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Sport

Goldener Samstag für Riesch und Wilhelm

Skirennfahrerin Maria Riesch wird in Val d´Isere in Frankreich Weltmeisterin im Slalom, Biathletin Kati Wilheim triumphiert in Pyeongchang in Südkorea im Sprint.

Foto der Siegerehrung: links Silbermedaillengewinnerin Sarka Zahrobska aus Tschechien, in der Mitte Weltmeisterin Maria Riesch, rechts die WM-Dritte Tanja Poutiainen aus Finnland. Quelle: ap

Riesch am Ziel ihrer Träume

Mit einem Traumlauf wie aus dem Lehrbuch hat Maria Riesch dem Deutschen Skiverband die zweite Goldmedaille bei der WM in Val d´Isere beschert. Die 24-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen fuhr beim Slalom vom sechsten Platz nach dem ersten Lauf noch ganz nach vorne. "Ich bin Weltmeisterin, das ist der Hammer", jubelte Riesch nach dem Rennen. "Ich hätte es selbst nicht mehr für möglich gehalten." Bis zu diesem Samstag war für die derzeit beste deutsche Skirennläuferin bei der WM alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Fast schien es, als scheitere Riesch an den hohen Erwartungen. Doch der sensationelle WM-Sieg ihrer Teamkollegin Kathrin Hölzl am Donnerstag im Riesenslalom nahm offenbar auch Druck von den Schultern Maria Rieschs. Während die beiden Führenden nach dem ersten Lauf, die Italienerin Manuela Mölgg und die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, im entscheidenden Durchgang des Slaloms ausschieden, behielt Riesch die Nerven und holte sich den WM-Titel. Silber gewann die Tschechin Sarka Zahrobska, Bronze die Finnin Tanja Poutiainen.

Maria Riesch auf den Spuren Rosi Mittermaiers

Maria Riesch beim ersten Durchgang des WM-Slalom von Val d´Isere. Quelle: ap

Mit Traumlauf WM-Traum erfüllt

Für Maria Riesch endete damit auch eine lange Pechserie. Die Weltmeisterschaft 2005 und die Olympischen Spiele 2006 hatte sie wegen zwei Kreuzbandrissen verpasst. Bei der WM 2007 war sie noch nicht wieder in Topform. Vor der WM in Val d´Isere galt Riesch als klare Favoritin im Slalom, hatte sie doch die letzten vier Weltcuprennen in dieser Disziplin gewonnen. Nun darf sie sich über ihren ersten ganz großen Titel freuen. "Es hat selten so eine verdiente Weltmeisterin gegeben wie sie", sagte der deutsche Cheftrainer Mathias Berthold. Letzte Slalom-Weltmeisterin aus Deutschland war Rosi Mittermeier gewesen, die 1976 triumphiert hatte.

Kati Wilhelm "zum Glück gezwungen"

Kati Wilhelm beißt in die Goldemedaille. Quelle: ap

Echtes Gold für Wilhelm

Riesenjubel gab es auch im Lager der deutschen Biathletinnen. Kati Wilhelm und Simone Hauswald sorgten mit ihrem Doppelerfolg im Sprintrennen für einen Traumstart bei den Weltmeisterschaften in Pyeongchang in Südkorea. Wilhelm gewann acht Jahre nach dem Sieg bei ihrem WM-Einstand 2001 erneut den Sprint über 7,5 Kilometer. Die 32 Jahre alte Thüringerin verwies in der knöcheltiefen und extrem schwierig zu laufenden Loipe mit fehlerfreiem Schießen Simone Hauswald um 9,9 Sekunden auf den Silberrang. In Olga Saizewa und Anna Bulygina landeten zwei Russinnen einen Tag nach den Doping-Suspendierungen gegen drei ihrer Team-Kollegen auf den Plätzen drei und vier. Wilhelm war "superglücklich". Noch am Morgen hatte das "Rotkäppchen" für eine Absage des Rennens plädiert. "WM-würdig war das heute nicht, auch wenn ich natürlich jetzt mit der Jury-Entscheidung sehr zufrieden bin", sagte Wilhelm und fügte schmunzelnd hinzu: "Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden."

Silber-Medaille im Heimatland der Mutter

Simone Hauswald vor dem Schießen. Quelle: ap

Hauswald treffsicher

Für die ebenfalls fehlerfrei schießende Simone Hauswald war der zweite Platz der erste große Einzel-Erfolg. "Es ist ein ganz besonderes Gefühl, eine ganz besondere WM", sagte die Skijägerin, deren Mutter aus Korea stammt. Gemeinsam mit ihren Eltern vergoss sie ein paar Freudentränen und schwenkte überschwänglich die deutsche und die südkoreanische Fahne. Die entthronte Titelverteidigerin Andrea Henkel als Sechste und Magdalena Neuner mit Laufbestzeit auf Rang acht sowie Martina Beck als Zwölfte komplettierten das überragende Mannschafts-Ergebnis der deutschen Frauen. - Den Sprint der Männer gewann der Norweger Ole-Einar Björndalen vor seinen Landsmännern Lars Berger, Halvard Hanevold und Alexander. Bester Deutscher war Michael Greis als Siebter. Der dreimalige Olympiasieger polterte: "Das hatte mit Langlaufen nichts zu tun. Wir sind nur gewatschelt. Soweit hätte es nie kommen dürfen. Das ist eine WM und keine Klubmeisterschaft auf Schneeresten im Frühjahr." (sn/ab)