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Wirtschaft

Google geht aufs Börsenparkett

Die Ankündigung des Google-Börsengangs war erwartet worden. Die Betreiber der Suchmaschine brauchen Geld zur Weiterentwicklung. Nun ist auch das Geheimnis um die Geschäftszahlen des Internet-Unternehmens gelüftet.

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Suchmaschinen-Gründer Larry Page und Sergey Brin

Der führende Suchmaschinen-Betreiber Google gibt ein Signal für das Ende der Internet-Krise: Das rasant wachsende US-Unternehmen geht an die Börse und will dabei 2,7 Milliarden Dollar (2,27 Milliarden Euro) einnehmen. Der Ausgabepreis (Emissionspreis) der Aktie soll auf ungewöhnliche Weise im Zuge einer Auktion festgelegt werden, wie Google am Donnerstag (29.4.2004) mitteilte. Ein Termin steht noch nicht fest, es wird mit Spätsommer oder Herbst gerechnet. Es ist der erste große Börsengang in der Branche seit dem Platzen der Technologie-Blase an den Finanzmärkten vor drei Jahren.

Auktion geplant

Nach Angaben von Google soll der Ausgabepreis im Rahmen einer Auktion ermittelt werden, um damit die Chancen für Privatanleger zu verbessern, noch vor dem eigentlichen Handel an der Börse Aktien zu erwerben. Mit der Emission der Aktien wurden die Investmentbanken Morgan Stanley und Credit Suisse First Boston betraut.

Zugleich legte Google in dem mehr als 100-seitigen Antrag an die US-Wertpapieraufsicht SEC erstmals seine Geschäftszahlen vor. Demnach steigerte der Betreiber der populären Google-Websites im vergangenen Jahr den Gewinn um sechs Prozent auf 105,6 Millionen Dollar (88,7 Millionen Euro) und den Umsatz um fast das Dreifache auf 961,9 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2004 wurde der Gewinn mit 64 Millionen Dollar bereits mehr als verdoppelt, ebenso wie die Erlöse mit 390 Millionen Dollar. Die Einnahmen kämen zu 95 Prozent aus der Werbung, hieß es. Das 1998 gegründete Unternehmen hat 1907 Mitarbeiter.

Firmengründer als Milliardäre

Die Aktien sollen an der US-Technologiebörse Nasdaq platziert werden. Der Börsenwert des gesamten Unternehmens wird von Experten auf 20 bis 25 Milliarden Dollar geschätzt. Die Firmengründer Larry Page (31) und Sergey Brin (30) dürften durch den Börsengang schlagartig zu Milliardären werden. 2003 verdienten sie dem Börsenprospekt zufolge jeweils rund 350.000 Dollar bei einem Grundgehalt von 150.000 Dollar. Der als Konzernchef engagierte ehemalige Manager der Computerkonzerne Sun Microsystems und Novell, Eric Schmidt, kam auf 550.000 Dollar.

Die Auktion zur Feststellung des Ausgabepreises ist ein relativ seltenes und umstrittenes Verfahren. Interessenten teilen dabei mit, wie viele und zu welchem Preis sie Aktien haben möchten. Auf Grundlage dieser Daten wird ein Preis festgelegt, zu dem die Papiere zugeteilt werden. Privatpersonen außerhalb der USA würden dabei nicht berücksichtigt, hieß es bei Google.

Offenlegung der Zahlen

Um den Einfluss der neuen Anteilseigner auf das Geschäft zu reduzieren, werden die Aktien in zwei Typen aufgeteilt. Papiere der Klasse A haben eine Stimme, Titel der Klasse B zehn Stimmen. Das Management hält derzeit rund 150 Millionen von 234 Millionen B-Aktien, Brin und Page jeweils 38,5 Millionen. Beide würden einen "Bruchteil" im Zuge des Börsengangs verkaufen, hieß es.

Ein Google-Börsengang wurde bereits seit Monaten erwartet. Google musste seine Ergebnisse offen legen, da dies in den USA Pflicht ist für Aktiengesellschaften (AG) mit mehr als 500 Aktionären, unabhängig davon, ob die AG börsennotiert ist oder nicht. Diese Grenze hatte Google überschritten. Da das Unternehmen nun wie eine börsennotierte Gesellschaft die Zahlen vorlegen müsse, könne es auch gleich von den Vorzügen eines Börsengangs profitieren, hieß es.

Yahoo und Microsoft als Wettbewerber

Google braucht Geld, um seine Marktführerschaft mit der Fortentwicklung der Technologie und neuen Diensten zu verteidigen. "Wir betrachten Yahoo und Microsoft als unsere schärfsten Wettbewerber", heißt es in dem Börsenprospekt. Der Internetportal-Pionier Yahoo will Google mit einem neuen eigenen Suchsystem Kunden abjagen. Microsoft siedelte seine Suchmaschine beim Onlinedienst MSN an. Außerdem will Microsoft-Gründer Bill Gates das neue Windows-System "Longhorn" mit umfassenden Suchfunktionen ausstatten. (kap)

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