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Sport

Gold und zweimal Silber für Deutschland

Am 10. Wettkampftag gab es drei überraschende Team-Medaillen für Deutschland. Gold und Silber holten sich die deutschen Damen und Herren im Sprint der Skilangläufer. Silber ging an das Quartett der Skispringer.

Claudia Nystad (l) und Evi Sachenbacher-Stehle feiern ihre Goldmedaille (Foto: AP)

Gold für Skilanglauf-Duo

Deutschlands Ski-Langläuferin Claudia Nystad (Foto: AP)

Staunen bei Claudia Nystad

Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad haben den deutschen Langläuferinnen in Whistler mit Sensations-Gold im Teamsprint das erste Edelmetall der Vancouver-Spiele beschert. Eine halbe Stunde später hatten auch Axel Teichmann und Tim Tscharnke Grund zum Jubeln und machten das deutsche Langlauf-Wunder mit Silber hinter den Norwegern perfekt. "Es ist einfach nur geil", sprudelte es aus der 29-jährigen Bayerin Sachenbacher-Stehle heraus, die dabei ihre drei Jahre ältere Partnerin beim Zieleinlauf innig umarmte und ein paar Freudentränen verdrückte. "Es war ein perfektes Rennen. Wir haben perfekt harmoniert, dann kommt so etwas dabei heraus", stellte Nystad zufrieden fest. Dabei sei sie im Halbfinale "ganz schön blau gewesen". Und Bundestrainer Jochen Behle meinte begeistert: "Sensationell! Das war super. Ich bin sprachlos. Beide waren absolut am Limit und haben sich das verdient." Auch DOSB-Präsident Thomas Bach war hin und weg: "Eine grandiose Leistung." Es war das vierte deutsche Olympiagold im Skilanglauf. 1980 hatte die DDR zweimal Gold geholt, 2002 dann die Damen-Staffel mit Sachenbacher-Stehle und Nystad. Das Duo holte nun seinen zweiten Olympiasieg. Für Schweden blieb vor den Augen des Königspaares nur Silber. Bronze holten sich die russischen Läuferinnen.

"Sensationeller Tag für Skilangläufer"

Deutschlands Skilangläufer Axel Teichmann (Foto: dpa)

Axel Teichmann

Als auch noch Routinier Teichmann und Youngster Tscharnke ihre Medaille ins Ziel gerettet hatten, war Bundestrainer Behle außer sich vor Glück. "Es ist einfach ein sensationeller Tag. Was Tscharnke abgeliefert hat, war absolute Spitze. Auch Axel hat die richtige Taktik gewählt, um die Medaille zu sichern, sagte der Bundestrainer. Für Axel Teichmann war Platz zwei der ersehnte Befreiungsschlag bei Olympia. Vor vier Jahren hatte er die Rennen in Turin wegen einer Haarwurzelentzündung verpasst, in Whistler konnte er wegen einer Erkältung über die 30 Kilometer nicht antreten. Schon im Halbfinale hatte das Duo eine taktisch kluge Leistung abgeliefert. "Die letzte Runde war schon fast Anschlag. Viel ging da nicht mehr", bekannte der 20-jährige Tscharnke nach seinen je 1,5 Kilometer langen Schleifen.

Skispringer im Silberrausch

Die deutschen Skispringer Michael Neumayer, Andreas Wank, Martin Schmitt und Michael Uhrmann (v.l.) gewinnen im Mannschaftswettbewerb Silber (Foto: AP)

Das deutsche Silber-Quartett

Die deutschen Skispringer haben ihre vierte Teammedaille in der olympischen Geschichte gewonnen. Martin Schmitt , Michael Neumayer, Michael Uhrmann und Andreas Wank belegten in der Mannschaftskonkurrenz auf der Großschanze im Whistler Olympic Park den zweiten Platz. Gold ging an den haushohen Favoriten aus Österreich. "Diese Medaille gehört dem ganzen Team, den Ersatzleuten, den Trainern, den Betreuern", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, alle haben sich fantastisch verhalten und ihren Teil zum Erfolg beigetragen." Michael Neumayer legte als erster Springer der deutschen Mannschaft in beiden Durchgängen vor. Andreas Wank ließ vor allem im zweiten Durchgang einen hervorragenden Sprung folgen, ehe Martin Schmitt mit einem enttäuschenden Satz auf 122 m den Vorsprung vor den drittplatzierten Norwegern noch einmal in Gefahr brachte. Doch Michael Uhrmann bewies als Schlussspringer eiserne Nerven und rettete seiner Mannschaft den zweiten Platz.

"Silber ist Gold wert"

Das österreichische Team mit Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer (v.l.) gewinnt Gold (Foto: AP)

Gold für Österreich

Dieses Silber ist für den Deutschen Ski-Verband Gold wert", sagte Jens Weißflog, der auf den Tag genau vor 16 Jahren in Lillehammer mit der deutschen Mannschaft Gold gewonnen hatte. Auch 2002 in Salt Lake City wurde Deutschland Olympiasieger, 1998 in Nagano gab es Silber hinter Gastgeber Japan. Gold auf der Großschanze gewann wie vor vier Jahren in Turin Topfavorit Österreich mit Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler, Wolfgang Loitzl und Thomas Morgenstern. Bronze ging an Norwegen. Doppel-Olympiasieger Simon Ammann war im Teamspringen nicht am Start, da die Schweizer mangels einer konkurrenzfähigen Mannschaft auf ihre Teilnahme verzichtet hatten. Die drei Medaillen am Montag brachten das deutsche Team mit sieben Mal Gold im Medaillenspiegel wieder auf Platz eins vor den USA, ebenfalls sieben Goldmedaillen und Norwegen mit sechs Mal Gold.

Neuner verzichtet auf Staffel-Start

Nach dem Gewinn ihrer zweiten Goldmedaille im Massenstart verzichtet Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner auf einen Start in der Biathlon-Staffel am Dienstag. "Für mich sind die Olympischen Spiele heute beendet. Ich werde die Staffel nicht laufen", sagte Neuner. "Es war meine Entscheidung, Bundestrainer Uwe Müssiggang hat es mir überlassen. Ich habe gemerkt, dass ich vom Kopf her doch ziemlich fertig bin. Jetzt hoffe ich, dass die anderen Vier ein gutes Rennen machen und ihre Medaille holen", sagte die 23-Jährige. Für sie wird Martina Beck zum Einsatz kommen.

Kanadischer Sieg im Eistanz

In der letzten Entscheidung am Montag sicherten sich die kanadischen Eistänzer Tessa Virtue/Scott Moir den Olympiasieg. Platz zwei belegten die US-Amerikaner Meryl Davis/Charlie White vor den russischen Weltmeistern Oksana Domnina/Maxim Schabalin. Für die deutschen Eistanzmeister Christina und William Beier blieb nur der enttäuschende 18. Rang.

Im Eishockeyturnier der Frauen kommt es zum Traum-Finale: Kanada und die USA kämpfen um den Olympiasieg. Im Halbfinale bezwangen die kanadischen Frauen Finnland mit 5:0, die USA setzten sich gegen Schweden ebenfalls klar mit 9:1 durch.

Autor: Arnulf Boettcher (ab, sid)
Redaktion: Joscha Weber

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