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Wirtschaft

Google wird grün

Riesige Rechenzentren zu betreiben, kostet viel Geld und verbraucht viel Strom. Um diesen künftiger umweltfreundlich herzustellen, investiert Google in erneuerbare Energien.

google-logo, ap

Google will mit erneuerbaren Energien Gutes tun - sagt Google

Google Suche, Google earth, google scholar, google mail, google maps - all diese Angebote gibt es schon. Und demnächst vielleicht auch Google-Power - dein persönlicher Stromanbieter? Der Suchmaschinengigant will dafür sorgen, Strom aus erneuerbaren Energien künftig günstiger zu produzieren als aus Kohle.

Zehn Millionen für erneuerbare Energien

"Das bedeutet, dass wir Millionen in Entwicklung und Forschung stecken, die erneuerbare Energien fördern sollen", sagt der Unternehmenssprecher von Google Deutschland, Stefan Keuchel. Zehn Millionen US Dollar investiert Google zunächst. Gern hätte man mehr ausgegeben, aber es fehlt an brillanten Ingenieuren, so der Konzern. "Wir möchten die ganze Entwicklung auf diesen Gebiet ein klein wenig beschleunigen", erklärt Google die Gründe für das Engagement. Die Entwicklung beschleunigen heißt aber nicht, dass Google bald Stromkonzerne wie E-ON oder Vattenfall Konkurrenz machen will. Ein eigenes Kraftwerk will Google nicht auf sein Gelände bauen.

Klimasünder Computer

Kai Strunz ist Professor an der Technischen Universität Berlin, sein Fachgebiet sind Erneuerbare Energien. Dass Google ein Auge auf saubere Energie geworfen hat, beobachtet er mit großem Interesse. Denn der Computer entwickelt sich mehr und mehr zum Klimaverschmutzer. "Der Löwenanteil des Anstiegs beim Stromverbrauch wird dem Internet zugeschrieben. Das liegt auch daran, dass es immer mehr Internetzugänge gibt und Computer immer leistungsfähiger sind", sagt der Forscher. Bereits fünf Prozent der Stromkosten in Deutschland würden von Computern verursacht. Vor einigen Jahren habe der Anteil bei einem Prozent gelegen, so Strunz.

Betriebsgeheimnis Stromverbrauch

Google-Chef Eric Schmidt, dpa

Plötzlich ein Grüner? Google-Chef Eric Schmidt

Gerade Google, Betreiber von riesigen Rechenzentren, gehört zu den großen Stromverbrauchern. Nicht ohne Grund hütet der Konzern seinen genauen Stromverbauch wie ein teures Betriebsgeheimnis. Und trotzdem: Bei der Erforschung erneuerbarer Energien hat Google nicht seinen Gewinn im Kopf - sagt zumindest Unternehmenssprecher Stefan Keuchel: "Man vermutet immer: Das können die nicht einfach so machen, da steckt der Gedanke dahinter, dass man damit Geld verdienen will. Das kann ich versichern, das ist hier nicht das Ziel."

Stattdessen möchte der Konzern die Abhängigkeit von der Kohle beenden und die Entwicklung auf dem Markt der erneuerbaren Energien voran treiben. Einfach aus Gutmenschentum, wie Stefan Keuchel meint: "Es klingt in Deutschland ein bisschen komisch, dass davon wirklich die gesamte Menschheit profitieren kann." Tatsächlich klingt das ein wenig zu schön für einen Konzern, der jährlich einen Umsatz von 16 Milliarden Dollar macht.

Gutmenschentum oder Gewinngedanken?

Kai Strunz kann sich schon vorstellen, dass es Google große Vorteile bringt, in diesem Feld zu investieren: "In Kalifornien, wo Google sitzt, hatte man schon öfter große Stromausfälle. Wenn man sein eigenes lokales Energiekraftwerk aufbaut, ist man davon unabhängig und hat einen wirtschaftlichen Vorteil."

Ob Gutmenschentum oder Gewinngedanken - schaden kann das Engagement des Suchmaschinenriesen nicht, da ist sich der Energie-Experte Strunz sicher: "Es ist hilfreich, wenn High-Tech-Firmen wie Google sich bei erneuerbaren Energien engagieren. Denn dabei können sie mithelfen, dass der Mehrbedarf an Strom durch das Internet über umweltfreundliche Quellen gedeckt werden kann." Ein IT-Unternehmen als Vorreiter auf dem Öko-Strommarkt - das könnte auch Vorbild für andere sein, meint Strunz. Auch wenn nicht jedes Unternehmen gleich zehn Millionen Dollar hinein stecken könne.

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