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Wirtschaft

Goldminen-Projekt in Griechenland gestoppt

Aus Protest gegen bürokratische Hemmnisse stellte das kanadische Unternehmen Eldorado Gold seine Arbeiten in der nordgriechischen Region Chalkidiki größtenteils ein. Die griechische Regierung spricht von Erpressung.

Auf der griechischen Touristenhalbinsel Chalkidiki wird kein Gold gefördert - zumindest vorerst nicht. Das kanadische Unternehmen Eldorado Gold hat den Bau einer Goldmine im Norden Griechenlands wegen Streitigkeiten mit der griechischen Regierung ausgesetzt. Zudem werde geprüft, ob auch zwei weitere Projekte in Griechenland gestoppt würden. Das Unternehmen begründet seine Entscheidung mit "Versäumnissen des Ministeriums und der Behörden". Die griechische Unternehmenstochter Hellas Gold warte seit "über drei Jahren" auf eine ständig "verschleppte" Baugenehmigung.

Eldorado Gold zufolge könnte auch der Bau zweier weiterer Minen in Nordgriechenland ausgesetzt werden, sollten nicht bald die benötigten Genehmigungen aus Athen eintreffen. Das Unternehmen müsse seine Projekte "im Lichte des derzeitigen Investitionsklimas in Griechenland" überdenken, heißt es in einer Mitteilung.

Umweltminister Skourletis: "Erpressungsversuch"

Griechenlands Umweltminister Panos Skourletis mutmaßte in einer Radiosendung, es könne sich um einen "Erpressungsversuch" des kanadischen Bergbauunternehmens handeln. Eldorado Gold habe die Stilllegung nur einen Tag vor einem geplanten Treffen mit griechischen Regierungsvertretern verkündigt. Skourletis zufolge könnte der Grund für die Entscheidung daher in finanziellen Problemen des Unternehmens liegen.

Protest gegen Hellas Gold

Seit Jahren protestieren Anwohner gegen die Pläne des kanadischen Unternehmens

Die Regierung handle ausschließlich aus Erwägungen des Umweltschutzes und des öffentlichen Interesses, so Skourletis. Die Mine wurde im August 2015 durch Griechenlands Regierung zunächst geschlossen, was mit Verstößen gegen Umweltauflagen begründet wurde. Im Oktober ordnete ein Gericht dann die "vorübergehende" Wiedereröffnung an, da es die Argumente der Regierung als unzureichend bewertete.

Proteste aus Angst um schlechtes Tourismusgeschäft

Umweltaktivisten und Bewohner der Region hatten gegen die Mine protestiert. Sie sorgen sich um die Lebensgrundlage der Menschen. Die Region im Nordosten Griechenlands lebt hauptsächlich von Tourismus, Fischfang, Ackerbau und der Imkerei. Laut Firmenangaben müssen 180 Hektar Wald gerodet werden.

Eldorado Gold hatte in die Skouries-Mine auf der Halbinsel Chalkidiki bereits mehrere Hundert Millionen Euro investiert. Momentan beschäftigen das Unternehmen und seine Lieferanten etwa 1600 Menschen in der Region. Die Goldminen sollten 2016 voll in Betrieb genommen werden.

hmf/djo (afp, dpa)