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Kultur

Goldener Bär geht nach Peru

Zum ersten Mal in der Geschichte der Berlinale hat ein Film aus Peru den Goldenen Bären gewonnen. Der Preis für den besten Film der 59. Internationalen Filmfestspiele ging an "La Teta Asustada" von Claudia Llosa.

Claudia Llosa (Foto: AP)

Holte die begehrte Trophäe in Gold: Regisseurin Claudia Llosa

Insgesamt hatten im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 18 Filme um den Goldenen Bären konkurriert. Jury-Präsidentin Tilda Swinton sagte, die Entscheidung für "La Teta Asustada" (Milch des Leids) sei einstimmig gefallen. Der Film handelt von den Folgen des brutalen Bürgerkriegs, in dem zwischen 1980 und 2000 die peruanische Armee gegen die Guerilla-Organisation "Leuchtender Pfad" kämpfte.

Großer Preis der Jury

Maren Ade und Birgit Minichmayr (Foto: AP)

Silberne Bären an Maren Ade und Birgit Minichmayr

Das deutsche Beziehungsdrama "Alle Anderen" von der 32 Jahre alten Regisseurin Maren Ade bekam den Silbernen Bären für den Großen Preis der Jury, der gleich zweimal verliehen wurde: Der selbe Preis ging auch an die Beziehungskomödie "Gigante", die insgesamt drei Auszeichnungen erhielt. Sein argentinischer Regisseur Adrián Biniez nahm außerdem die Trophäe für den besten Erstlingsfilm und den Alfred-Bauer-Preis entgegen. Als er das dritte Mal auf der Bühne stand, scherzte er: "Mir gehen die Worte aus, ich will meine Mami hier haben."

Die besten Darsteller

Als beste Darstellerin wurde die Österreicherin Birgit Minichmayr für die Hauptrolle in "Alle Anderen" mit einem Silbernen Bären geehrt. In dem Film trägt ein junges Paar seine Beziehungskonflikte im Urlaub auf Sardinien aus. Den Preis für den besten Darsteller bekam Sotigui Kouyaté aus Mali. Er spielt in "London River" einen schwarzen Einwanderer, der sich nach den Bombenanschlägen 2005 in London auf die Suche nach seinem Sohn macht und dabei auf die weiße Mutter der Freundin seines Sohnes trifft.

Bestes Drehbuch

Der Silberne Bär für das beste Drehbuch ging an Oren Moverman und Alessandro Camon für "The Messenger". Der Film handelt von einem Irakkriegs-Veteranen, der die schwere Aufgabe übernimmt, die Hinterbliebenen gefallener US-Soldaten über deren Tod zu unterrichten. Als bester Regisseur wurde der Iraner Asghar Farhadi für "Darbareye Elly" (Alles über Elly) ausgezeichnet, das Beste Sounddesign wurde dem Film "Katalin Varga" zugesprochen.

Jury bevorzugte kleinere Produktionen

Filme mit großem Staraufgebot konnten sich nicht durchsetzen, darunter Stephen Frears' "Chéri" mit Michelle Pfeiffer, Sally Potters "Rage" mit Judy Dench und "Happy Tears" mit Demi Moore. Die Jury, zu der neben Swinton unter anderem der deutsche Regisseur Christoph Schlingensief, die US-Food-Aktivistin Alice Waters und der schwedische Krimiautor Henning Mankell gehörten, bevorzugten offensichtlich kleinere Produktionen aus kleineren Ländern.

Jury der 59. Berlinale (Foto: AP)

Die Jury der Berlinale: (von rechts nach links) Alice Waters, Christoph Schlingensief, Tilda Swinton, Henning Mankell, Isabel Coixet, Gaston Kabore und Wayne Wang

Den 24. Friedenspreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin erhielt der US-Film "The Messenger". Der Film "Sturm" des deutschen Regisseurs Hans-Christian Schmid über das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bekam den Amnesty-International-Filmpreis.

Neumann würdigt Kosslick

Dieter Kosslick und Tilda Swinton (Foto: AP)

Lob für Festival-Leiter Kosslick, hier mit Jury-Präsidentin Swinton

Kulturstaatsminister Bernd Neumann gratulierte Festivalleiter Dieter Kosslick zum Erfolg der Berlinale. Kosslick habe das Festival mit vielen Höhepunkten auch in diesem Jahr wieder zu einem Publikumsmagneten werden lassen, erklärte Neumann. "Der erneute Besucherrekord spricht für das richtige Konzept." In diesem Jahr wurden 270.000 Eintrittskarten verkauft, so viele wie nie zuvor. An diesem Sonntag geht die Berlinale mit einem Publikumstag zu Ende. (wa)

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