1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Kultur

Goethe-Institut gegen TTIP

Das Transatlantische Freihandelsabkommen zwischen EU und USA stößt beim Goethe-Institut auf heftige Kritik. Kultur und Bildung dürften nicht den Prinzipien des freien Welthandels unterworfen werden, hieß es.

Der Beschluss der Mitgliederversammlung am Freitag war einstimmig: Bei dem geplanten Freihandelsabkommen sollen Kultur und Bildung besonders geschützt werden. "Kultur ist ein öffentliches Gut, das öffentliche Förderung verdient und benötigt", heißt es in einer öffentlichen Stellungnahme des Goethe-Instituts.

Präsident Klaus-Dieter Lehmann und die weiteren Mitglieder des Gremims reagierten mit Sorge darauf, dass auch Bereiche außerhalb der Wirtschaft den Prinzipen des freien Welthandels unterworfen werden könnten. Man könne den Wert künstlerischer Produktionen aber nicht nach den Gesetzen des freien Marktes bewerten. Darüber hinaus sei Europa sei nicht nur ein ökonomisches, sondern mindestens ebenso sehr ein Kultur- und Bildungsprojekt.

Wirtschaftsförderung nicht auf Kosten der Kultur

Mit dem Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) wollen die EU und die USA die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Das Goethe-Institut betont ausdrücklich, dass es nichts gegen ein Handelsabkommen einzuwenden habe, dass die wirtschaftliche und soziale Entwicklung fördere. Man hab aber Sorge, dass dies auf Kosten der kulturellen Vielfalt geschehe und diese müsse weiterhin geschützt und gefördert werden.

Gerade die fehlende Transparenz, mit der die EU-Kommission die Verhandlungen führe, irritierte die Mitgliederversammlung. Dadurch entsteht nicht nur in Deutschland sondern auch in Frankreich der Verdacht, dass die Eigenständigkeit der Kultur gefährdet sei.

Dem Gremium beim Goethe-Institut gehören namhafte Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik an, darunter unter anderem die Leiterin des Beethovenfest Nike Wagner, die Direktorin der Kunstsammlung NRW Marion Ackermann und die Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh.

suc/ass (dpa/Goethe-Insitut)