenheit und Kollegialität schätzen gelernt habe. Aber auch wie schwierig es manchmal ist, eine prominente und von den medien beobachtete Person zu sein. So habe es ihn sehr erschüttert, dass ein Stunt-Kollege sich zu Tode stürzte als der ihn in einer gefährlichen Fahrtszene doubelte. Die wochenlangen Schlagzeilen danach wären für ihn nur schwer zu ertragen gewesen.

Warum Schauspieler?

Mit 54 wisse er nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibe, all die Rollen zu spielen, die er sich wünsche. Nachdenklich klingt das von einem, der in jedem Kapitel schreibt, wie sehr er auch nach 30 Jahren noch in seinen Beruf verliebt ist. "Größenwahn und Lampenfieber" ist ein durch und durch sympathisches Buch: eine amüsante, gut lesbare Mischung aus Anekdoten und einem Leitfaden zum erfolgreichen Überleben im Schauspieler-Beruf.

Armin Rohde: Größenwahn und Lampenfieber. Die Wahrheit über Schauspieler. Rowohlt Verlag 2009. 12 Euro.