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Kultur

Goethe geht online

Mit der Zeitschrift "Propyläen" wollte Johann Wolfgang Goethe den guten Geschmack seiner Zeitgenossen fördern. Jetzt beschäftigt sich eine Online-Plattform unter diesem Namen mit der Biografie des Dichterfürsten.

Ein Festakt gab am Donnerstag den offiziellen Auftakt für das Langzeitprojekt, das unter dem Namen "Propyläen" in den kommenden 25 Jahren eine umfassende Online-Plattform zu Leben, Wirken und Werk von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) erstellen soll.

Goethe stand zu seiner Zeit im engen Austausch mit Intellektuellen aus aller Welt, die ihm Neuigkeiten aus Literatur, Kunst, Kultur uns Wissenschaft zutrugen: Aus diesem Schriftverkehr von mehr als 20.000 Briefen sind etwa 15.500 erhalten, ebenso wie seine Tagebuchaufzeichnungen aus nahezu 57 Jahren. Vieles davon ist bislang nicht ediert, der Großteil nicht erläutert.

Ergänzt werden diese Quellen durch zahlreiche, bis weit ins 19. Jahrhundert hinein reichende Gesprächsaufzeichnungen Dritter. Die Überlieferung von Goethes autobiographischen Textzeugnissen setzt im Jahr 1764 ein und endet wenige Tage vor seinem Tod im März 1832. Der größte Teil der Korrespondenzen und Tagebücher wurde der Nachwelt, vom Dichter selbst sorgsam geordnet, in seinem literarischen Nachlass überliefert.

Ziele des "Propyläen-Projekts

Deutschland Literatur Johann Wolfgang von Goethe Malerei

Johann Wolfgang Goethe - Portrait von Joseph Stier (1828)

Auch beim "Propyläen"-Projekt spielt die gewissenhafte Kategorisierung eine wesentliche Rolle. Im Goethe- und Schiller-Archiv werden Goethes Briefe und Tagebücher und seine "Begegnungen und Gespräche" abschließend historisch-kritisch editiert. Im nächsten Schritt geht das Projekt den Aufbau einer integrierten Online-Plattform zu Goethes Leben und Schaffen auf Basis dieser Editionen an.

Dabei sei "Propyläen" mehr als nur die Summe der bisherigen Editionen, betonte der Berliner Literaturwissenschaftler Ernst Osterkamp. Das Ziel sei eine Verknüpfung von möglichst vielen Details zu Goethe und seinem Umfeld und den Menschen seiner Zeit. Ohne die technischen Möglichkeiten heutiger Digitalisierungsprogramme sei ein solches Projekt nicht denkbar. "Die Plattform stellt die Intelligenz bereit, die der Nutzer noch gar nicht hat", so Osterkamp.

Die Projektträger

Goethe-Schiller-Archiv

Goethe-Schiller Archiv in Weimar

Beteiligt an dem Forschungsprojekt sind das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar, die Sächsische Akademie der Wissenschaft zu Leipzig und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Zu allen drei Städten hatte Goethe eine enge Beziehung. Durch die Kooperation der Institutionen werde die Kompetenz der Einrichtungen gebündelt, so Direktor Bernhard Fischer vom Goethe- und Schiller-Archiv.

Dem Vorhaben "Propyläen" steht für die gesamte Laufzeit ein Fördervolumen von rund 14 Millionen Euro zur Verfügung.

bw/suc (dpa/klassik-stiftung.de)

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