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Fußball

Gomez-Show gegen Neapel

Bayern München macht am 4. Spieltag der Champions-League-Gruppenphase den nächsten großen Schritt in Richtung Achtelfinale. Dortmund kommt endlich zum ersten Sieg und Leverkusen ist doch noch nicht weiter.

Thomas Müller (r.) beglückwünscht Mario Gomez zu seinem Hattrick (Foto: dapd)

Müller (r.) beglückwünscht Gomez zu seinem Hattrick

Mit einem Hattrick innerhalb von 25 Minuten hat Bayern-Stürmer Mario Gomez die Tür zum Achtelfinale in der Champions-League weit aufgestoßen. Der Torjäger sorgte im Alleingang gegen den SSC Neapel für ein überzeugendes 3:2 (3:1) und den 200. Sieg des FC Bayern im Europapokal, der allerdings nach einem Platzverweis für Holger Badstuber und einem späten Gegentor in der Schlussphase noch in Gefahr geriet. Die Mannschaft von Jupp Heynckes hat mit dem dritten Erfolg im vierten Spiel ihre Tabellenführung in der "Todesgruppe" A weiter ausgebaut und benötigt in den beiden verbleibenden Spielen gegen den FC Villarreal und bei Manchester City nur noch einen Punkt, um das Weiterkommen zu sichern.

Ein Wermutstropfen bleibt

Sanitäter tragen den Münchener Bastian Schweinsteiger auf einer Trage vom Spielfeld (Foto: dapd)

Schweinsteiger auf der Trage

Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger kann dabei wohl nicht mithelfen. Der Nationalspieler verletzte sich nach einem ungestümen Einsteigen von Neapels Gökhan Inler an der rechten Schulter (51.). Unter sichtlichen Schmerzen wurde Schweinsteiger auf einer Trage in die Kabine gebracht und dann zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gefahren. Schweinsteiger erlitt einen Schlüsselbeinbruch und wird wohl für den Rest des Jahres ausfallen.

Gomez traf am Mittwoch (02.11.2011) vor 66.000 Zuschauern zunächst in der 17. Minute nach einer glänzenden Körpertäuschung per Flachschuss, anschließend vollendete der Nationalspieler aus kurzer Entfernung ein Zuspiel von Toni Kroos (23.). In der 42. Minute machte er per Abstauber den ersten lupenreinen Hattrick eines Deutschen in der Königsklasse perfekt.

Hier erzielt Mario Gomez (r.) den Treffer zum 2:0 für den FC Bayern München (Foto: dpa/lby)

Hier erzielt Nationalstürmer Mario Gomez (r.) den Treffer zum 2:0 für den FC Bayern München

In der 45. Minute verkürzte Federico Fernandez für die Gäste, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Juan Zuniga (70.) die Partie in Unterzahl zu Ende bringen mussten. Sieben Minuten später waren auch die Bayern nur noch zu zehnt. Holger Badstuber sah nach einem Foul an Edinson Cavani ebenfalls Gelb-Rot, zwei Minuten danach traf Fernandez noch einmal zum 3:2.

Die Heynckes-Elf untermauerte mit einem über lange Strecken starken Auftritt ihre aktuelle Glanzform und zeigte, warum manch einer sie bereits mit Titelverteidiger FC Barcelona auf Augenhöhe sieht.

Dortmund holt überlebenswichtigen Sieg

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp kneift während eines Interviews ein Auge zu (Foto: dapd)

Das hätte auch ins Auge gehen können für BVB-Coach Klopp

Bereits am Dienstag hatte der Deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund seine letzte Chance genutzt und darf weiter auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League hoffen. Die Schwarz-Gelben gewannen gegen Olympiakos Piräus knapp, aber verdient mit 1:0 (1:0) und haben nun vier Punkte auf dem Konto. Damit klettert der BVB in der Tabelle auf den dritten Rang vor den griechischen Meister.

Kevin Großkreutz sorgte vor gut 65.000 Zuschauern im ausverkauften WM-Stadion mit seinem ersten Europacup-Treffer (7.) für die Entscheidung und gleichzeitig für eine gelungene Revanche für die 1:3-Pleite zwei Wochen zuvor in der griechischen Hauptstadt.

