1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Gold für Neuner und Lange/Kuske

Gleich vier Medaillen am 9. Wettkampftag! Gold und Silber holten die Bobpiloten Lange und Florschütz. Die Biathletin Magdalena Neuner sicherte sich ihr zweites Olympia-Gold 2010. Bronze ging an Simone Hauswald.

Andre Lange und Kevin Kuske im Bob (Foto: AP)

Am schnellsten im Eiskanal unterwegs: Lange/Kuske

Mit seinem vierten Olympiasieg ist Andre Lange zum erfolgreichsten Bobpiloten der Welt aufgestiegen und peilt nach seinem Gold im Zweierbob erneut das olympische Double an. Zusammen mit Anschieber Kevin Kuske ließ sich der 36-Jährige auch im entscheidenden vierten Durchgang auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Whistler nicht mehr aus der Erfolgsspur bringen. Hinter Lange jubelten Thomas Florschütz und sein Anschieber Richard Adjei über Silber. Die deutsche Konkurrenz hatte Lange und Kuske schon während der Weltcupsaison mehrfach bedrängt und sogar besiegt,doch auf dem umstrittenen Kurs legte Lange vier traumhaft sichere Fahrten hin und war einfach nicht zu schlagen.

Lange bescherte der deutschen Mannschaft bereits die sechste Goldmedaille bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver. Für Lange selbst war es bereits die vierte olympische Goldmedaille nach den Erfolgen im Vierer 2002 und 2006 und im Zweier 2006. Im letzten Rennen seiner Karriere, dem Vierer-Wettbewerb, gilt Lange nun als klarer Favorit und könnte sich sein fünftes Gold holen.

Neuner als "Gold-Magda"

Magdalena Neuner reckte ihre Arme in den blauen Himmel von Whistler, dann stützte sie sich schwer atmend auf ihre Stöcke. Nach Silber und Gold im Verfolgungsrennen sicherte sich die sechsmalige Weltmeisterin mit 5,5 Sekunden Vorsprung vor der Russin Olga Saizewa Gold beim Massenstart. Bronze holte die Deutsche Simone Hauswald. Andrea Henkel wurde Neunte.

Magdalena Neuner und Simone Hauswald feiern Gold und Bronze (Foto: AP)

Geschafft! Magdalena Neuner und Simone Hauswald feiern Gold und Bronze

"Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, und schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille", strahlte die glückliche Doppel-Olympiasiegerin, die es mal wieder allen gezeigt hatte: Trotz eines Fehlers im Liegendschießen und einem weiteren Fehler beim ersten Stehendanschlag. Aber mit einem tadellosen letzten Schießen kämpfte sich Neuner in einer dramatischen Schlussrunde wieder heran und holte sich nach dem fulminanten Lauf das zweite Gold: "Ich habe einfach den Turbo gezündet." Auch Hauswald lief ein eindrucksvolles Rennen, führte zwischenzeitlich, verfehlte beim Stehendschießen aber zwei Scheiben, fiel zurück und verlor auch den Kampf um den zweiten Platz. "Ich habe schon geweint, als ich ins Ziel gekommen bin, ich war so gerührt", gestand Hauswald. "Ich bin so froh - ich habe nicht Silber verloren, sondern Bronze gewonnen." Bei der Siegerehrung strahlten die beiden laufstärksten deutschen Frauen um die Wette. "Die Mädels sind einfach fantastisch", jubelte Bundestrainer Uwe Müssiggang. "So sehen Champions aus."

In der Staffel wird Müssiggang allerdings auf Magdalena Neuner verzichten müssen. Sie erklärte ihren Olympia-Einsatz für beendet, weil sie spüre, dass sie doch ziemlich leer im Kopf sei. Damit wird Martina Beck in der Staffel ihren zweiten Einsatz in Vancouver erleben und neben Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Simone Hauswald laufen und schießen.

Schnell gelaufen, schlecht geschossen

Evgeny Ustyugov (Foto: AP)

Jewgeni Ustjugow läuft zu Gold

Viertes Rennen und wieder keine Medaille: Die deutschen Skijäger haben die olympischen Einzelrennen erstmals seit zwölf Jahren ohne Podestplatz beendet. Mit einer überzeugenden Lauf- und Schieß-Leistung hat sich der Russe Jewgeni Ustjugow die Goldmedaille im Biathlon-Massenstart geholt. Der 24 Jahre alte Olympiavierte über 20 km siegte im 15-km-Massenstartrennen in der Loipe im Whistler Olympic Park mit klarem Vorsprung vor dem Franzosen Martin Fourcade und dem überraschend starken Slowaken Pavol Hurajt. Bester des deutschen Quartetts war Michael Greis als Zehnter mit 35 Sekunden Rückstand.

Dabei hatten die deutschen Skijäger gut begonnen: In der ersten Rennhälfte beeindruckte der junge Arndt Peiffer, der in seinem dritten Massenstartrennen überhaupt bis an die Spitze stürmte. Er führte eine zehnköpfige Spitzengruppe an, zu der auch Michael Greis gehörte. Doch dann kam das dritte Schießen: Greis und Birnbacher schosen je eine „Fahrkarte“ und Peiffer gleich zwei. Mit einer starken Laufleistung kämpft sich Michael Greis zwar wieder an die Spitzengruppe heran, doch offenbar hatte der Bayer in der Loipe überzogen: Im letzten Schießen schoss er sich mit zwei weiteren Fehlern erneut aus dem Rennen.

Biathlon-Massenstart im Whistler Park (Foto: AP)

Massenstart im Whistler Park: In der Loipe überzeugten die Deutschen, am Schießstand leider nicht.

