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Kultur

Go Taikonauts!

Bisher waren 433 Menschen im Weltall. Nummer 434 könnte der erste Chinese im All werden. Denn China plant noch im Oktober den ersten bemannten Raumflug seiner Geschichte.

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Faszination Raumfahrt - auch in China

Wie der erste Chinese im All heißen wird, ist noch geheim. Doch er wird der erste Taikonaut sein. Das ist nämlich der chinesische Ausdruck für einen Raumfahrer. In der Shenzou-V-Rakete (sinngemäß: "Göttliches Schiff") soll er mindestens zehnmal die Erde umkreisen. Bei erfolgreicher Mission soll binnen sechs Monaten ein zweiter bemannter Raumflug erfolgen.

Japans "Hope" scheitert am Geld

Ähnlich große Pläne hatte auch Japan einmal. Der bemannte Raumgleiter "Hope" sollte einen Linienverkehr zur internationalen Raumstation ISS gewährleisten. Nach drastischen Kürzungen im Raumfahrt-Budget musste die entwickelnde Science & Technology Agency das Projekt aber abspecken: "Hope X" heißt nun die unbemannte Variante eines japanischen Raumshuttles. Auf seiner Basis soll in finanziell besseren Zeiten einmal das bemannte "Spaceplane" entwickelt werden. Startzeit ungewiss.

Indien auf dem Weg zum Mond

Nachdem die Europäer Ende September mit SMART-1 ihre erste eigene Sonde zum Mond geschickt haben, zieht es auch die Inder auf den Erdtrabanten. Spätestens 2008 soll die Mission Chandrayan-1 eine indische Sonde zum Mond bringen. Menschen möchte Indien im Gegensatz zu China und Japan allerdings nicht ins Weltall transportieren. Dafür wollen die Inder in fernerer Zukunft einen Landeroboter auf dem Mond aussetzen und mit ihren Raumsonden auch andere Planeten im Sonnensystem besuchen.

Auch Nigeria ist Raumfahrtnation

Nicht nur in Asien und Europa hat man ehrgeizige Pläne, den beiden All-Mächten USA und Russland näher zu kommen. Auch in Afrika gibt es mittlerweile drei Raumfahrnationen. Wenn auch zunächst nur mit eigenen Satelliten: Eine russische Rakete brachte Ende September den ersten nigerianischen Satelliten ins All. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas folgt damit Algerien und Südafrika, die bereits seit längerer Zeit eigene Satellitenprogramme beteiben. NigeriaSat-1 soll in den kommenden fünf bis sieben Jahren Wetterereignisse und Naturkatastrophen beobachten. Außerdem wird er für geografische Studien eingesetzt. 11,3 Millionen Euro kostet das verarmte Land dieses Projekt.

Billigflieger für Weltraumtouristen?

Alles zarte Anfänge, bedenkt man, dass die USA und Russland schon vor 40 Jahren Menschen ins Weltall schickten. Mit China kommt aber nun erstmals ein Land in die Nähe der beiden führenden Raumfahrtnationen. Eine ernstzunehmende Konkurrenz? Experten räumen den Chinesen zumindest eine minimale Chance ein, im Geschäft mit der Raumfahrt mitzumischen. Bisher sind Drittstaaten bei den meisten Raumfahrtprojekten von den USA oder Russland abhängig. Die können entsprechend die Preise für Mitflug oder Experimente im All bestimmen. China könnte mit niedrigeren Preisen zur Alternative werden. Und auch Weltraumtouristen – ein möglicher Wirtschaftsfaktor in der zukünftigen Raumfahrt – könnten bei den Chinesen womöglich günstiger fliegen.

Der Mann im Mond: Ein Taikonaut

Der Zeitpunkt für die chinesische Aufholjagd im Weltall ist günstig. Die US-Shuttles bleiben infolge des Columbia-Unglücks zunächst am Boden und Russland kann sich aus Geldmangel nur zwei bemannte Raumflüge pro Jahr leisten. Während die beiden "Großen" derzeit schwächeln, setzt sich China ganz ehrgeizige Ziele: Das kommunistische Land peilt eine eigene Raumstation nach Vorbild der ISS an. Bis zum Ende des Jahrzehnts möchten die Chinesen sogar eine feste Station auf dem Mond errichten. Dann wird aus dem Mann im Mond der Taikonaut im Mond.