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Sport

Goodbye London

Nach einer beeindruckenden Schlussfeier erlosch das olympische Feier nach 17 Tagen. IOC-Chef Jacques Rogge lobte die Veranstalter überschwänglich. Im Medaillenspiegel lagen die USA mit 46 Goldmedaillen deutlich vorne.

Zum Schluss wurde nochmal alles aufgefahren im Olympiastadion, was Rang und Namen hat in Großbritannien. George Michael, Pink Floyd, die Spice Girls, Oasis, The Who, Julian Lloyd Webber, Madness, die Pet Shop Boys, eben eine "Symphony of British Music", wie sie der künstlerische Leiter des Festes, Kim Gavin, schon vorher angekündigt hatte. Diesmal war das Fest weniger bombastisch, weniger gigantisch als die Eröffnungsfeier, dafür locker und leicht. Statt Geschichte stand diesmal die britische Pop-Musik im Vordergrund.

Besonders den Athleten war anzusehen, welche Anspannung nach den Wettkämpfen von ihnen abgefallen ist. Stolz präsentierten die Medaillengewinner ihre Errungenschaften, alle, auch die Geschlagenen, winkten begeistert dem Publikum im Stadion in aller Welt zu, versuchten, ihre Eindrücke mit Kameras festzuhalten. Sie tanzten und sangen mit den Stars aus der Showbusiness und wollten gar nicht aufhören zu feiern.

Ein Blick von oben auf das Londoner Olympiastadion während der Schlussfeier (Bild: Getty Images)

Bis tief in die Nacht feierten die Athleten mit den Zuschauern im Olympiastadion

Schon vor der Schlussfeier hatte Rogge den London-Spielen ein hervorragendes Abschlusszeugnis ausgestellt. "Ich bin ein glücklicher und dankbarer Mann. Es waren absolut fabelhafte Spiele", bilanzierte der Belgier. "Das waren Athletenspiele, das olympische Dorf war fantastisch, die Sportstätten haben funktioniert und das Publikum war großartig. London hat die olympische Bewegung erfrischt."

Um 00:48 Uhr MESZ erklärte Rogge die Spiele für beendet, kurz darauf erlosch die olympische Flamme im Stadion.

In vier Jahren werden die Spiele der XXXI. Olympiade dann in Rio de Janeiro abgehalten. Acht Minuten lang präsentierten die Gastgeber des Jahres 2016 ihr Land und machten dabei neugierig auf mehr. Sogar Fußballstar Pele hatte einen kurzen Auftritt.

Marathon-Gold geht an Uganda

Zum Abschluss der olympischen Leichtathletik-Wettbewerbe in London hatte am Vormittag Stephen Kiprotich den Marathon gewonnen und seinem Land Uganda damit das zweite Gold überhaupt in der Olympia-Geschichte beschert. 40 Jahre nach seinem legendären Landsmann John Akii-Bua in München über 400 Meter Hürden triumphierte der 23-Jährige im Ziel auf der Prachtstraße The Mall in 2:08:01 Stunden. Silber und Bronze ging an Kenia. Der zweimalige Weltmeister Abel Kirui sicherte sich Silber, Bronze ging an Landsmann Wilson Kiprotich, der im April den London-Marathon gewonnen hatte. Deutsche Läufer waren nicht am Start.

Schon wieder das Dream Team

Die US-Basketballer haben bei zum 14. Mal Gold geholt. Der große Favorit setzte sich im Finale wie vor vier Jahren in Peking gegen Europameister Spanien durch und unterstrich beim 107:100 (59:58)-Sieg seine derzeitige Vormachtstellung. Der Rekordsieger hat alle Turnierspiele gewonnen, die letzte Niederlage auf olympischer Bühne hatte es 2004 im Halbfinale von Athen gegeben.
LeBron James von Miami Heat schaffte es erst als zweiter Spieler, innerhalb eines Jahres NBA-Champion, wertvollster Spieler der Finals und Olympiasieger zu werden. Zuvor war das Kunststück nur Michael Jordan beim Triumph des "Dream Teams" vor 20 Jahren in Barcelona gelungen.

