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Sport

Gold für das Großmaul: Robert Harting

Da kochte das Berliner Olympiastadion: Lokalmatador Robert Harting schleuderte den Diskus im letzten Versuch zum Gold. Und das, nachdem er das Publikum zuvor mit unbedachten Äußerungen über Dopingopfer gespalten hatte.

Robert Harting beim Wurf (AP Photo/Matt Dunham)

Robert Harting beim Wurf

Robert Harting ist nicht nur ein Mann der großen Worte. Der Diskus-Riese drängte die Aufregung um seine unbedachten, seine dummen und inakzeptablen Äußerungen der letzten Tage mit einem einzigen Wurf zumindest für den Moment in den Hintergrund. Als kaum noch jemand daran glaubte, schleuderte er die Scheibe im letzten Versuch 69,43 m und übertraf damit noch den bis dahin führenden Polen Piotr Malachowski, der im ersten Versuch 69,15 m vorgelegt hatte. Bronze ging mit 66,88 m an Olympiasieger und Titelverteidiger Gerd Kanter aus Estland.

Germany's Robert Harting celebrates after winning the gold medal in the final of the Men's Discus during the World Athletics Championships in Berlin on Wednesday, Aug. 19, 2009. (AP Photo/Gero Breloer)

Dabei war Hartings WM-Start in den letzten Tagen stark umstritten. Er prangerte die Arbeitsmoral der deutschen Leichtathletik-Funktionäre an, er stellte den Antidoping-Kampf in Frage, stellte sogar eine Doping-Freigabe in den Raum. Und dann attackierte er nach der Qualifikation auch noch die DDR-Dopingopfer: "Wenn der Diskus aufkommt, soll er gleich gegen eine der Brillen springen, die die Dopingopfer hier verteilt haben - damit sie wirklich nichts mehr sehen. Die Leute, die die Sachen vor den Kopf bekommen, sollen sich Gedanken machen." Später ruderte er kleinlaut zurück. Harting hatte sich von den Dopingopfern provoziert gefühlt, nachdem sie ihn wegen seiner Aussagen zum Doping und der Zusammenarbeit mit Trainer Werner Goldmann kritisierten. Goldmann hat eine Dopingvergangenheit in der DDR. (to/jk/sid/dpa)