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Sprachbar

Gott

Er sieht aus wie ein junger Gott. Das hat ja Gott sei Dank geklappt. Herrgott noch mal! Gott erfreut sich in der deutschen Alltagssprache großer Beliebtheit – selbst wenn keine religiöse Gesinnung dahinter steckt.

"Über Gott und die Welt" reden, bedeutet im Allgemeinen, dass über alles Mögliche und Unmögliche gequasselt wird, zwanglos, während einer Party beispielsweise oder während eines Empfangs. Small Talk mit mehr oder weniger Niveau. Gott und insbesondere "der liebe Gott" erfreuen sich in der Alltagssprache großer Beliebtheit. Warum das so ist? Nun, Gott hat eben für alle etwas von einem Superlativ, da geht nichts drüber; und wenn einem nichts Besseres einfällt, rein sprachlich wohlgemerkt, bietet sich "Gott" geradezu an. Freude, Überraschung, Ärger, Abwehr; "ach du lieber Gott", "großer Gott", "oh Gott, oh Gott, das kann doch nicht wahr sein". Gott ist dabei in der Alltagssprache!

Gott sei Dank!

Ein schlichtes "Oh Gott" kann mit Vielerlei in Zusammenhang gebracht werden: Tante Guste kommt nun doch und wird eine Woche bleiben. Oder: Der Steuerbescheid ist eingegangen und sieht gar nicht gut aus. Oder: Wie soll ich die ganze Arbeit bis Monatsende bloß schaffen?

Wenn dann doch alles nicht ganz so schlimm war wie befürchtet, seufzen wir in stiller Erleichterung und murmeln ein "Gott sei Dank!". Auch bekennenden Atheisten entfährt mitunter dieser Ausdruck, aber bitte schön, es handelt sich dabei ja nur um Umgangssprache und nicht um tief-innere Überzeugung. Und dennoch: So ganz tief drin steckt eben doch das Bedürfnis, diese höchste Instanz, nämlich Gott, anzurufen. Sagt dir jemand "gnade dir Gott, wenn du das tust", so ist – "weiß Gott" – klar, da ist jetzt Schluss mit lustig, das ist ganz ernst gemeint.

Ganz und gar nicht religiös

Was den einen ihr "Guten Tag" ist den anderen ihr "Grüß Gott". Ein vor allem in süddeutschen Landen und vornehmlich Bayern üblicher Gruß, aus dem sich keineswegs ableiten lässt, ob es sich bei dem Grüßenden um einen gläubigen Christenmenschen handelt.

Ganz weit weg von jedem religiösen Hintergrund ist das deftige "Herrgott noch mal!", als Ausdruck großer Verärgerung oder Ungeduld ebenso selbstverständlich in der Alltagssprache zu Hause wie das "Weiß Gott!". Allerdings steht Letzteres mehr für ein "wirklich" im Sinne von: "Das ist nun weiß Gott egal, ob du heute oder morgen das Altpapier wegbringst."

Göttergleiche Schönheit

Den göttlichen Superlativ finden wir beispielsweise in "der sieht aus wie ein junger Gott", wobei wir damit in der Abteilung heidnischer Gottheiten sind, ebenso bei den göttergleichen weiblichen Schönheiten. Wen allerdings "Gott im Zorn erschaffen" hat, der – oder auch die – ist, was Grazie, Ebenmaß des Körpers und sinnliche Ausstrahlung angeht, ziemlich schlecht weggekommen. Es kann halt – "Gott sei's geklagt" – nicht jeder ein Adonis sein oder wie die Venus aussehen.

Das Attribut des Göttlichen wurde seit der römischen Antike ganz besonderen Vertretern des Menschengeschlechts verliehen. Zum Beispiel den römischen Kaisern. In der Neuzeit, so etwa ab dem 18. Jahrhundert entstand aus dem lateinischen 'divus' für 'göttlich' die 'Diva'. Plural: Diven. Wir kennen sie bis heute: Die Superstars von Bühne und Film. Eine ganz besondere, ja die Diva schlechthin, war Greta Garbo, "die Göttliche".

Wie Gott in Frankreich

Berühmte, schöne, glamouröse Frauen, das sind Diven. Nicht wenige von ihnen können ganz schön zickig sein, leben ihre Launen ungehemmt aus und gehen ihrer Umgebung ganz schön auf die Nerven. Ruhe finden sie vornehmlich in bescheidenen französischen Landschlössern, die von ausgedehnten Parks umgeben sind. Dort leben sie gerne und abgeschirmt wie – ja genauso – wie "Gott in Frankreich". In solcher Lebenslage kann man "den lieben Gott einen guten Mann sein lassen", man braucht sich ja um nichts zu kümmern.

Fragen und Aufgaben zum Text

Wenn jemand über Gott und die Welt redet, dann spricht er über …

1. sehr ernste und tiefsinnige Themen.

2. ganz viele verschiedene Themen.

3. ausschließlich christliche Themen.

Was kann man statt Grüß Gott auch sagen?

1. Zum Wohl!

2. Auf Wiedersehen!

3. Guten Tag!

Was bedeutet leben wie Gott in Frankreich?

1. ein luxuriöses Leben mit viel gutem Essen führen

2. sehr streng gläubig sein

3. mit seinen Launen anderen Menschen auf die Nerven gehen

Arbeitsauftrag

Diven sind berühmte, schöne und glamouröse Frauen, wie zum Beispiel die Schauspielerin Greta Garbo. Wählen Sie eine andere bekannte Persönlichkeit, die auch als Diva bezeichnet wird, recherchieren Sie ein wenig über sie und verfassen Sie ein kurzes Porträt.

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