"Der Sprung aufs Podium war ganz nah", sagte ein sichtlich gezeichneter Michael Greis nach dem Rennen. "Ich habe mich angestrengt, versucht nicht aufzustecken, aber im letzten Schießen zwei Fehler waren einfach zu viel." In der Staffel müssen sich die deutschen Biathleten nun deutlich steigern, um doch noch eine Medaille zu holen.

Friesinger läuft erneut hinterher

Niederländischer Jubel im Richmond Olympic Oval: Ireen Wüst hat sich mit einer schnellen letzten Runde Gold über die 1500 Meter im Eisschnelllauf gesichert. Nur die zweitplatzierte Favoritin Kristina Groves aus Kanada kam annähernd an die Zeit von Wüst heran. Die Bronze-Medaillengewinnerin Martina Sablikova aus Tschechien hatte bereits mehr als eine Sekunde Rückstand. Anni Friesinger-Postma verpasste in ihrem letzten Olympiarennen eine Medaille deutlich: Zwar blieb die Bayerin diesmal von einem Stolperfehler verschont, hatte aber dennoch fast zwei Sekunden Rückstand auf die Siegerzeit. "Es ist schade, das ist nicht, was ich mir gewünschte habe", sagte Friesinger, "mir fehlte einfach die Power." Hinter Friesinger-Postma wurde Daniela Anschütz-Thomas Zehnte.

Schweizer Schmid gewinnt Ski Cross

Hohe Sprünge, waghalsige Manöver, packende Duelle: Skicross ist nicht nur die jüngste, sondern auch die vielleicht spektakulärste olympische Disziplin. Dabei fahren vier Fahrer gleichzeitig über eine mit Sprüngen und Steilkurven gespickte Piste – Ellebogeneinsatz inklusive. Der Star der jungen Sportart, der ehemalige Super-G-Weltmeister Daron Rahlves, beschreibt das Ganze so: "Skicross ist so, als würde man ein Taxi in Höchstgeschwindigkeit durch die überfüllten Straßen New Yorks steuern. Da kann es schon mal richtig krachen.“

Michael Schmid beim Ski Cross (Foto: AP)

Spekatuläre Sprünge: Michael Schmid gewann die Olympia-Premiere beim Ski Cross

Krachen ließ es vor allem der Schweizer Michael Schmid, der sich über das erste Olympiagold im Skicross freuen durfte. Der 25 Jahre alte Bauarbeiter siegte im Finale am Cypress Mountain vor dem Österreicher Andreas Matt und dem Norweger Audun Grönvold. Simon Stickl und Martin Fiala waren im Achtelfinale ausgeschieden. „Ich habe alles riskiert, aber einfach Pech gehabt", sagte Stickl nach dem Rennen. „Aber ich bin stolz, bei Olympia dabeigewesen zu sein".

Bode Miller krönt Karriere mit Gold

Bode Miller bei der Abfahrt (Foto: AP)

Vergoldete Karriere: Bode Miller

Gold war das, was ihm noch fehlte: US-Skistar Bode Miller hat seine herausragende Karriere mit dem noch fehlenden Olympiasieg gekrönt. Der 32-Jährige gewann die olympische Premiere der Super-Kombination. Miller lag nach der Abfahrt noch zurück, fuhr aber das Slalom-Rennen voll auf Angriff und sich so an die Spitze. Der Kroate Ivica Kostelic holte Silber vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen, der sich über Bronze freute. Nachdem Miller vor vier Jahren bei den Spielen in Turin leer ausgegangen war, holte er sich nun schon seine dritte Olympia-Medaille in Vancouver. Stephan Keppler aus Ebingen enttäuschte als 20. mit knapp fünf Sekunden Rückstand auf Millar – eine kleine Ewigkeit im alpinen Skisport.

Curlerinnen feierten dritten Sieg

Die deutschen Curlerinnen haben sich die Chance auf den Einzug in die Playoff-Runde beim olympischen Turnier in Vancouver erhalten. Mit dem 7:6 gegen Japan feierte das Team um Skip Andrea Schöpp im siebten Spiel den dritten Sieg. Die Entscheidung gelang erst im neunten End mit zwei Punkten. Zuvor hatten die deutschen Frauen mit dem 5:6 gegen Dänemark ihre günstige Ausgangsposition im Kampf um den Halbfinal-Einzug aufs Spiel gesetzt. "Schlecht, wirklich schlecht. Kein gutes Spiel", ärgerte sich Schöpp über die unnötige Niederlage.

Das Männer-Team von Andy Kapp droht die Medaillenrunde zu verpassen. Mit dem überraschenden 5:9 gegen Dänemark gab es bereits die vierte Niederlage im siebten Spiel und damit einen weiteren Rückschlag. Um sich doch noch die Chance auf den vierten Platz in der Zehnergruppe zu erhalten, dürfen sich die deutschen Curler in den abschließenden Vorrundenspielen gegen China und Großbritannien keinen Ausrutscher mehr erlauben.

Super Sunday im Eishockey

Im Eishockey brachte es der Turnierverlauf mit sich, dass die großen sechs Nationen am Sonntag unter sich waren. Dabei sorgten die USA für ein unerwartetes Resultat, als sie sich mit 5:3 gegen Gastgeber und Goldfavorit Kanada durchsetzten. Die Kanadier sind nun der nächste Gegner der deutschen Mannschaft - nur der Sieger dieser Partie kommt ins Viertelfinale.

Nicht unerwartet kam Rußland zu einem 4:2-Erfolg gegen Tschechien.Ein klares 3:0 gelang Schweden gegen Finnland.

Autoren: Joscha Weber, Olivia Fritz

Redaktion: Christian Walz

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links