Kobe Bryant wirft den Ball in den Korb, Spaniens Pau Gasol kann ihn nicht daran hindern (Bild: dapd).

Ehrensache Olympia: für Topstars wie Kobe Bryant geht es nicht um Geld, sondern um Gold

Die USA haben abgesehen von den Boykottspielen 1980 in Moskau immer am Olympiaturnier teilgenommen und stets eine Medaille geholt. Neben den 14 Goldmedaillen gab es einmal Silber und zweimal Bronze. Bronze in London sicherte sich das Team aus Russland.

Russland dreht das Volleyball-Finale

Mit 0:2 hatten Russlands Volleyball-Männer schon zurückgelegen im Finale gegen Brasilien, mussten im dritten Satz sogar zwei Matchbälle abwehren, aber am Ende gewannen sie dann doch mit 3:2 (19:25, 20:25, 29:27, 25:22, 14:9). Für Brasilien war es die zweite Endspielniederlage bei Olympia in Folge. Vor vier Jahren hatten die Südamerikener gegen die USA verloren. Russland hingegen feierte seinen vierten Olympiasieg, den ersten seit den Heim-Spielen von Moskau 1980.

Zuvor hatte sich Italien die Bronzemedaille durch ein 3:1 gegen Deutschland-Bezwinger Bulgarien gesichert.

Frankreich Handball-Olympiasieger

Frankreich hat seine Ausnahmestellung im Welt-Handball zurückerobert. Der Weltmeister gewann im Finale von London mit 22:21 gegen Schweden und sicherte sich zum zweiten Mal nach 2008 die Goldmedaille. Bronze holte Kroatien durch ein 33:26 gegen Ungarn. Die deutschen Handballer hatten sich nicht für das Turnier qualifiziert.

Mountainbike-Gold nach Tschechien

Der Weltmeister ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden: Jaroslav Kulhavy hat im Cross-Country-Rennen der Männer die Goldmedaille gewonnen. Der Tscheche verwies den Schweizer Nino Schurter um eine Sekunde auf den zweiten Platz. Bronze holte sich nach sieben Runden und 34 Kilometern der Italiener Marco Fontana. Der Deutsche Manuel Fumic belegte einen guten siebten Rang.

Manuel Fumic fährt auf dem Mountainbike über den Olympiakurs (Bild: AP)

Nicht so erfolgreich wie tags zuvor Silbermedaillengewinnerin Sabine Spitz: Mountainbiker Manuel Fumic

Schöneborn enttäuscht im Modernen Fünfkampf

Vor vier Jahren hatte Lena Schöneborn in Peking Gold im Modernen Fünfkampf gewonnen, im letzten Wettbewerb dieser Spiele von London erreichte sie nur Platz 15. In allen Disziplinen blieb Schöneborn hinter den hohen Erwartungen zurück. Für Annika Schleu reichte es sogar nur zu Rang 26. Die Goldmedaille gewann Laura Asadauskaite aus Litauen vor der Britin Samantha Murray und Yana Marques aus Brasilien.

Im Medaillenspiegel dominierten die USA mit insgesamt 104 mal Edelmetall, davon mal Gold vor China, das sich über 38 Olympiasiege freuen durfte. Auf Rang drei demonstrierten die Briten, wieviel Schub eine Gastgeberrolle den eigenen Sportlern verleihen kann. Sie kamen auf 29 Goldmedaillen. Deutschland landete in der Endabrechung auf Rang sechs. Elfmal Gold, 19 mal Silber und 14 mal Bronze lautete die Bilanz. Insgesamt gewannen übrigens 85 Nationen Edelmetall, darunter Exoten wie Trinidad und Tobago, Botswana, Zypern, Katar, Singapur oder Tadschikistan.

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