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Wirtschaft

Google beteiligt sich an AOL

Der Internetkonzern Google steigt bei AOL ein und schlägt damit Microsoft aus dem Feld. Denn auch der weltgrößte Softwarekonzern hatte auf einen Einstieg bei AOL gehofft.

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Sitz von Google im kalifornischen Mountain View

Für die geplante Beteiligung von fünf Prozent an AOL (America Online) bezahlt Google eine Milliarde Dollar (833 Millionen Euro), teilten beide Unternehmen am Dienstag (20.12.2005) in einer gemeinsamen Erklärung mit. AOL gehörte bisher vollständig zum weltgrößten Medienkonzern Time Warner.

Time-Warner-Konzernchef Dick Parsons erklärte, man sei sehr erfreut, durch die Kooperation mit Google die Stellung von AOL im schnell wachsenden Online-Werbemarkt stärken zu können. Nach Ansicht von Google-Chef Eric Schmidt können durch die Verbindung mit AOL Google-Nutzer künftig weltweit die Technologien beider Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen und sich so eine Fülle neuer Inhalte erschließen.

Weltweite Werbepartnerschaft

Den Angaben zufolge wollen beide Unternehmen eine weltweite Werbepartnerschaft bilden. Außerdem sollen künftig AOL-Inhalte auch Google-Nutzern zugänglich gemacht und die bisher nicht kompatiblen Chat-Programme beider Unternehmen, der AOL Instant Messenger und Google Talk, aufeinander abgestimmt werden. Auch bei der Suche nach Videos im Internet wollen Google und AOL zusammenarbeiten. Google will damit künftig ermöglichen, dass AOL auf Seiten des Netzwerkes des Suchmaschinenbetreibers auch Werbung unter anderem in Bildform platziert. Google hat den Einsatz von Werbung bislang nur beschränkt zugelassen.

AOL hat demnach künftig die Möglichkeit, etwa Banner-Werbung auf den Internetseiten von Google-Partnern zu platzieren. Rund die Hälfte des Google-Umsatzes stammt aus Text-Werbung auf den eigenen Seiten. Die andere Hälfte stammt aus Werbeeinnahmen durch Partner. Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass AOL mehr Internet-Seiten, auf denen Inhalte zur Verfügung stehen, im Rahmen einer Google-Suche zugänglich macht. Dies umfasst auch die engere Zusammenarbeit bei Videos. Diese werden damit künftig leichter im Internet zu finden und anzusehen sein. Tim Armstrong, bei Google in den USA für Werbung zuständig, sagte in einem Interview, das Unternehmen plane aber nicht, künftig seine eigene Site mit Werbung etwa in Bilderform vollzustopfen.

Niederlage für Microsoft

Verlierer bei der neuen Partnerschaft ist Microsoft. Der von Bill Gates gegründete Konzern hatte sich seit Monaten um eine Beteiligung bei AOL bemüht. Microsoft wollte damit eine stärkere Nutzung seiner Suchmaschine MSN Search erreichen. Nach einer Studie der Agentur Nielsen/NetRatings haben Google und AOL rund 55 Prozent Marktanteil, während MSN mit 11 Prozent abgeschlagen ist. Microsoft und Yahoo hatten bereits im Oktober 2005 eine ähnliche Zusammenarbeit für den MSN Messenger und den Yahoo Messenger vereinbart.

Mit dem Deal setzt Google seine Erfolgsgeschichte fort. Das Unternehmen, das im August 2004 mit einem Preis von 85 Dollar pro Aktie an der Börse startete, wird inzwischen für rund 430 Dollar gehandelt. (mik)

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