Ein hartes Stück Arbeit

Das viel zitierte "Endspiel" für Dortmund sah von Beginn an hoch motivierte Borussen, die schon nach drei Minuten den Führungstreffer auf dem Fuß hatten. Doch Großkreutz zirkelte den Ball freistehend aus nur elf Metern nach einem Pass von Mario Götze über das Tor. Besser machte es der Nationalspieler wenig später, als er den Ball aus 20 Metern unhaltbar für Olympiakos-Torhüter Balasz Megyeri zum Führungstreffer in die Maschen wuchtete. Der 38-malige griechische Meister versuchte, aus einer gut gestaffelten Defensive mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Den ersten Torschuss ihrer Mannschaft sahen die mitgereisten Fans von Piräus in der 15. Minute von Kevin Mirallas, doch BVB-Keeper Roman Weidenfeller parierte ohne Mühe.

Stefan Kießling jubelt über sein 1.1, doch das Tor war zu wenig für die Leverkusener (Foto: AP/dapd)

Kießlings Tor zum 1:1 war zu wenig für die Leverkusener

Im Vergleich zum Auftritt im Hinspiel wirkte die Dortmunder Abwehr wesentlich konzentrierter und im Angriffsspiel durchdachter und torgefährlicher. Im Gegensatz zu den ersten drei Gruppenspielen präsentierte sich der BVB nicht so ungestüm und schien seine Lehren aus den Niederlagen in Marseille (0:3) und Piräus gezogen zu haben. "Wir haben die Gewichtung richtig gelegt. Wir hatten es mehr als verdient. Es war ein schönes Tor, das Ergebnis lügt nicht, bei den letzten Spielen nicht und heute auch nicht", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Arbeitssieg erleichtert und stellte klar, "es ging darum, ein Ergebnis zu erzielen. Es hat nur gezählt, dass wir im Wettbewerb bleiben, und das sind wir. Ich bin zufrieden und stolz."

Leverkusen gab seine Trümpfe aus der Hand

Bayer-Keeper Bernd Leno (r.) versucht vergebens den Schuss von Jonas zu halten (Foto: dpa)

Bayer-Keeper Leno (r.) ist machtlos und kassiert das 0:1

Dagegen musste Bayer 04 Leverkusen eine 1:3 (1:1)-Niederlage beim FC Valencia hinnehmen und verpasste dadurch den vorzeitigen Einzug in die Runde der letzten 16. Die Spanier, die das Hinspiel 1:2 verloren hatten, liegen vor den letzten beiden Runden als Tabellen-Dritter nur noch einen Punkt hinter dem Werksklub. Roberto Soldado in der 65. und Adil Rami in der 75. Minute machten den glücklichen Sieg der Spanier perfekt.

Die Gastgeber hatten die Werkself vor 40.000 Zuschauern mit einem Blitztreffer von Jonas (1.) bereits früh geschockt, ehe Stefan Kießling in der 31. Minute der durchaus verdiente Ausgleich gelang. Am Ende aber feierte der FC Valencia seinen ersten Heimsieg gegen eine deutsche Mannschaft seit 15 Jahren.

Bayer-Keeper Leno verschuldete das 0:1

Mit dem bislang zweitschnellsten Tor in der Geschichte der Champions League waren die Hausherren in Führung gegangen. Nach exakt 10,5 Sekunden nutzte Jonas einen kapitalen Fehler von Bayer-Torwart Bernd Leno zum 1:0. Der Keeper hatte nach einem Rückpass von Manuel Friedrich dem brasilianischen Nationalspieler den Ball vor die Füße gespielt. Jonas, der bereits im Hinspiel die Spanier in Führung gebracht hatte, ließ der Leihgabe vom VfB Stuttgart keine Chance. Schneller als Jonas war bislang nur der Niederländer Roy Makaay, der am 7. März 2006 für Bayern München nach 10,03 Sekunden gegen Real Madrid getroffen hatte.

Nach dem Blitztor für Valencia lief bei Bayer zunächst wenig zusammen. Der zuletzt schon überzeugende Michael Ballack setzte dann nach einer guten halben Stunde mit einer Maßflanke Kießling hervorragend in Szene, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und seinen ersten Treffer in der Königsklasse erzielte. Anschließend kontrollierte Bayer das Geschehen. Im zweiten Durchgang spielte Valencia mit aller Macht auf Sieg, aber die Bayer-Abwehr hielt den zumeist ungestümen Angriffen der Hausherren stand, bis zur 65. Minute: Da nutze Soldado einen Fehler des bis dahin starken Toprak zur Führung, ehe Rami Bayers Manuel Friedrich düpierte und per Kopf für die Entscheidung sorgte. "Es war eine unnötige Niederlage", sagte Ballack. "Wenn man nach dem schnellen Rückstand so zurückkommt, ist das schon aller Ehren wert", meinte Lars Bender und versuchte, der Pleite so noch etwas Positives abzugewinnen.

Autor: Calle Kops
Redaktion: Olivia Fritz/Ursula Kissel

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