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Wirtschaft

Google und der Datenschutz - eine schwierige Beziehung?

Google reagiert auf den Druck von Datenschützern und anonymisiert die bei Suchanfragen entstehenden Daten früher als ursprünglich geplant. Doch die Kritik hält an.

Suchmaschine Google (AP)

Google steht immer wieder in der Kritik der Datenschützer

Googles Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer gab am Dienstag (09.09.08) bekannt, dass Google die IP-Adressen seiner Nutzer nun schon nach neun Monaten löschen werde. Bereits im März 2007 reduzierte Google die bis zum damaligen Zeitpunkt unbeschränkte Speicherdauer auf 18 Monate. Bei jeder Suchanfrage über Google werden die eingegebenen Begriffe sowie die IP-Adresse des Computers gespeichert. Die IP-Adresse bekommt der Nutzer bei jeder Einwahl in das Internet von seinem Online-Anbieter zugewiesen. Dadurch ist es möglich, jeden einzelnen Computer im Netz zu identifizieren.

Datenschützer fordern noch kürzere Speicherdauer

Google-Firmensitz in Kalifornien

Das US-amerikanische Unternehmen feierte am Sonntag (07.09.08) seinen 10. Geburtstag

Zwar reicht die IP-Adresse alleine nicht aus, um eine einzelne Personen im Internet identifizieren zu können. Zusammen mit anderen persönlichen Informationen, wie beispielsweise einem Login-Namen, ist dies jedoch möglich. Deshalb fordern europäische Datenschützer, die Daten bereits nach sechs Monaten unkenntlich zu machen. Für eine weitere Reduzierung der Speicherdauer sieht Google allerdings keinen Anlass. Mit den neun Monaten Speicherdauer halte man die Balance zwischen den Interessen der Nutzer und des Unternehmens, so der Datenschutzbeauftragte des Konzerns.

Google verdient an den Nutzungsdaten

Für Google sind die Daten seiner Nutzer bares Geld, da sie Aufschluss über die persönlichen Interessen und Beziehungen der User geben. Davon profitieren zum einen die Werbekunden von Google, die mithilfe der Daten gezielter ihre Anzeigen schalten können. Zum anderen profitiert der Konzern selbst, da er für Anzeigekunden attraktiver wird und dadurch mit Mehreinnahmen rechnen kann.

Wegen Datenschutzbedenken hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erst am Sonntag (07.09.08) vor dem Gebrauch des neuen Google-Browsers "Chrome" gewarnt. BSI-Sprecher Matthias Gärtner mahnt zur Vorsicht im Umgang mit "Chrome", da die Anhäufung von Daten bei einem einzigen Anbieter wie Google kritisch sei. Wenn man sich von einem Anbieter abhängig mache, sei das Risiko höher, so Gärtner

Kritik an "Chrome" von allen Seiten

Logo Google-Browser Chrome (DPA)

Googles neustes Projekt "Chrome" steckt noch in den Kinderschuhen

Kritik an Googles Browser hagelt es zum einen für die eindeutige Installationsnummer, die in bestimmten Fällen an das Unternehmen übertragen werden kann. Zum anderen für eine Funktion, die bereits bei der Eingabe von Suchbegriffen Vorschläge unterbreitet und auch Daten an Google überträgt. Diese Methode ist keineswegs neu oder ungewöhnlich: Auch der Firefox-Browser von Mozilla speichert eine Installationsnummer und übermittelt sie regelmäßig an den Software-Hersteller.

Das BSI rät aber noch aus einem weiteren Grund von der Nutzung des Google-Browsers ab: Es sei problematisch, dass Google ein Produkt in der Testversion aufgrund seiner Marktmacht einer breiten, zum Teil technisch wenig versierten Öffentlichkeit zugänglich mache, sagt Gärtner. Er empfiehlt deshalb, die Nutzungsbedingungen von "Chrome" sehr genau zu lesen.

Auch Daniel Bachfeld vom Computer Magazin "c´t" rät zur Vorsicht und fordert, dass Google seinen Nutzern deutlich sagen müsse, dass es sich bei "Chrome" um eine Beta-Version zum Testen handle. Er berichtet, dass innerhalb kürzester Zeit drei kritische Sicherheitslücken bekannt geworden seien. Bachfeld empfiehlt deshalb, den Google-Browser vorerst nur eingeschränkt – etwa auf vertrauenswürdigen Websites – einzusetzen. (san)

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