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Aktuell Deutschland

"Gorch Fock" wieder auf großer Fahrt

Das Segelschulschiff "Gorch Fock" ist erstmals nach einer zweijährigen Zwangspause wegen des tödlichen Unfalls einer Kadettin wieder auf Ausbildungsfahrt - mit neuem Kapitän und überarbeiteten Lehrmethoden.

"Leinen los", hieß es für die Mannschaft der "Gorch Fock" in Kiel. Erstmals stach das Segelschulschiff wieder zu einer großen Ausbildungsreise in See. Der weiße Dreimaster machte sich mit etwa 150 Besatzungsmitgliedern auf den Weg zu den Kanarischen Inseln, wie ein Marinesprecher mitteilte. Zunächst werde die sogenannte Stammbesatzung geschult. Im Januar sollen dann neue Kadetten an Bord gehen, die auf dem Schiff ihre Offiziersausbildung absolvieren.

ARCHIV - Das Schulschiff der Bundesmarine, die «Gorch Fock», läuft am 12.06.2008 unter Segeln über die Kieler Förde. Am 27.11.2012 verlässt der Dreimaster seinen Heimathafen Kiel zur 160.Ausbildungsfahrt in Richtung Kanarische Inseln. Foto: Carsten Rehder/dpa (zu dpa «Neustart für «Gorch Fock» - Schulschiff vor nächstem Ausbildungstörn« vom 26.11.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Neuer Kapitän, neues Ausbildungskonzept: Die "Gorch Fock" ist wieder auf Ausbildungsfahrt

Die Kadetten-Ausbildung auf der "Gorch Fock" war nach dem tödlichen Sturz einer 25-jährigen Offiziersanwärterin bei einer Segelübung im November 2010 ausgesetzt worden. Zwei Jahre zuvor hatte es schon einmal einen Todesfall gegeben: Eine Kadettin war in der Nordsee offenbar über Bord gegangen, die Todesumstände wurden nie ganz geklärt. Berichte über angebliche Schikanen an Bord, Ausbildungsdefizite und Führungsschwächen machten Schlagzeilen. Das Bundesverteidigungsministerium stellte in einem Bericht zu dem tödlichen Unfall der Kadettin auch Fehler bei der Dienstaufsicht an Bord fest. Der damalige Kapitän musste gehen.

Ausbildungskonzept wurde überarbeitet

Marineführung und Verteidigungsministerium entschieden im vergangenen Jahr dann, die Schulungen mit verbesserten und geänderten Abläufen wieder aufzunehmen. So wurden etwa neue Sicherungen in den Rahen der Tagelage eingebaut. Außerdem wurde ein Übungsmast an Land in der Marineschule Mürwik in Flensburg errichtet. Hier lernen die Kadetten die Grundkenntnisse zum sicheren Arbeiten in der Takelage, bevor sie das erste Mal an Bord gehen. Die lange Zwangspause wurde auch für eine Generalrenovierung der "Gorch Fock" genutzt. Das Marineschiff musste für rund zehn Millionen Euro - unter anderem wegen Rosts - überholt werden.

"Angespannt, aber ohne Nervosität" gehe er auf die Reise, sagte der neue Kommandant Helge Risch vor dem Auslaufen der "Gorch Fock". In einem Interview mit der Zeitung "Die Welt", hatte er zuvor betont, Schiff und Besatzung seien gut vorbereitet. "Wir wissen sehr genau, was jetzt unsere Aufgabe ist, und haben einen guten Plan dafür gemacht", so der 49-Jährige.

Die "Gorch Fock" wird Mitte Mai 2013 im Heimathafen in Kiel zurückerwartet. Seit der Indienststellung 1958 wurden auf dem Dreimaster 15.000 Offizier- und Unteroffiziersanwärter ausgebildet.

kis/wl (dpa, afp, dapd)