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Kultur

Goldene Palme für den "Baum des Lebens"

Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht in diesem Jahr an den US-Regisseur Terrence Malick für sein Werk "The Tree of Life". Das gab die Jury bekannt. Den Grand Prix der Jury teilen sich zwei Filme.

Terrence Malick, Brad Pitt, Jessica Chastain and Sean Penn auf dem roten Teppich in Cannes (Foto: AP)

Gewinner: Terrence Malick (links) mit seiner Filmcrew aus "Tree of Life"

Der Siegerfilm des wichtigsten Festivals der Welt ist ein philosophisches Drama über die menschliche Existenz und die Natur. Malicks mystisches Familiendrama "The Tree of Life" ist mit Brad Pitt, Jessica Chastain und Sean Penn prominent besetzt. Die Geschichte einer Durchschnittsfamilie im Mittleren Westen der USA in der 1960er Jahren wird von Malick mit nichts weniger als der Entstehung der Welt verzahnt.

Der zweieinhalb Stunden lange Film wurde vom Publikum in Cannes zwiespältig aufgenommen. Er wurde gleichermaßen gefeiert und ausgebuht, überzeugte jedoch die Jury unter Vorsitz ihres Präsidenten Robert De Niro und bescherte Malick seine erste Goldene Palme. Malick, der als sehr öffentlichkeitsscheu gilt, erschien nicht zur Preisverleihung. Er schickte stattdessen einen seiner Mitproduzenten auf die Bühne.

Der Grand Prix der Jury ging am Sonntag (22.05.2011) zu gleichen Teilen an den Türken Nuri Bilge Ceylan für "Once Upon a Time in Anatolia" und an die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne für "The Kid with a Bike". Der französische Film "Polisse" erhielt den Preis der Jury, den Drehbuch-Preis gab es für "Footnote" aus Israel.

Kirsten Dunst als beste Darstellerin gekürt

Kirsten Dunst (Foto: dapd)

Strahlende Siegerin: Kirsten Dunst

Der Däne Nicolas Winding Refn wurde für "Drive" als bester Regisseur ausgezeichnet. Bester männlicher Hauptdarsteller wurde der Franzose Jean Dujardin für die französische Produktion "The Artist". Die US-Amerikanerin Kirsten Dunst nahm den Preis als beste Darstellerin für ihre Rolle als depressive, junge Frau in dem Weltuntergangs-Szenario "Melancholia" des dänischen Regisseurs Lars von Trier entgegen. Von Trier hatte auf einer Pressekonferenz während des Festivals mit bizarren Äußerungen, er sei ein Nazi, für einen Eklat gesorgt.

Die Organisatoren verurteilten die Aussagen von Triers und schlossen ihn vom Festival aus. Die Nazi-Bekenntnisse seien "nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und stehen im Gegensatz zu den Idealen der Humanität und Großzügigkeit des Festivals", hieß es in einer Erklärung. Von Trier entschuldigte sich anschließend für seinen Auftritt und sagte, es sei nur ein Spaß gewesen.

Neben-Preis für deutsches Krebs-Drama

Der deutsche Filmemacher Andreas Dresen war bereits am Samstag für sein Krebs-Drama "Halt auf freier Strecke" mit dem Hauptpreis der renommierten Nebenreihe "Un certain regard" geehrt worden. Um die Goldene Palme wetteiferten seit dem 11. Mai 20 Beiträge, darunter kein deutscher Film. Chef der Jury war in diesem Jahr Schauspieler-Legende Robert de Niro.

Den Auftakt machte der Woody-Allen-Film "Midnight in Paris", in dem die französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy eine kleine Nebenrolle hat. Gleich zu Beginn des Festivals bekam der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci die Goldene Palme für sein Lebenswerk verliehen.

Autor: Martin Muno (afp, dapd, rtr)
Redaktion: Nicole Scherschun

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