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Aktuell Welt

Gorbatschows Ex-Außenminister Eduard Schewardnadse gestorben

Er galt als einer der Väter der deutschen Wiedervereinigung. Jetzt ist der frühere sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse gestorben.

Der frühere georgische Präsident und ehemalige sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse ist tot. Wie seine persönliche Assistentin in Tiflis mitteilte, starb er im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit. Nach dem Fall der Mauer in Berlin 1989 war er einer der entscheidenden Verhandler in den Zwei-plus-vier-Gesprächen zur deutschen Wiedervereinigung und setzte sich damit gegen den Widerstand vieler Kommunisten und Armeegeneräle in Moskau durch.

Am 25. Januar 1928 in Mamati nahe der Schwarzmeer-Küste geboren, machte der Historiker Schewardnadse bereits zu Zeiten seines Landsmanns Josef Stalin von 1948 an Karriere in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). 1985 holte der damalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow den diplomatisch unerfahrenen Parteichef von Georgien als Außenminister nach Moskau. Unerwartet rasch gewann Schewardnadse Statur und prägte in den folgenden fünfeinhalb Jahren die neue Außenpolitik in der Reformära der sogenannten Perestroika. Als Gorbatschows Chefdiplomat sorgte er nach vier Jahrzehnten des Kalten Krieges mit für politisches Tauwetter.

Politischer Verlierer in der Heimat

Von 1992 bis 2003 war Schewardnadse Präsident der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien, die inzwischen unabhängig war. Während er den Deutschen als Wegbereiter der Einheit unvergessen bleibt, galt er in seiner Heimat als politischer Verlierer. Eine ständige schwere Belastung bedeutete die kriegerische Auseinandersetzung mit den auf Unabhängigkeit von Tiflis drängenden Abchasen im Nordwesten Georgiens und den Südosseten an der Nordgrenze zu Russland.

Mit der umstrittenen, nach Einschätzung von OSZE-Beobachtern manipulierten Parlamentswahl, bei der Schewardnadse indes "keine ernsthaften Verstöße" feststellte, wurde im November 2003 das vorzeitige Ende seiner Ära eingeleitet. In der sogenannten Rosenrevolution verhinderte Schewardnadse nach Ansicht von Beobachtern durch seinen Rücktritt eine Eskalation und mögliches Blutvergießen.

jj/se (dpa, afp, rtr, munzinger)