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Aktuell Deutschland

Goldener Ehrenbär für Lanzmann

Mit seinem Dokumentarfilm "Shoah" über den NS-Völkermord an den Juden hat er Filmgeschichte geschrieben. Nun würdigte die Berlinale den Regisseur Claude Lanzmann für sein Lebenswerk mit ihrer höchsten Auszeichnung.

Mit der Zeitzeugen-Dokumentation "Shoah" hat sich der französisch-jüdische Regisseur Claude Lanzmann in das Gedächtnis der Menschheit eingeschrieben. Neuneinhalb Stunden ließ der Filmemacher Opfer und Täter des Holocaust zu Wort kommen. Für dieses und seine weiteren Werke erhielt der 87-Jährige am Donnerstagabend den Goldenen Ehrenbären der Berlinale.

"Ein Meilenstein in der Erinnerungskultur"

#video#Festivalchef Dieter Kosslick überreichte Lanzmann den Preis in Berlin. Laudator Ulrich Gregor nannte den 1985 veröffentlichten Film einen "Meilenstein in der Erinnerungskultur". "Er war wie eine Antwort auf all die Fragen, die uns ständig verfolgt haben."

Lanzmann sagte, während der zwölfjährigen Arbeit an der Dokumentation habe er immer an einem Gedanken festgehalten: "Ich wusste, dass "Shoah" nach dem langen Schweigen eine Befreiung für die Deutschen sein würde, um immer offener über ihren eigenen Schmerz zu sprechen."

"Heute bin ich ein Star"

Bei dem Festival stellte Lanzmann erstmals die restaurierte und digitalisierte Version seines Meisterwerks vor. 1986 hatte er das fast zehnstündige Werk erstmals in Berlin gezeigt. Angesprochen auf den Unterschied zwischen damals und heute sagte er bei einem Podiumsgespräch: "Heute bin ich ein Star."

Bei den 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin, die am Sonntag (17. Februar) zu Ende gehen, konkurrieren 19 Filme aus aller Welt um den Goldenen und die Silbernen Bären. Am Samstag werden die Bären für aktuelle Filmproduktionen vergeben.

GD/haz (dpa, afp)