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Fußball

Gomez verlässt Besiktas nach Putschversuch

Der deutsche Fußball-Nationalsspieler Mario Gomez wird nicht mehr zu Besiktas Istanbul zurückkehren. Wegen der politischen Situation in der Türkei entscheidet der Stürmer, den Spitzenklub zu verlassen.

Mario Gomez zieht Konsequenzen aus dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei und den daraus resultierenden Folgen: Er will nicht mehr für Besiktas Istanbul auflaufen. In einer persönlichen Erklärung im Internet schrieb der frühere Bundesliga-Stürmer vom VfB Stuttgart und FC Bayern München am Mittwoch: "Der Grund dafür ist ausschließlich die politische Situation! Weder sportliche noch andere Gründe haben mich dazu bewegt. Einzig und allein die schrecklichen Geschehnisse der letzten Tage." Istanbul war vor dem Putschversuch am vergangenen Freitag in den vergangenen Monaten Schauplatz zahlreicher Attentate.

Auf seiner Facebook-Seite schreibt Gomez: "Es war eine schwierige Entscheidung, die mich sehr beschäftigt hat. Schweren Herzens will ich euch Besiktas-Fans persönlich mitteilen, dass ich in der kommenden Saison nicht für diesen tollen Verein, vor euch überragenden Fans und in diesem einzigartigen Stadion spielen werde." Einzig und allein die schrecklichen Geschehnisse der letzten Tage hätten ihn zu diesem Entschluss geführt. "Ich hoffe, dass diese politischen Probleme bald friedlich gelöst werden. Dann ist es mein großer Wunsch nochmal für Besiktas zu spielen! Der Verein und das Land sind mir in diesem einem Jahr sehr ans Herz gewachsen. Hoffentlich bis bald."

Wie reagieren andere internationale Fußballstars?

Der erste internationale Star in der Süper Lig zieht damit die Konsequenzen aus der immer explosiver werdenden Lage am Bosporus. Gomez' Nationalmannschaftskollege Lukas Podolski, der beim Stadtrivalen Galatasaray spielt, hatte einen Wechsel in der Vergangenheit unter dem Eindruck der zahlreichen Terroranschläge zumindest in Erwägung gezogen. In den Niederländern Wesley Sneijder (ebenfalls Galatasaray) und Robin van Persie (Fenerbahce) spielen weitere große Namen des Weltfußballs in Istanbul.

Zum Zeitpunkt des Putschversuchs war Gomez im Urlaub und nicht in Istanbul. Zuvor hatte er sich bei der Europameisterschaft in Frankreich, bei der er insgesamt zwei Treffer erzielte, im Viertelfinale gegen Italien einen Muskelfaserriss zugezogen. Gomez war im vergangenen Sommer auf Leihbasis mit Kaufoption vom AC Florenz zum türkischen Meister gewechselt und wurde dort türkischer Meister und Torschützenkönig. Mit 26 Ligatreffern wurde der Deutsche zum Garanten für die erste Meisterschaft der "Adler" seit 2009. Zuletzt hatte Besiktas erklärt, Gomez halten zu wollen. Florenz, an den Gomez noch ein Jahr gebunden ist, möchte den Angreifer angesichts eines kolportierten Gehalt von zehn Millionen Euro brutto pro Jahr loswerden. Wohin er wechselt, ist noch offen.

og (dpa, sid, twitter, facebook)