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Wirtschaft

Google darf doch an die Börse

Nach vielen Pannen scheint es jetzt doch noch zu klappen: Google geht an die Börse. Allerdings muss der Suchmaschinen-Betreiber seine Aktien deutlich unter dem ursprünglich geplanten Preisniveau ausgeben.

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Machten ihrem Unternehmen Probleme: Google-Gründer Page und Brin

Der weltweit beliebteste Suchmaschinen-Betreiber legte Mittwochnacht (18.8.) den Ausgabepreis seiner Aktien mit 85 Dollar fest. Zuvor hatte die US-Börsenaufsicht SEC mit Verzögerung grünes Licht für die Platzierung an der Technologiebörse Nasdaq gegeben. Mit einem Erlös von 1,67 Milliarden Dollar handelt es sich um den viertgrößten US-Börsengang in diesem Jahr.

Es wurde damit gerechnet, dass die Aktien bereits am Donnerstag gehandelt werden. Dem Börsengang war eine Serie von Pannen vorausgegangen. Erst am Mittwoch hatte Google offenbar angesichts einer überraschend niedrigen Nachfrage die Preisspanne für seine Aktien deutlich auf 85 bis 95 Dollar gesenkt, nachdem zuvor noch 108 bis 135 Dollar anvisiert worden waren. Zudem wurde die Zahl der auszugebenden Aktien von 25,7 Millionen auf 19,6 Millionen reduziert. Ursprünglich hatte das im kalifornischen Mountain View ansässige Unternehmen einen Erlös von 3,5 Milliarden Dollar angepeilt.

Schwaches Umfeld

Mit dem niedrigeren Ausgabepreis und IPO-Volumen musste Google offenbar dem schwachen Technologie-Marktumfeld Rechnung getragen. Rund 60 Prozent aller Börsen-Neulinge dieses Monats mussten sich nach Daten von Thomson Financial mit einem niedrigeren Preis zufrieden geben als zunächst angestrebt.

Der Google-Börsengang litt von Anfang an unter einer Reihe von Pannen. So musste das Unternehmen einräumen, dass es versäumt hatte, bei der SEC 23,2 Millionen Mitarbeiter-Aktien und 5,6 Millionen Aktienoptionen aufzuführen. Zuletzt sorgte ein "Playboy"-Interview von Page und Brin für Aufregung. Laut Google könnte dies als Verletzung der Schweigepflicht vor dem Börsengang gewertet werden.

Das Unternehmen könnte demnach schlimmstenfalls während eines Jahres verpflichtet werden, Aktien aus dem Börsengang zurückzukaufen. Zunächst war bereits für Dienstagabend mit der Absegnung durch die SEC gerechnet worden. Die Aufsichtsbehörde hatte Google zufolge aber zusätzliche Informationen zur Veröffentlichung eines "Playboy"-Interviews haben wollen.

Pläne seit dem Frühjahr

Google gab die Börsenpläne erstmal im April bekannt. Ende vergangener Woche hat das Unternehmen mit der Annahme von Geboten für seine Aktien begonnen. Dabei mussten die Bieter die gewünschte Menge und den Preis nennen, den sie zu zahlen bereit sind. Aus dem Auktionsverfahren wurde dann der endgültige Ausgabepreis für die Papiere ermittelt. Der Börsengang wird von den Investmentbanken Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley begleitet. (mik)

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